Montag, 3. Juli 2017

2017 ... das Jahr in dem die Zukunft schon heute gemacht wird

"Ich bringe Guddies", sagt es. Schwarze schulterlange Haare, schwarze Brille und überhaupt komplett in schwarz angezogen, steht das HR Mäuschen in der Tür.
      "Real guddies?" Junior guckt skeptisch.

Sie dreht eine Runde durch das Büro. Legt jedem ein Buch auf den Tisch. 85 Seiten. Internal Key Contact Directory. Ansprechpartner für die Schlüsselpositionen im Konzern. Weltweit.

"Das ist nicht Dein ernst?", frage ich.
      "Doch."
"Willkommen im Jahr 2017. Wozu haben wir ein Intranet?"

Ich schüttele meinen Kopf.

Mein Name steht auf Seite 3.

Kommentare:

  1. Life vor einer Woche in dem Bau hier: "Aber...aber... ich brauch das doch auf Papier! Nur was ausgedruckt ist, ist wahr! Mobile Application? Iiiihhhh nee, wir müssen das doch dem Vorstand vorlegen! Wie ich soll dem mein Ihhhpatt zeigen? Aber ... aber ich muss ihm das doch dann mitgeben! Wie als pdf-Anhang der email? Nee, nee, Frau IT'lerin, machen sie mir das mal zum Ausdrucken, DAS WOLLEN DIE OBEN SO!" ... ich bin ein zu kleines Licht um die da oben mal zu befragen... ob die wohl so wissen was die alles angeblich wollen... P.S.: Schön das sie auf Seite drei stehen... Sie werden noch mehr Anrufe bekommen... viel Spaß... DENN PAPIER, DAS LESEN DIE LEUTE NOCH! *heuteziemlichsarkastischegrüße* Ihre Frau Kira

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    1. Frau Kira, in der Bude in der ich vorher gearbeitet habe, hat der Vorstand darauf bestanden, dass das Reporting auf dem Tablet zu lesen war.

      Und was die Seite 3 angeht, dass liegt nur daran, dass die Holding vor allen anderen Gesellschaften genannt wurde.

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  2. Lol? Der HR-KPI "Personalfluktuation" ist bei Ihnen weltweit hoffentlich ziemlich niedrig? Von wie vielen Personen reden wir hier?
    Oder bekommen Sie jetzt wöchentlich ein aktualisiertes Stück Altpapier?

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    1. In Summe sind wir weltweit so 8.000 Leute, Frau Mordred. Aber es sind ja die vermeintlich wichtigen darin.

      Keine Ahnung, wie oft das aktualisiert wird. Ich habe vor kurzem in einem Schrank ein Exemplar von 2015 gefunden.

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    2. Bei mir gibt es rund 2.000 Beschäftigte (bundesweit). Wenn man Glück hat, findet man im Intranet die Vorgesetzten. Die Sachbearbeiter und niedriger stehen gar nicht drin.

      Diverse Vordrucke im Intranet sind mehrere Jahre alt und lassen sich teilweise schon gar nicht mehr aufrufen. Aber wenn man zaghaft meckert, kommt nur ein: "Ist alles im Internet oder Mitarbeiterportal zu finden!".

      Nachtrag: ich arbeite im öffentlichen Dienst - unser Amt mit den wenigen Beschäftigten hat nicht mal eine eigene Homepage ^^

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    3. Na das klingt auch unglaublich fortschrittlich, Frau Tatjana. Ich empfinde solche Zustände frustrierend.

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  3. Bei uns heißt das Ding "Almanach" und ist in der gedruckten Variante dicker als die Bibel, wobei es auch eine Onlineausgabe gibt.

    Der Almanach beinhaltet die Adressen und Leitungen aller kirchlichen Werke, die Kontaktdaten aller Pfarrer/innen alphabetisch gelistet und sortiert nach Kirchenkreisen und Gemeinden sowie schließlich die Anschriften der Pfarrer/innen in Rente.

    Ich habe den Almanach seit Jahren nicht mehr in der Hand gehabt. Wenn ich von Kollegen etwas möchte, google ich die oder habe die Telefonnummern. Aber ich weiß, dass es PfarrerInnen gibt, die wissen bis auf die Seitenzahl genau, wer wo steht. Faszinierend und mir völlig unbegreiflich.

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    1. Ich frage mich, wie oft dieser Almanach aktualisiert wird. Solche Werke aufszusetzen ist doch eine Beschäftigungstherapie.

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  4. Danke fürs erinnern, warum ich "unsere kleine Farm" so kuschelig finde :-D

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    1. Lassen Sie mich raten, Frau Goldi, Sie kennen alle Mitarbeiter des Unternehmens mittlerweile persönlich :-)

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  5. Klingt wie das Örtliche Telefonbuch, das ab und an im Supermarkt zum Mitnehmen ausliegt, aber alle achtlos dran vorbeigehen, weil das niemand mehr braucht.
    Hab ich das so richtig verstanden?
    LG von Fr Eva (4 Std Schlaf nach DM etwas desolat)

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