Dienstag, 13. Juni 2017

Und dann plötzlich (2) - Wen Gott liebt...

Die Frau des Kollegen hat ihr erste Chemo nach der Krebsdiagnose erhalten. Sie hat es recht gut überstanden. Besser als befürchtet. Der Kollege kümmert sich so gut wie er kann um seinen 1 1/2 jährigen Sohn. Er versucht hart zu sein. Wirkt nach außen halbwegs gefasst. Er arrangiert sich so gut er kann mit der Situation. Zwangsläufig steht die Frage nach dem Warum im Raum. Gerade spricht er mit der Irren. Dem Zahlenfrettchen.

"Und da steht man und fragt sich, warum ausgerechnet sie?" Er seufzt. Er sorgt sich um seine Frau.
        "Weißt Du... wen Gott liebt, dem legt er solche Herausforderungen auf. Und sie wird es schaffen und meistern."
Er stockt kurz, wie eine Nadel die kurz auf einer Venylplatte springt, und redet dann weiter.

Moment mal. Habe ich das richtig verstanden. Ich höre wohl nicht richtig. Und wenn er dich dann doch nicht so mag, lässt er dich am Ende unter Schmerzen verrecken. Für eine Sekunde überkommt mich der Wunsch, ihr den Locher an den Kopf zu werfen. Gottbezüge widern mich an. Schon immer.

Frauen alleine sind schon schlimm. Wenn die mit Glauben kombiniert wird es noch schlimmer. Menschen denen ich gewogen bin, die haben bei mir Freispiel. Die, die mir dumm gekommen sind und mir vor das Schienbein getreten habe, denen mache ich das Leben schwer. Jemanden den ich liebe, den trage ich. Der Rest... darf laufen.

"MiM, lass uns mal wieder zu Italiener gehen", sagt er und schaut zu mir rüber.
         "Machen wir, nächste Woche. Ich lege uns einen Termin ein." Er hat mein Mitgefühl. Manchmal kann ein Mittagessen bei einem Italiener, die einzige Ruhe sein, die einem vergönnt ist.

Kommentare:

  1. Vielleicht bin ich jetzt makaber, aber ist Ihr Frettchen neidisch auf die Aufmerksamkeit, die Ihr Kollege und seine Frau jetzt vielleicht bekommen? Ich bewundere, dass der Kollege und Sie sich zusammenreißen konnten und dem Frettchen keine geklebt haben.

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    1. Ich weiß es nicht, Frau dergl. Ich weiß nicht, ob es so ist. Ich habe selten einen Menschen erlebt, der nichts weiter kann als schlaue Sprüche daher reden aber sonst nichts zu Stande bringt.

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  2. Contenance - vielleicht das einzig richtige Mittel. Neulich in der Nachrichtenredaktion eines großen Senders. Chef vom Dienst bekommt 45 vor der Hauptnachrichtensendung einen Anruf. Bleibt ganz ruhig, brieft einen Kollegen und verlässt den Raum. Sonst nichts. Seine Mutter ist gerade gestorben und er muss nach Hause. Kein Drama, keine Show ... - Contenance.

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    1. Ja, Herr Bonetti... aber unvermeidliche Schicksalschläge kann ich ertragen... aber mit der Dummheit der Menschen wird meine Impulskontrolle auf eine sehr starke Probe gestellt.

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  3. Religiös hin oder her, aber so ein Kommentar wie vom Zehlenfrettchen ist komplett fehl am Platz. Mir sträuben sich die Nackenhaare und ich bedauere Ihren Kollegen.
    Ich habe gerade gelesen, dass Frettchen eine Lebenserwartung von 7-10 Jahren haben. Da werden wir wohl (leider) noch einige Stories zu lesen bekommen.

    LiMiT

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    1. Frau LiMiT, wenn mein Chef, der Surpreme Leader Kim Jong-un etwas mehr Gas geben würde, könnte das Thema Frettchen, vielleicht wesentlich schneller gelöst sein. Ich hoffe darauf.

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  4. Damit kann ich nichts anfangen - weder mit Gott noch mit solchen Aussagen. Ich glaube daran, dass manche Menschen einfach zuviel bekommen - mehr als was man (er)tragen kann - weil es eben nicht immer fair ist und manchmal einfach nur Scheiße. Ihr Kollege kann froh sein, dass es auch Menschen wie Sie gibt - gehen Sie Mittagessen. Das braucht er sicher!

    Alles Liebe
    Frau nima

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    1. Ja, Frau Nima, ein gutes Essen hat mehr Substanz als solches Gerade.

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  5. Solche Kommentare sind, verzeihen Sie mir bitte diesen Ausdruck, einfach scheiße.
    Mir wurde gesagt, mein Kind habe eben gewählt, krank zu sein, um eine Aufgabe auf Erden zu erfüllen. Ich konnte nicht so gelassen reagieren wie Sie. Hätte ich einen in Reichweite gehabt, der Locher wäre geflogen.

    Manchmal möchte man im Strahl k*tzen.

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    1. Ja, Frau Edelnickel, da stimme ich Ihnen zu. Sie sind scheiße und unqualifiziert.

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  6. Keine Ahnung, was da dran ist. Evtl. wäre das was für den Kollegen bzw. eher dessen Frau, ich denke, jeder Betroffene sollte die Chance haben, das auszuprobieren: Methadon als Krebsmittel, hört sich ja schon fast unglaublich an http://www.ardmediathek.de/tv/Plusminus/Methadon-als-Krebsmittel/Das-Erste/Video?bcastId=432744&documentId=42130112

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    1. Lassen wir die Dinge mal laufen, Frau Meinigkeiten. Es ist nicht meine Baustelle. Ich bin in diesem Spiel nur Beobachter.

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