Mittwoch, 28. Juni 2017

Der Appell an die Tradition

Herr Michael Kretschmer ist Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und 42 Jahre alt. Er hat heute Morgen im Deutschlandfunk ein Interview gegeben. Thema Heirat von Schwulen und Lesben.

Eines der Argumente des Herrn Kretschmer gegen die gleichgeschlechtliche Ehe ist, weil in Deutschland traditionell der Begriff Ehe der kirchlichen und rechtlichen Verbindung zwischen Mann und Frau vorbehalten ist.

Aha.

Wenn ich für mich etwas gelernt habe im Leben, dann eines. Wenn Menschen keine Argumente haben und wirres Zeug faseln, sich gerne den Begriffen und Appellen bedienen. Gerne an...

... höhere Ziele, wie Volk, Fahne, Vaterland und der Verhinderung des Untergangs des Abendlandes.

... Traditionen, wie aber das haben wir doch schon immer so gemacht.

... im Namen einer unbekannten Mehrheit in diesem Land sprechen.

Wenn eine Relgionsgemeinschaft für sich sagt, innerhalb meines Vereins werden nur Frauen und Männer miteinander verheiratet, dann solllen die das gerne machen. Niemand wird in eine solche Gemeinschaft gezwungen. Da gehört es zu den Vereinsstatuten und niemand wird zu einer Mitgliedschaft gezwungen. Da kann man austreten.

Diese Gemeinschaften, die sich gegen eine Heirat von Lesben und Schwulen ausprechen, beziehen sich auf eine imaginäre Person, die noch niemand gesehen hat, deren Existenzbeweis nicht erbracht worden ist. Auch haben diese Gemeinschaften behauptet die Erde wäre eine Scheibe, als man bereits das Gegenteil beweisen konnte. Von den romantischen Hexenverbrennungen im Sonnenuntergang mal abgesehen.

Wenn innerhalb eines staatlichen Gemeinschaft Menschen heiraten wollen, aus welchen Gründen auch immer, dann übernehmen sie Verantwortung füreinander und gehen damit Rechte und Pflichten ein. Und entlasten damit, weil sie in der Regel füreinander sorgen, die Gemeinschaft. Und das hier Religion und Staat voneinder getrennt sind, sollten religiöse Motive keine Rolle spielen, sondern lediglich sachliche Argumente im Staatsrechts greifen.

Jeder hat das Recht auf sein persönliches Unglück und seine Hölle auf Erden.

Kommentare:

  1. Also, ich finde, der Begriff "Ehe" sollte so bleiben wie er ist, dann behalten Traditionalisten und Religiöse ihr angestammtes Weltbild, das man sowieso nicht verrücken kann.

    Die Diskussion erinnert mich an "vegane Wurst", bei der man meint, einen eingeführten Begriff für andere Ingredienzen verwenden zu müssen, bloß, weil es hipp ist. Wurst bleibt Wurst, Ehe bleibt Ehe, das versteht jeder.

    Zusätzlich wird einfach die "Lebenspartnerschaft" ins Recht eingeführt (gibt's wohl schon), bei dem ein Paar, Triple, Quadrupel,, ..., die Polydiskussion ist ja momentan komplett aussen vor, rechtlich einem "Ehepaar" gleichgestellt wird, wo es für die Gleichberechtigung bei Rechten und Pflichten erforderlich ist.
    Dann kann jeder reden, wovon er will und alle sind gleich. Damit wäre das Gedöns bei weitem nicht so groß gewesen.

    Warum komm' immer nur ich auf solche Lösungen?

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  2. Glaubt man den Gazetten, kommt dieses Thema aktuell insbesondere durch Anschub der SPD hoch. Klug gewählter Zeitpunkt so kurz vor den Wahlen und angesichts der schwächelnden SPD-Umfragewerte...
    Der Mensch selber ist hierbei doch völlig egal, egal, wen er liebt und heiraten will.

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  3. Lustig finde ich, dass das Gesetz, welches die Lebensgemeinschaft zwischen Gleichgeschlechtlichen Partnern umfasst, alle im Wort auf die "herkömmliche" Ehe verweisen. Man sollte die Sache einfach rund machen... Die Verfassung des Landes Hessen - Artikel 21 "Gesetzliche Strafen" erlaubt die Todesstrafe in schweren Fällen. Wenn man es in der Politik, im Allgemeinen, zu einer Abstimmung aus Gewissensgründen kommen lässt dann doch bitte wegen so etwas. Auch wenn dies Ländersache ist, weg mit diesem Artikel!

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  4. Herr MiM, sehr gut ausgedrückt!

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  5. Boah, jetzt habe ich mir diesen blasierten Kretschmer mal angeguckt. Den will bestimmt niemand heiraten, egal, ob er (oder sie) dürfte. Das dürfte wohl sein Hauptproblem sein.

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