Samstag, 20. Mai 2017

Zuhause

Zuhause ist es am Schönsten. Ich musste einfach mal raus. Etwas anderes sehen. Den Kopf frei bekommen. Wenn man immer nur durchgearbeitet hat, dann reicht dafür ein Tag nicht. Man muss Abstand nehmen, damit man wieder zurückkommen kann.

Aufbruch am Sonntag, dem 14.05.2017. Nach der Hunderunde und einem schnellen Frühstück ins Auto. Ich komme gut durch. Beinahe kein LKW auf der Straße. Neben der Fahrt esse ich mein Lunchpaket. Das gibt Energie. Die brauche ich um mich konzentrieren zu können. Lässig den rechten Arm um die Nackenstütze des leeren Beifahrersitzes gelegt und dabei ein Käse-Mettwurst-Beißer in der Hand.

Wenn man in Hessen die Staatsgrenze nach Bayern überquert, sind es noch 361 km bis München. Immer wenn ich die Grenze überquere, breche ich mit meiner Gewohnheit. Ich lasse es krachen. Schalte um von Deutschlandfunk auf B5.

Die Fahrt geht gut voran. 110 km vor München dann. Ich komme auf eine Brücke zu. Kurz vor der Brücke ein Polizeibus. Dahinter ein brennender Wagen. Motorblock und die halbe Fahrgastzelle stehen in Flammen. Die Flammen bestimmt einen Meter hoch. Ich und die anderen Fahrzeuge vor und hinter mir werden langsamer. Weichen auf die dritte Spur aus. Obwohl ich ganz links fahre, vielleicht 15 Meter Abstand zum brennenden Fahrzeug habe, kann ich die Hitze durch die geschlossene Beifahrertür spüren. Zwanzig Minuten später kommt eine Nachricht im Verkehrsfunk. Vollsperrung. Man soll eine Rettungsgasse bilden.

Ich erreiche das Hotel. Etwas ablegen. Aber angenehm günstig. Es ist nichts los. Die Tiefgarage ist leer und selbst vor dem Hotel auf der Straße bekommt Parkplätze.

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Ungewöhnlich viel Platz. Aber mir soll es recht sein. Ich mag es, wenn ich viel Platz habe.

Ich räume meine Sachen aus. Mache es mir gemütlich. Lasse es ruhig angehen.

Gegen frühen Abend suche ich mir ein Plätzchen. Traditionell beginnt jede Streunertour mit einem China All You Can Eat Buffet. Nur das an diesem Sonntag Muttertag ist und die halbe Stadt ihre Familien in Restaurants schleift, habe ich nicht auf dem Schirm. Aber egal. Als allein reisender Herr kommt man immer irgendwo und irgendwie unter.

Das Buffet ist okay, wenn auch schon stark geplündert. Dafür ergötze ich mich beim Essen an dem Querschnitt der Gesellschaft und weiß jetzt, dass man als Mann sehr wohl in weichen und bequemen Jogging Hosen ins Restaurant gehen kann. Auch wenn der Rest des Körpers nicht einmal ansatzweise nach sportlicher Betätigung aussieht.

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Ich bin gute gelaunt. Ich bin zu Hause. Ich war schon so lange nicht mehr hier. Es war dringend mal wieder an der Zeit.

Am Abend schlafe ich wohlig und vollgefressen mit Monika Gruber im Hintergrund aus den Lautsprechern ein.

Kommentare:

  1. Hallo Herr Mim, ist zu Hause, da wo ich zu Hause bin? Nachdenkliche Grüße von Frau A.

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    1. Das wird sich noch rausstellen,ob wir von der gleichen Stadt sprechen, Frau A.

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  2. Trink nächstes mal ein König Ludwig dunkel , is besser.

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  3. Jeder hat sein Zuhause... oder auch zwei... mein erstes ist der Pott - mein zweites liegt im Norden, hat Sand und Wind und wenig Menschen... und ich brauche beide. Ihr Zuhause wäre tatsächlich gar nichts für mich...Wünsche viel Erholung gehabt zu haben.

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