Mittwoch, 31. Mai 2017

Und dann plötzlich...

Das Leben ist gnadenlos. Gnade ist eine von Menschen gemachte Erfindung. Das Leben selbst kennt keinen moralischen Imperativ.

Ich wunderte mich. Der Kollege fehlte am Dienstag. Heute am Mittwoch sollte er wieder da sein. War er auch. Aber erst gegen Mittag. Ich fragte nicht nach. Ist ja in Ordnung. Wenn er es für wichtig halten würde, dann würde er es mir sagen.

Das tat er dann auch. Seine Frau. Die Mutter seines anderthalb Jahre alten Sohnes ist an Brustkrebst erkrankt. Sie ist gerade Mitte 30.

Bäääääm. Eine Aussage die wie eine Granate einschlägt. Da stehe ich. Weiß gar nicht was ich sagen soll. Man sitzt zusammen in einem Büro und auf einmal... bin ich Zuschauer bei einem Kampf um Leben und Tod. Krebs. Der in eine junge Familie eindringt. Krebs ist etwas für alte Menschen. Nichts für eine junge Frau, die erst jetzt gerade eine Familie gegründet hat. Ich kenne seine Frau. Ich habe sie auf der Hochzeit in ihrem Brautkleid gesehen. Letztes Jahr saß sie meinem Garten. Ich habe sie und meinen Kollegen zum Grillen zu Hause gehabt. Ihr Sohn war auch dabei.

Er sagt mir, dass er ab und an fehlen wird. Wenn seine Frau die Chemo bekommt, wird er mehr vom Homeoffice aus machen.  Ich sage, dass wir hier schon alles auffangen werden. Ich biete Hilfe an. Sage, dass er auf Hilfe zählen kann, wenn er sie möchte. Auch außerhalb der Firma. Wenn etwas sein sollte.

So habe ich mir meinen Start nach der Elternzeit nicht vorgestellt.

Kommentare:

  1. nicht schön ... ich bin selbst 33 und hab gerade Gänsehaut ... alles Gute für Ihren Kollegen und seine Frau! Menschen wie Sie, Herr MiM, sind in solchen Situationen Gold wert.

    Alles Liebe
    Frau nima

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    1. Ja, Frau Nima, ich bin gespannt wie es weiter geht. Ich habe gesagt bekommen, dass die Chemo auf zwanzig Wochen angesetzt ist. Ich werde das verfolgen.

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  2. Antworten
    1. Schreiben Sie es aus, Fräulein von Sachsen. Was gesagt werden muss, sollte man ruhigen Gewissens aussprechen.

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  3. Dreckskrebs. Habe hier in unserem Büro dasselbe nun schon dreimal mitgemacht. 2 Kollegen gleichzeitig. Eine meine Arbeitspartnerin. Letztens eine andere Kollegin, frisch geschieden, 2 kleine Kinder. Brustkrebs schon zum zweitenmal. Zieht einem die Schuhe aus und man hilft- was auch sonst?. Das rückt einige Problemchen die man hat ins richhtige Licht. Lehrt Demut.

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    1. Ja, Frau Kira. In der Tat. Es lernt Demut.

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  4. Hallo Herr MiM, es ist alles gesagt.Einfach nur da sein,Hilfe anbieten und Normalität finden ist schwer.Traurige Grüße in die Welt von Frau A.

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    1. Ich glaube, Normalität ist ein viel zu seltener Zustand, Frau A.

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  5. Krebs ist ein verficktes Arschloch....ich erlebe in den letzten Jahren immer häufiger, dass gerade junge Frauen relativ kurz nach der Entbindung an Brustkrebs erkranken (viele nach dem 2. Kind). Warum das so ist kann ich mir nicht erklären, ist aber tatsächlich so. Es ist keine "alte Menschen Krankheit", wie vielleicht viele denken. Der modernene Medizin sei Dank, wird es in den meisten Fällen rechtzeitig erkannt und auch erfolgreich behandelt. Leider nicht immer....ganz furchtbar. Und es nimmt mich sehr mit, wenn ich dann wieder sehe, dass ein junger Mensch es nicht geschafft hat....

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    1. Ja, ich hoffe, dass man es hier rechtzeitig erkannt hat und das es am Ende gut ausgeht.

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  6. Hauptsache gesund, alles andere ist egal. - Man sollte sich diese fast abgedroschene Weisheit immer mal wieder ins Gedächtnis rufen. Alle anderen Probleme sind relativ und irgendwie lösbar.
    Ihre Einstellung gefällt mir, Herr MiM!

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    1. Ja, Frau Holle... in der Tat. In der Regel ist alles andere lösbar.

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  7. Ich hassse ihn. Diesen Krebs. Jede Art davon. Mein Vater- Leukämie. Meine Mutter- Brustkrebs. Es geht ihnen derzeit sehr gut. Aber die Angst sitzt einem im Nacken....und die Frau Ihres Kollegen- so jung und ein kleines Kind, das seine Mama doch gesund braucht. Da fehlen einem die Worte. Die Frau B.

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