Montag, 8. Mai 2017

Elternzeit-Tagebuch (2)

Donnerstag, 04.05.2017

Ich habe seit langen mal wieder geträumt. Etwas vollkommen verrücktes. Ich bin nach China geflogen. Dort kam auch mein Vater hin. Und ich war permanent dabei mit dem bockigen Etwas zu telefonieren. Und lief, in einer vom Grundaufbau, dreieckigen Wohnung hin und her. Irgendwann hörte ich jemand meinen Namen rufen. Da wusste, dass ich träumte. Mein Name drängte meinen Traum an die Seite. Irgendwas war los. Ich wurde wach, stolperte aus dem Bett, über den Hund, der vollkommen irritiert aus seinem Körbchen guckte. Ich riss die Tür auf, taumelte über den Flur in der ersten Etage und öffnete die Tür zum Kinderzimmer. Nichts. Gar nichts. Ich muss auch das nur geträumt haben. Ich schaute auf die Uhr. Es war irgendwas um 4 Uhr morgens.

Ich bringe Altglas und Altpapier weg. Wenn man für 3 Kinder Anschaffungen macht und alles per  Logistiker nach Hause liefern lässt, dann sammelt sich in einem halben Jahr sehr viel Pappe an. Unmengen an Pappe. Damit ist man dann einen Vormittag beschäftigt. Aber man kann sich jetzt in Kellerraum Nummer 4, der so groß wie ein Wohnzimmer ist, wieder bewegen.

Weil ich so fleißig bin, belohne ich mich mit einem Gammel-Nachmittag und ein bisschen Fallout 4 Nuka World.

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Bei dem Blick auf das Konto stelle ich fest, dass das Elterngeld für den Mai bereits überwiesen wurde. Ich schaufele die Kohle gleich als Rücklage zur Seite. Ich finde es daher bemerkenswert, dass ich einer Bürokratie nicht zugetraut habe, so schnell zu sein.
 
Freitag, 05.05.2017 – Cuba Libre Tag

Ich schaue in die Nachrichten. Dienstag noch höre zum ersten Mal seit meiner Jugend wieder eine Folge von den “Die Drei Fragezeichen” und heute Morgen lese ich auf N-TV das Andreas von der Meden, ein Synchronsprecher bei den Drei Fragezeichen gestorben ist. Er hat unter anderem den Chauffeur Morten gesprochen. Ich überlege, ob ich einige Blogs, die ich seit ewigen Zeiten nicht mehr besucht habe, besuchen sollte. Vielleicht klappt es.

Ich mache den Wocheneinkauf und fahre meine präferierten Supermärkte ab. Ich weiß, dass in meiner aktuellen Flasche Bourbon nur noch eine Pfütze auf dem Boden zu finden ist. Ich kaufe eine Flasche Jim Beam Double Oaked.

Zuhause finde ich eine Email vor. Ich stehe mit dem einen CFO in Kopie. Die Tante, mit dem Piss-Pott Haarschnitt aus der kleineren unserer französischen Gesellschaften bekommt es schon wieder nicht gebacken. Es läuft schief. Vielleicht werde ich am Wochenende dazu eine Email schreiben. Mein Kollege sagte einmal, so dumm wie sie sich anstellt, muss sie eine verflucht hübsche Französin sein. Nur so könnte man das ausgleichen. Sie kann es nicht ausgleichen. Ich habe sie im Audit Meeting mit den Wirtschaftsprüfern gesehen. Sie ist nicht die hellste Kerze auf der Torte. Und hübsch ist auch etwas anderes.

Gegen Mittag ruft die Arzthelferin von der Zahnarztpraxis an. Sie möchte freundlich an meinen Termin am Montagmorgen erinnern. Ich mag den Service. Die Praxis ist auf zack. Und man muss nie warten.

15 Uhr. Der Junior vom Big Boss, also der Boss von Kim Jong-un, meldet sich per Whatsapp. Ich rufe zurück. Das Meeting für das Manager Meeting Europa. Man braucht da ein paar Zahlen. Ich starte den Laptop. Klicke mich munter durch die Systeme. Der Knoten löst sich. Alles wird gut. Niemand muss sterben.

Gleichzeit trifft die Dame von der Frühförderung ein. Endlich bekomme ich etwas für meine Steuern. Jede Woche kommt eine Dame vorbei und belustigt die Kinder für eine Stunde. Singen, bespaßen, beschäftigen. Heute ist die Dame da, die sich mit Hunden… gelinde gesagt, etwas schwer tut.
Während ich vor dem Rechner sitze, höre ich mir eine Scheibe von Kraftklub an. Und ich bin positiv überrascht.

Am Abend kommen die Nachbarn zu Besuch. Sie haben gekocht. Und bringen das Essen mit.


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Es gibt ein richtig gutes Lachs-Gurken-Süppchen. Selbstgemachtes Roastbeef mit Rosmarin-Kartoffeln. Und zum Abschluss Maronen-Creme. Die Nachbarin klemmt gegen halb zwölf den angetrunkenen Nachbarn unter den Arm und bringt ihn nach Hause.

Samstag, 06.05.2017

Hunderunde im Wald am Morgen. Und leichtes Schädeldrücken von gestern. Wobei ich nicht viel getrunken habe. Ich werde alt.

Die Wettervorhersage verspricht einen sonnigen Tag. Ich entscheide, dass das perfekt für ein Stück Fleisch auf dem Grill wäre.

Mittags im Garten. Ein Sandwich vom Grill. Dazu ein Bier.

Der Nachmittag zieht an mir vorbei.

Lese wieder ein paar Seiten in dem Buch von Bukowski. Ich komme langsam voran.

Es ist früher Abend. Ich mache den Grill an. Schnelles Grillen. Alles muss immer schnell gehen. Wegen den Kindern. Grillen zwischen den Fütterungszeiten. So viel zur Lebensqualität.

Kurz nach neun liege ich mit einem Gin Tonic im Bett. Ich will noch einen Film schauen. Ich fange an, aber das Ende erlebe ich nicht mehr. Ich schlafe ein.

Sonntag, 07.05.2017

Kurz nach sieben stehe ich auf, dusche und gehe dann mit dem Hund in den Wald. Es ist so wunderbar ruhig.

Den Vormittag verschlafe ich. Ich wollte einen Podcast hören, aber ich schlafe wieder ein.
Nächste Woche um die Zeit bin ich auf der Autobahn. Auf dem Weg nach Hause. Endlich. Kann es kaum erwarten. Einfach raus. Nur weg.

Verspätete Hunderunde im Wald, weil sich alles wieder verzögert.

Der Nachmittag plätschert dahin. Ich döse. Der kleine Hund liegt neben mir am Bett und döst mit.

Der Abend wird unkonstruktiv verschwendet. Ich liege mit einer Tüte Chips und einem XXL Mojito im Bett. Independence Day 2 – Die Wiederkehr ist einfach nur schlecht. Lustlos schalte ich den Fernseher aus und versuche zu schlafen. Morgen in Frühe muss ich zum Zahnarzt.

Fazit nach einer Woche Elternzeit: Ich bin froh, wenn ich wieder ins Büro kann.

Kommentare:

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