Mittwoch, 19. April 2017

Oster Review 2017

Ostern. 2017. Für das Protokoll. Der erste Familienausflug. Es ist festzustellen, mit 3 Kindern kann man Spontanität aus dem Wortschatz streichen. An die Stelle tritt Planung und Flexibilität. Nach einem halben Tag Reisevorbereitungen und einer einstündigen Packorgie wird der Timeslot nach der 2. Fütterung zum Start genutzt. Hund rein, die drei Mädchen verladen und los geht´s.

Der Bus macht seine Arbeit großartig. Tempomat rein. Ich lehne mich entspannt zurück. Nach kurzer Zeit schlafen alle Passagiere. Anderthalb Stunden läuft alles glatt. Zuerst sagt das Navi etwas stockenden Verkehr an. Von jetzt auf gleich kommt der Verkehr zum Erliegen. Es bildet sich eine Rettungsgasse. Zum Glück. 4 Minute später geht es los. Notarzt. Krankenwagen. Wieder ein Krankenwagen. Dann ein Löschzug und Leiterwagen der Feuerwehr. Dem Hund ist nach Gassigehen. Die Kinder werden wach und wollen gefüttert werden. Ich nehme das kleine Fräulein an die Leine und drehe eine kleine Runde auf der Autobahn. An den stehenden Wagen entlang. Die Leute steigen aus ihren Wagen. Zünden sich Zigaretten an. Steigen über die Leitplanken und suchen ein Baum an dem sie sich entleeren können. Ich muss zugeben. So ein Bus bietet ausgiebig Raum und Freiheit, wenn man auf Reisen Kinder versorgen muss. Die getönten Scheiben tun ihr Übriges. Nach einer längeren Pause geht es weiter. Die Wagen setzen sich in Bewegung. Die Vollsperrung ist aufgehoben. An einer Stelle drängen sich die Wagen zusammen. Dort hat die Feuerwehr ein Wohnmobil wieder aufgerichtet. Die Ölflecken werden gelöscht. Trümmerteile zusammengekehrt. Es geht weiter.

Am späten Nachmittag erreiche ich das Haus meines Vaters. Er steht schon in der Tür als ich auf den Parkplatz vor dem Haus fahre. Er trägt ein T-Shirt. Er hat sich das Bild seiner drei Enkelkinder auf ein T-Shirt drucken lassen. Alle sind geschafft. Ich habe keine Lust heute noch zu kochen. Es werden beim lokalen Griechen einige Gerichte bestellt. 

Der nächste Tag beginnt mit einer interessanten Erfahrung. Aus welchen Grund auch immer hat er sich Duschhandtücher aus 100 % Polyester angeschafft. Das Gefühl ist unbeschreiblich. Dieses Handtuch trocknet nicht, es verteilt die Flüssigkeit. Ich seufze. So muss sich ein Latex-Fetisch anfühlen. 

Das Wetter ist nicht gut. Der Ausflug in die Stadt fällt aus. Es windet und regnet. So verbummeln wir den Tag im Haus. Zwischendurch drehe ich ein paar Runden mit dem kleinen Hund. Am Nachmittag baue ich den künstlichen Hintergrund auf. Die Kinder sind noch klein. Und der Opa ist schon älter. Ich will die beiden Generationen dokumentieren. Die Kinder sollen einmal wissen, wie ihr Großvater ausgesehen hat. Wer er war. Ich will die beiden Generation festhalten. Das Fotoshooting verläuft großartig. Die Bilder sind klasse. Ich bearbeite sie minimal nach. Etwas mehr schwarz in den Hintergrund. Perfekt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Mein Küchenkünste hingegen können sich nicht sehen lassen. Ich fahre das Fischgericht komplett an die Wand. Vater seine Pfannenauswahl ist nicht die Beste und meine Fähigkeiten auf etwas wie einem Klappspaten ein Zanderfilet unfallfrei zu braten sind begrenzt. Den Zähler ´Kochen ohne Küchenunfall seit 24.12.2004´ kann ich nun vergessen. Damals hatte ich das Weihnachtsmenü für Schatz und Hase ruiniert. Nach dem Essen schnappe ich mir den Hund. Wir gehen ein große Runde. Raus aus dem Haus bis in die Innenstadt. Und einmal durch sie durch. In einer Kleinstadt kann man das einfach so machen. 

Der nächste Tag ist Rückreisetag. Nach dem Frühstück und wieder nach dem zweiten Füttern geht es zurück auf die Autobahn. Vor dem Verlassen des Hauses mein Blick auf das Festnetztelefon meines Vaters. Dort hängt ein Zettel. Wichtige Telefonnummern. Polizei. Feuerwehr. Notarzt. Daneben, in größerer Schrift. QVC und Home Shopping Europe Kundennummern und PIN Nummern. 

Wir verabschieden uns. Er schaut noch einmal auf die Kinder. Er fängt an zu weinen. Warum? Ich weiß es nicht.

Sonntagabend sind alle wieder zu Hause. Jeder dort wo er hingehört. Ich bin so furchtbar müde und schlafe am Abend schnell ein. Als ich am Montagmorgen kurz nach sieben Uhr morgens von der ersten Runde mit em Hund zurückkomme, schreibt mein Freund mir. Er ist noch mit einem Bekannten unterwegs. Sie haben bis eben Bier getrunken und die Nacht durchgemacht. Sie werden jetzt noch Frühstücken und dann schlafen gehen.

Kommentare:

  1. Sehr schön geschrieben. Es kommt mir vor, als gewöhnten Sie sich langsam an die Situation.

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    1. Gewöhnen... ich mag mich nicht daran gewöhnen, Herr AGCC.

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    1. In der Tat, Fräulein von Sachsen. Wichtig ist, dass man sich in der gleichen Geschwindigkeit anpasst.

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  3. Leben 2.0 - und das endgültig.

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  4. Danke für die Einblicke und die durchzechten Nächte kommen wieder ;)

    Vorher allerdings werden sich noch einiges ändern. Was meinen Sie, wie flexibel sie erst werden (müssen), wenn die Sprachorgane und Füße selbstständig arbeiten. Noch kommt kein "sind wir schoohooooonnnn daaaaaaaa", "wie laaaaaaaaaaaaaangeeee nochhhh", *bitte nochmal Bibi Blocksberg", "nein ich will aber Benjamin Blümchen", nicht zu vergessen "die Kleine hat mir mein Stofftier weggenommen", die Große hat mich getreten", "ich muss Pippi", "ich hab Hunger"....

    Sie werden dann mitten in der Nacht fahren, in der Hoffnung, das die Mädels alle samt tief und fest schlafen, während Sie sie in ihre Sitze schnallen und los fahren...

    Ich wünsche einen sonnigen Tag ;)

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    1. Ja, Frau Goldi, schauen wir mal, was da auf mich zukommen wird.

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    2. Vielleicht auch einfach ein anderer Bus. So einer mit schalldichter Trennscheibe zum Gastraum und Beifahrerkörbchen ;)

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    3. Eine grandiose Idee, Frau Goldi :-)

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