Dienstag, 28. März 2017

Was bis neun Uhr alles geschah...

Ich war wieder der erste im Büro. Wie jeden Morgen.

Kurz nach acht. Rascheln im Rechnungswesen. Der Teamleiter der T-Konten Abteilung. Er kommt zu mir ins Büro.

- "Ich habe Kuchen mitgebracht!", sagt er.

- "Geburtstag gehabt?", frage ich kurz und knapp.

- "Ja", sagt er.

Ich stehe auf. Gehe zwei Schritte in seine Richtung. Er durchquert den halben Raum. Ich schüttele seine Hand.

- "Herzlichen Glückwunsch", sage ich.

Ich bin begeistert. Nach so viel Kommunikation am frühen Morgen, habe ich mein soziales Soll für heute erfüllt. Für meine Verhältnise war das ein Redeschwall.

Eine viertel Stunde später. Einige Kollegen gehen direkt in sein Büro. Sie gratulieren.

- "Warst Du schon bei ihm und hast gratuliert?", fragt mein AfD Kollege.

- "Er kam hier her und dann habe ich gratuliert", erkläre ich.

Kurz darauf kommt das Zahlenfrettchen auf mich zu. Legt mir die Visitenkarte einer Lokalität auf den Tisch. Eine orangene Karte. Sieht hübsch aus. Von einem Currywurst Dealer.

- "Habe ich Dir mitgebracht. Die Currywurst ist da wirklich super", sagt sie und lächelt mich an. Ich bin bedanke mich.

Sie schleppt alles an, von dem sie glaubt, dass es für mich von Interesse sein könnte. Von Fotoausstellungen, über Kataloge zu Kunstausstellungen bis zu Visitenkarten von Currywurst Buden.

Und... sie hat sich ein rotes Kleid gekauft. In der Farbe ihres Nagellacks.

Ich bin immer froh, dass ich die Frau nie angefasst habe. Ich frage mich, was los wäre, hätte ich sie mal angefasst.

Momentan habe ich ein Stück Kuchen und einen Espresso. Und ich versuche inzwischen nicht irre zu werden.

Kommentare:

  1. Ich habe zuerst Tröten Abteilung statt T-Konten Abteilung gedacht und mir gedacht nicht auch das noch, aber T-Konten an sich machen ja keinen Krach.

    Frauen in Klamotten in der Farbe ihres Nagellacks dagegen erfahrungsgemäß manchmal schon. Halten Sie sich wacker!

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    1. Trötenabteilung würde es auch sehr gut treffen, Frau dergl. Ich halte die Stellung... bis zum letztzen Atemzug.

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  2. Guten Appetit.
    Wenigstens scheint es Kollegen zu geben, bei denen zumindest ein Gedankenmoment ans Anfassen verschwendet wurde ;)
    Guten Appetit !

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    1. Ja, aber der Gedanke die Person angefasst zu haben, erzeugt bei mir Schütteln.

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    2. Mir tut sie ja ein bisschen leid. Sie hat offenbar keine Chance, ihr Nougatherz zu erweichen und merkt es nicht. Beziehungsweise merkt sie es ganz genau, aber sie akzeptiert es nicht.
      So bereitet sie sich jeden Tag aufs Neue Kummer.

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    3. Wissen Sie, Frau Annika, ich will einfach nur in Ruhe arbeiten. Mehr nicht. Mehr will ich einfach nicht. Ich habe der Dame auch keinerlei Versprechungen gemacht. Das Problem ist, dass man mit der Dame auch nicht auf einer vernünftigen sachlichen Ebene klären kann.

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  3. Ihre Büro Geschichten machen mich fertig.
    Herzlichen Gruß!

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    1. Meine Büro Geschichten machen Sie fertig? Fragen Sie mich mal, Frau Eva... DAS IST DIE HÖLLE.

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    2. Ich sollte über meine Arbeit auf dem Vorfeld gegenbloggen. Sie glauben gar nicht, was da alles passiert! (Letztens erst wieder.... Gast plante einen Heiratsantrag auf ner XQ nach AYT. Gott was haben wir uns im Ops beömmelt. Wir fanden, dass das pure Erpressung ist...vor 200 Leuten gefangen in 10TS Höhe...!!!)

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    3. Ja, das würde ich mit unterschreiben. Das ist Erpressung und im Grunde genommen auch nicht wirklich witzig, Frau Eva,

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  4. Ihre Bürogeschichten schaffen den schwierigen Spagat zwischen tragisch und traumhaft.

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    1. Mein Leben ist die Hölle, Herr AGCC... DIE HÖLLE.

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