Mittwoch, 1. März 2017

[Dialoge Osmanische Bergziege] - Paris

Osmanische Bergziege. Natürlich. Die Bezeichnung für die anatolische Kollegin mag rassistisch sein. Und wahrscheinlich ist die Arbeitsbezeichnung daher poltisch unkorrekt. Ich darf Ihnen aber versichern, dass mir das ziemlich egal ist. Ich mag Menschen nicht. Egal welcher Nationalität.

- "Ich fliege jetzt nach Paris. Abschlussgespräch mit den Prüfern", sagt die Kollegin.

- "Viel Spaß. Paris ist schön", sage ich. Ich erinnere mich. War damals einmal mit Christine und einmal mit der Süßen da. Hatte der Süßen eine Reise zum Geburtstag geschenkt. Mit Wein, Käse und Brot haben wir auf der Brücke gesessen. Pont Neuf. Eine großartige Aussicht am Abend. Wenn es dunkel ist. Habe Paris gemocht. Besonders der Friedhof hatte es mir angetan.

- "Ich mag ja Père Lachaise", füge ich hinzu.

- "Perla was...?"

- "Den Friedhof. Da liegen sehr viele Persönlichkeiten begraben", kläre ich auf. "Chopin. Rossini. Edith Piaf."

Die Augen hinter der Brille werden groß.

- "Was haben die gemalt?"

Mir rutscht das Lachen aus dem Gesicht. Fühle mich auf den Arm genommen. Das kann doch nicht...

- "Oscar Wilde?", stelle ich den Namen fragend in den Raum.

- "Ich kenne Kim Wilde", lautet die Antwort.

Ich schüttele den Kopf und lasse mich in meinen Stuhl fallen.

Die Kollegin lacht. Beginnt mit der eigenen Dummheit zu kokettieren.

Das was Frauen immer tun.

Kommentare:

  1. Man muss ja auch nicht alles kennen oder wissen. Auch wenn ich z. B. den Spatzen von Paris zur Allgemeinbildung zähle ;)
    Ich weiß nicht wieso, aber Friedhöfe haben etwas.. Magisches fast. Als wir vor 5 Jahren in Wien waren, wollte ich u. a. unbedingt auf den Zentralfriedhof. Konnte keiner verstehen. Genauso wenig konnte ich sie verstehen, die mir den Prater schmackhaft machen wollten.

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    1. Ich gebe Ihnen natürlich Recht, Frau Ziggenheimer, man muss nicht alles wissen oder kennen. Aber wenn man eine miserable Allgemeinbildung hat, dann erlaube ich mir, solche Menschen auf Abstand zu halten, weil ich mit denen nicht meine Zeit verschwenden will.

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  2. Ich habe auch eine schlechte Allgemeinbildung, aber diese Namen kenne sogar ich

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    1. Danke, Fräulein von Sachsen, das beruhigt mich. Das beruhigt mich ganz ungemein.

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    2. Ja, Sie waren nicht zu anspruchsvoll

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  3. Ich habe ein ganze starke Abneigung gegen solche Menschen. Und gegen solche, die mit der eigenen Ignoranz koketieren. Das geht leider oft Hand in Hand. Unerträglich seicht.

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    1. Ich finde es nicht schlimm, wenn man etwas nicht weiß, Frau PSMendes... mir geht nur dieses kokettieren mit der Dummheit so unglaublich auf den Sack. Tschuldigung...

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    2. Nein, schlimm ist es nicht, da haben Sie schon recht. Es nervt mich mehr, als es sollte. Manchmal ist es unnützes Wissen, das man sich da aneignet - Allgemeinwissen, das nicht lebensnotwendig ist. Aber damit koketieren ist tragisch. Man kann vielleicht alles wegkichern, ein gutes Zeichen ist es aber nicht. Frau neigt dazu auch in anderen Bereichen. Sexistisch? Ja, vielleicht.

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    3. Wenn man alles als unnütz betrachtet, was nicht lebensnotwendig ist, wird das Leben sehr trist.

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  4. Und sowas darf womöglich wählen gehen....das macht mir Angst ! ;)

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    1. Frau B, darüber will ich lieber gar nicht nachdenken.

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  5. Ich kenne Oscar Wilde, der findet sich in meinem Bücherregal. Ich kenne Piaf, mir derer Musik verbinde ich eine bestimmte Person, deren Soundtrack zum Kochen das immer gewesen ist (oh, sorglose Tage als Jungmensch...), und Rossini und Chopin kenne ich auch, auch wenn das nicht meine Musik ist.

    Ist es sehr schlimm, dass ich nicht weiß was Kim Wilde genau für Musik macht, sondern nur, dass das eine Sängerin ist? Ist die so berühmt, dass man die kennen muss?

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    1. Kim Wilde... 80´er Jahre Pop Sternchen, die es nicht in die Neuzeit geschafft hat, Frau Dergl. Randerscheinungen der Popgeschichte.

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  6. Vielleicht wird auf diese Art auch manchmal nur eine Verlegenheit überspielt...
    Ein irgendwie lustiger Dialog jedenfalls:)
    Grüße von Frau H.

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    1. Frau H., wenn man etwas nicht weiß, dann fragt man einfach und kokettiert nicht mit Dummheit. Das ist mehr als unsexy -.-

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  7. Antworten
    1. Sie haben recht, Herr Dr. Schwein... man muss sich auch mit den kleinen Sachen zufrieden geben.

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  8. Selbstwert ist wird meist als Gefuehl erlebt, Fremdwert als messbare Groesse. Das sind vollkommen entkoppelte Dinge, und entsprechend verhaelt es sich auch im menschlichen Miteinander.

    Solange nur das Selbstwertgefuehl stimmt, braucht es fuer die Dame keiner weiterer Arbeit am Fremdwert. Warum also Wissensluecken ernst nehmen?

    Verstrahlt und zufrieden. Ein beneidenswerter Zustand, wie ich finde.

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    1. Ja, ich gebe Ihnen recht. Aber, Herr Nugger, grau ist die Theorie. Der Selbstwert stimmt nicht. Weil wäre dieser Vorhanden, dann würde diese Person nicht den halben Tag darauf aus sein, diesen bestätigt zu bekommen. Aber das können Sie nicht wissen, weil sie dazu keine weiteren Information haben.

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  9. Lexikalisches Wissen hat nicht unbedingt etwas mit Intelligenz, respektive dem Fehlen der selbigen zu tun. Dass man in Anatolien möglicherweise einen anderen Zugang zur abendländischen Kultur hat, kann ich auch noch nachvollziehen. Ich finde - ehrlich gesagt - die Leute viel schlimmer, die ihr eigenes Halbwissen für das Weltwissen halten und nich nicht einmal die Kompetenz haben, ihre eigene Inkompetenz zu erkennen.

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    1. Ich habe niemanden seine Intelligenz abgesprochen, mit keinem Wort.

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  10. Doch, sie "kokettiert mit ihrer Dummheit". Dummheit ist nicht der landläufige Begriff für fehlende Bildung, sondern für fehlende Intelligenz.

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    1. Schauen Sie in den Duden, Sie werden sehen, dass für Dummheit mehrere Bedeutungen und Synonyme gibt, als Ihre Reduzierung auf einen Sachverhalt. Ich denke, diese Transferleistung sollten Sie schaffen.

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  11. Natürlich ist es eine krasse Bildungslücke, die sich da auftut.
    Dennoch. Ich finde es besser, mit dem eigenen Ungebildetsein zu kokettieren, als völlig unberechtigt zurück zu pampen und gar nichts eingestehen zu wollen, können.
    Und wohlmöglich noch einen Streit vom Zaun zu brechen, um abzulenken, so dass man selbst plötzlich die Schuld bei sich sucht.
    Dummheit ist für mich persönlich nämlich genau das: nicht zu reflektieren, bzw es nicht zuzulassen. Ignorant seine scheiss Schiene weiter zu fahren.
    Und: WER wird schon gerne bei einer Bildungslücke und dem eigenen Unvermessen ertappt.
    Das grossmütig in einem beruflichen Kontext erwachsen und reflektiert hinzulegen bedarf einer großen Kunst, die auch selten andere Mitmenschen jeglicher Bildungsgraden hinbekommen.
    Wer gibt schon gerne ein Defizit zu?
    Und außerdem, Herr Mim. Vielleicht hat sie sehr gute andere Qualitäten ;)
    Liebe Grüße von Fr. Eva, die alle genannten Personen kennt, aber noch nie in Paris auf dem Friedhof war

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    1. Ja, die Bildungslücke. Genau das ist der Punkt.

      Nun ja, Frau Eva, etwas nicht wissen, ist ja nicht schlimm. Man kann ja fragen oder um Erklärung bitten. Aber bitte nicht kokettieren damit.

      Nein, andere Qualitäten hat sie nicht. Sie ist hier die ungevögelte, die keiner will. Da könnte ich einiges erzählen.

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