Freitag, 6. Januar 2017

Die 3 Siebe des Sokrates und das Überleben in der postfaktischen Welt

Ich erinnere mich ein Seminar. Konstruktive Gespächsführung oder etwas in der Richtung. Ist lange her. Mehr als 10 Jahre.War beruflich bedingt. Jedensfalls befand sich in der Schulungsunterlage auf der letzten Seite ein Blatt. Die 3 Siebe des Sokrates. Als dicke Überschrift. Darunter ein kleiner Text.

Jetzt wo wir in diesem postfaktischen Zeitalter leben, wirkt es aktueller den je.

Zum weisen Sokrates kam einer und sagte: "Höre, Sokrates, das muß ich dir erzählen!"
"Halte ein!" unterbracht ihn der Weise, "hast du das, was du mir sagen willst,
durch die 3 Siebe gesiebt?" - "Drei Siebe?", fragte der andere voller Verwunderung.

"Ja, guter Freund! Laß sehen, ob das, was du mir sagen willst, durch die 3 Siebe hindurchgeht:
Das erste ist die Wahrheit. - Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?"
"Nein, ich hörte es jemanden erzählen und..."

"So, so! Aber sicher hast du es im zweiten Sieb geprüft. - Es ist das Sieb der Güte.
Ist das, was du mir erzählen willst, gut?" - Zögernd sagte der andere: "Nein, im Gegenteil..."

"Hm", unterbrach ihn der Weise, "so laßt uns auch das dritte Sieb noch anwenden. -
Ist es notwendig, daß du mir das erzählst?" - "Notwendig nun gerade nicht ..."

"Also”, sagte lächelnd der Weise, "wenn es weder wahr noch gut noch notwendig ist,
so laß es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit."

Kommentare:

  1. Ich bin der festen Überzeugung, dass nicht alles durch den Filter der Güte muss. Natürlich muss es sachlich sein, aber ich halte ein gewisses Maß an Aggression für gesund.
    Leider kommen damit jedoch die wenigsten Menschen klar. Zudem sie auch den feinen Unterschied zwischen Sach- und Personenebene kennen und sich sofort persönlich angegriffen fühlen.

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    1. Wo zu soll eine Agression gut sein. Fräulein Nelly von Sachsen? Erschließt sich mir nicht. Ich zum Beispiel, breche agressive Gespräche sofort ab.

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  2. Aggression ist ein tief verwurzelter Impuls, der Überleben und Fortpflanzung sichert. Jegliche Form von Aggression ist zwar heute verpönt, aber ich halte das für ungesund.
    Wobei natürlich differenziert werden muss. Es gibt negative und destruktive Aggression, aber auch konstruktive.
    Ein Gespräch mit einer gewissen Spannung und/oder Konfliktpotential muss nicht zwangsläufig schlecht sein.
    In diesem Fall ging es ja darum, dass jede Information durch den Filter der "Güte" muss. Da bin ich einfach anderer Meinung. Es ist wichtig und richtig auch mal völlig "ungütig" etwas zu sagen. Z.B. ich finde das nicht gut, ich möchte das nicht, hör auf etc. pp.
    Ggf. das Wort Aggression nicht gleich mit Schlägerei und Beschimpfung gleichsetzen.

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    1. Ich denke schon, dass ich verstehe was Sie mit Agrression meinen. Also Ihre Nutzung des Begriffs. Agression und Fortpflanzung hat nichts mit einer Agression zu tun. Agression ist eine Charaktereigenschaft basierend auf Emotionen.

      So wie ich Sie wahrnehme, versuchen Sie mir zu erklären, dass Agression verpöhnt ist und sie alleine aus diesem Grund Agression an den Tag legen.

      Wenn Sie agressives Verhalten zeigen müssen, um zu sagen, ich will das nicht oder hör auf, dann handeln sie bereits aus einer schwachen Position heraus.

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  3. Das ist so nicht ganz richtig. Ihre These legt grundsätzlich negative Emotionen als Auslöser zu Grunde.
    In der Psychologie gehen jedoch die Meinungen auseinander.
    Aggression ist nicht immer (meiner persönlichen Meinung nach) der Standpunkt des Schwächeren. Wobei natürlich hier die Form der Aggression besondere Beachtung finden muss.

    Siehe auch:
    "Die negative Bewertung von Aggression, die (nur oder überwiegend) die destruktiven Seiten betont, wird nicht generell geteilt.[7] Innerhalb der Psychotherapie betrachtet die Gestalttherapie Aggression als eine Form der Erregung, die z. B. dazu dient, Hindernisse zu beseitigen, oder Neues aus der Umwelt für den Organismus assimilierbar zu machen. Destruktiv oder zu Gewalt wird die Aggression erst unter bestimmten äußeren oder inneren Bedingungen.[8]"

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    1. Das ist eine akademische Betrachtung der Agression, hinter der Sie Ihren Standpunkt verstecken. Nett kopiert dahin gestellt und wiedergegeben. Didaktisch für mich ohne Wert.

      Wenn Sie eine akademische Diskussion darüber führen möchten, gehen Sie zurück in den Lehrsaal. Dafür stehe ich nicht zur Verfügung.

      Erklären Sie mir doch, interessierten Laien, mittleren Bildungsniveaus Ihre These: "Es ist wichtig und richtig auch mal völlig "ungütig" etwas zu sagen." Das war ja Ihre Aussage.

      Und auch diese Aussage "Aggression ist ein tief verwurzelter Impuls, der Überleben und Fortpflanzung sichert", für mich, würde ich gerne begründet sehen.

      Ich bin offen... ich lerne gerne dazu.

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  4. *lach

    Okay, mit anderen Worten: ich halte es für völligen Schwachfug, wenn ich jede Aussage die ich, egal aus welchem Grund, erst darauf prüfen soll, ob sie "gütig" ist.
    Diese ständig völlig weichgespülte Kommunikation und Einstellung gehört vielleicht auf die Spielplätze auf dem Prenzl.berg nebst den dazugehörigen Prenzl.berg Muttis.
    Für einen normalen Umgang ist das nicht nötig und zu Dalai Lama-mäßig.

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    1. Und nun kommen wir zu dem Punkt, wo wir den Satz, so deute ich es, einfach unterschiedlich warnehmen.

      Ich nehme das Wort "Güte" gar nicht so wahr, wie Sie.

      "Ist das, was du mir erzählen willst, gut?" Gut, habe ich ich für mich wahrgenommen als ´eine positive Nachricht´. Also inhaltlich positiv.

      Nach meinem Verständnis geht es ja gar nicht um Regeln in einer Kommunikation. Der Text sagt ja nur, für meine Ohren, wenn Du nicht weißt, ob es wahr ist, ob es für mich wirklich notwendig ist und ob es für mich nicht einmal positiv ist, dann spare Dir den Dialog.

      Verstehe ich Sie richtig, dass Sie bei ´gütig´ meinen, ob die Nachricht hübsch und verdaulich verpackt ist?

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    2. ja, und gut für mein Gegenüber muss sie auch nicht sein. Bei wahr und notwendig gehe ich konform.

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    3. Okay, aber dann verstehe ich Sie... glaube ich zumindest.

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  5. Deshalb lese ich keine BILD-Zeitung. Zum Beispiel.

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    1. Das ist ein gutes Argument, Frau Ziggenheimer. Und für mich durchaus nachvollziehbar.

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  6. Ohne solche Filter in leicht abgewandelter Form koennte ich keine 10 Minuten meiner Arbeit ueberleben. :)

    Aber ob Solche notwendig, sind haengt auch stark von der Menge an zu verarbeitenden Informationen ab.

    Hmm. These: Menschen denen es an Input mangelt, filtern weniger und sind alleine deswegen oft einer Meinung, die fuer Menschen mit scharfen aktiven Filtern nur schwer nachzuvollziehen ist.

    Beispiel; Haben wir nur zwei Informationen, eine Richtige sowie eine Falsche, und keinen Filter, steht die Chance 50:50 die falsche Information statt der Richtigen zu verinnerlichen. Bei 100 Informationen unter denen nur eine richtige ist, bei Anwendung eines starken Filters, koennen die Chancen sogar besser stehen.

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    1. Ich tue mich etwas schwer Herr Nugger, weil ich denke, dass es den Zustand ohne Filter nicht gibt. Trifft man bewusst eine Entscheidung wird diese von Wissenstand und Erfahrungsschatz geprägt sein.

      Ansonsten wäre es ja nur ein Raten. Und Raten ist ja kein bewusstes Treffen einer Entscheidung. Zumindest nach meinem Verständnis.

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  7. Hatten wir das mit den Sieben hier nicht schon einmal?? Vielleicht irre ich mich auch.
    Um ehrlich zu sein, nichts gegen Sokrates, aber mir gehen diese weisen Männer (sind ja eigentlich nur Männer?), ok Menschen, mit ihrer Weisheit und Güte und allumfassenden Rechthaberei und ihrem erzieherischen und philanthropischen Gesäusel einfach nur auf die Nerven.
    Und ich werde den Teufel tun, meine Worte vorher weichzuspülen oder irgendwie nach Regeln zu scannen. Dazu habe ich weder Zeit noch Lust. Wer nicht mit mir reden will, der soll es halt lassen.
    So, und jetzt brauch ich WE. Ich wünsche Ihnen auch ein schönes, Herr MiM.

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    1. Ja, Frau Holle. Gut gestalkt. Liegt vier Jahre zurück. Ich halte es aber für angemessen, in anbetracht der Zeiten, es einfach mal wieder hoch zu holen.

      Sie müssen zugeben, die Wiederholungsqoute ist hier in diesem Blog recht überschaubar.

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    2. Das war auch nicht als Kritik gemeint, Herr MiM.
      Mein Gedächtnis funktioniert also noch gut, was will man mehr.

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    3. Ich habe es auch nicht als Kritik aufgefasst.

      Ich hoffe Sie haben noch andere Hobbies als meinen Blog auswendig zu lernen ;-)

      Ich wünsche ein grandioses Wochendende.

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  8. Ich stimme Ihnen, Herrn MiM, absolut zu. Dieses Filtern durch die drei Siebe würde so manchem gut zu Gesicht stehen und uns viel Meinungsunrat ersparen.

    Zur Diskussion weiter sei noch angemerkt, dass das Wort Güte zwei Bedeutungen hat. Es kann sich sowohl auf Qualität, als auch auf eine nachsichtige Haltung beziehen. Eventuell lag darin der Disput begründet.

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    1. Nachtrag: Es sollte natürlich "weiter oben" heissen.

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    2. Ich denke mal, das es sicherlich an der unterschiedlichen Auslegen des Begriffes lag. Aber, Herr AGCC, wenn man miteinander redet, dann kann man alles klären.

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  9. OMG
    ...da würden ja manche Leute überhaupt keine Kommunikation mehr führen...

    Ist auch ein wenig viel verlangt, das setzt einiges an Nachdenken voraus.

    :-)

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    1. Ja, manchmal wäre das von Vorteil wenn einige nichts sagen würden, Her ALCiD.

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  10. Vielen Dank für diesen Beitrag.
    Ich bin erstaunt warum der Begriff "Weichspüler" hier verwendet wird. Sie haben wohl die Täter ertappt. :-)
    Also die, die ohne nachzudenken einfach ihre selbst gekochte Suppe über die Gesellschaft schütten.
    Ein Provokateur sind Sie. ;-) Wären Sie eine Frau, so würde ich ihnen eine gewisse Stutenbissigkeit unterstellen.

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    1. Und dabei wollte ich nich einmal provozieren. Das war nicht die Idee dahinter.

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  11. Hallo Herr Mim, durch die 3 Siebe erreiche ich mehr ..privat und beruflich. Ohne Sieb muss aber auch mal sein. Schönes Wochenende von Frau A.

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    1. Und wozu soll es ohne Sieb gut sein, Frau A?

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    2. Manchmal will ich einfach nur..die Sau rauslassen..bringt aber nichts..Nur mir geht's besser.Einen schönen Abend wünscht Frau A.

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  12. Ich lebe jetzt seit 7 Jahren in einem englischsprachigen Ausland und ich muss sagen, dass mir geht diese "wenn-Du-nichts-Nettes-zu-sagen-hast-dann-sag-besser-gar-nichts" Mentalität furchtbar auf den Geist geht. Mir fehlt ein gesundes Streitgespräch und dabei sagt man halt nicht nur "gütige" Sachen.

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    1. Ich meine, nichts gegen Streitgespräche... wenn Sie sinnvoll sind und um die Sache gehen. Ich kenne selbst kaum einen Menschen, mit dem man streiten kann.

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