Montag, 30. Januar 2017

Das kommt davon

Ich sprach mit meinem Vater. Über unsere Familie. Die Familie aus der ich stamme, steht vor allem für "was sollen die Leute denken" . Den Schein wahren. Für Lügengeschichten. Für Geschwister die um die Gunst und das Geld der Eltern buhlten. Für das Probleme unter den Teppich kehren. Neid. Ich denke vor allem für Neid. Neid um Geld, Liebe und Anerkennung.

War nicht mein Ding. Konnte ich nichts mit anfangen. War mit ein Grund warum ich der Familie den Rücken kehrte. Mir ist eine Menge Geld entgangen.

Aber so ist das. Mir ist es gleich. Mein Job reicht um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Wenn es für ein Schnitzel am Wochenende reicht, ist alles okay. Man kann besser leben. Auch schlechter.

Wenn man sein Brot selbst verdient und sich frei davon macht, geliebt werden zu wollen, dann schafft das ungeahnten Bewegungsfreiraum.

Ich fragte meinen Vater. Warum er sich so in das System eingefügt hat. Er kann mir die Frage nicht beantworten. Vielleicht will er auch nicht. Keine Ahnung.

- "In anderen Familien ist auch nicht besser", war die Antwort. "Das kannst Du mir glauben."

Menschen stellen sich nicht ihrer Verantwortung. Sie sagen lieber Sätze wie: "Wo anders ist es auch nicht besser" oder "Schau mal da... da passiert noch viel Schlimmeres".

Relativierung des eigenen Verhaltens durch Veränderung des Bezugssystems.

Ich glaube mein Vater ist ein netter Kerl. Mit Sicherheit ist er das. Aber er ist auch ein Feigling. Ich erinnere mich an vieles. Konflikte aushalten und lösen war nicht seine Stärke. Ausweichen und Aussitzen schon eher. Ich mochte es, wenn jemand für ihn die Entscheidungen traf.

Ich habe eine Menge an guter Ratschläge von meinen Eltern mit auf den Weg bekommen von. Ich bin relativ erfolgreich damit geworden, in dem ich genau das Gegenteil gemacht habe. Gerade weil ich mich nicht an Regeln gehalten habe. Gerade weil ich nie nach Sicherheit strebte.

Witzig... einmal bin ich ehrlich gewesen. Einmal an die Regeln gehalten. Und das hat mir die größten Probleme meines Lebens eingebrockt. Das habe ich davon. Ich ärgere mich jeden Tag.

Wenn ich aufstehe. Wenn ich mich schlafen lege.

Was für ein Irrsinn.

Kommentare:

  1. Es ist gut zu den Fehlern seiner Vergangenheit zu stehen, auch und ganz besonders sich selbst gegenueber. Es nicht zu tun macht verwundbar.

    Aber sich bei jedem Aufstehen und zu Bett gehen aergern? Das klingt nicht gesund. Es uebersteigert die aus den Fehlern gezogene Lehre und macht sie zu einem Mantra.

    Gilt natuerlich nur, wenn es nicht gerade ein physisches Leiden ist, das Ihnen Ihre Fehler in Erinnerung ruft.
    Dann haben sie natuerlich die Erinnerungstrigger-Arschkarte.

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    1. Nein, physisches Leiden steht nicht dahinter.

      Aber was spricht gegen ein Mantra, Herr Nugger?

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  2. Antworten
    1. Nein, Fräulein aus Sachsen,... schlimmer ... Stadtkind mit Verbindung zur lokalen Pseudo-Elite.

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    2. Ui, ich kenne so was vom Dorf. Es darf thematisiert werden wie der Vorgarten des Nachbarn aussieht, aber nicht, dass seine Frau ein blaues Auge hat

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  3. Kann ich bitte die Haken wissen bevor ich unterschreibe? Das kommt mir fast alles sehr bekannt vor, inklusive dem, was Sie Nelly aus Sachsen geantwortet haben, Her MiM.

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