Montag, 12. Dezember 2016

Die Vertreibung aus dem Paradies

In den letzten drei bis vier Jahren war mein Leben recht einfach. Ich mag es einfach. Ich bin selbst sehr einfach strukturiert. Es spielte sich immer zwischen Büro und Haus ab. Morgens aus dem Haus. Mit dem Wagen ins Büro. Abends wieder zurück. Couch vor dem Fernseher mit Sky Cinema HD, im Sommer im Garten, im Winter vor dem Kamin. Zwischendurch eine kurze Zeit im Ausland gearbeitet. Ansonsten die Nachbarn. Von denen man weiß, dass es sie gibt, die man aber nie sieht. Verblieben sind eine Hand voll Freunde und die Nachbarn, die mit der Schwester vom kleinen Fräulein, mit denen man am Abend etwas am Gartenzaun trinkt.

Viel passiert nicht. Das Übliche. Man fährt mal hier hin, man fährt mal dort hin. Man denkt über die Verwendung des zweiten Obergeschoß nach, welches seit dem Erwerb der Immobilie noch immer unberührt leer steht. Gibt ja keinen Grund aktiv zu werden. Zwischendurch besucht man den lokalen Weinhändler und kauft kartonweise Wein ein. Am Wochenende wird gekocht, weil das durchschnittliche Restaurant unter den eigenen Kochkünsten kocht. Man geht mit dem Hund spazieren, man kocht wieder und am Abend mixt man sich dann noch ein paar Cocktails.  Man geht kaum noch raus. Ich war seit Jahren nicht mehr im Kino. Ich hasse es ins Kino zu gehen. Andere Menschen. In Massen. Irgendwelche Idioten, die ihren Weibern den Film erklären müssen und mir damit Kopfschmerzen verursachen.

Und dann das. Man hält ihnen etwas unter die Nase, was wie ein Fieberthermometer aussieht. Es folgt wildes Herumgefuchtel und während Sie gerade in Fallout 4 durch die weiten des Ödlandes ziehen, nimmt das Leben mit der Mitteilung "Siehst Du diesen Strich? Du wirst Vater" eine entscheidende Wendung.

Und auf einmal... sind sie gezwungen, sich wieder mit dem Leben vor der Haustür auseinander zu setzen... und das, das ist im Grunde mit das Schlimmste.

Kommentare:

  1. ...und die nächste 20 bis 30 Jahre werden sie nicht wieder zurückfinden, in ihr Paradies. Ausser durch radikale Massnahmen.

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    1. Sehen wir es so, Frau Kira, dafür 20 bis 30 Jahre Blogmaterial vom Feinsten...

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  2. Hätten Sie doch nur verhütet. Ihnen wäre so vieles erspart geblieben. 😉

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    1. Sie glauben gar nicht, Hr. Dr. Schwein, was ich alles für guten Blogcontent auf mich nehme.

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  3. Die Frage ist doch, ob Adam ueberhaupt fuer das Paradies gemacht war. Zweifellos wird es ihm gefallen haben, aber gefordert hat es ihn nicht.
    Sie bissen in den Apfel. Das mag vielleicht kein rationaler Akt gewesen sein, aber es waren dennoch Sie selbst.

    Ja, diese Elternschaft wird Ihnen Einiges abverlangen, von dem Sie glaubten es nicht mehr hergeben zu muessen. Insbesondere der Zwang zur Sozialisation ist frustrierend. Jedenfalls fuer mich. Ich kann dem auch nichts Positives abgewinnen. Beim besten Willen nicht.
    Aber; Es wird vielleicht nicht mehr besser werden, doch es liegt an Ihnen ob es dennoch gut werden wird.

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    1. Das habe ich bereits auch schon gehört und das wurde mir auch schon gesagt. Und ehrlich, fordernd war das alles nicht mehr zum Schluß.

      Herr Nugger, ich habe meine ersten kleineren Berührungspunkte mit dem realen Leben gehabt... es war verstörend.

      Ja, schauen wir mal, was wir aus der ganzen Geschichte herausziehen könnne.

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  4. Lieber Herr MIM sehen sie es so es wird neue Routinen geben und spätestens in 7 Jahren werden sie gegen eine der kleinen Damen zocken können! Und glauben Sie mir dieses Gefühl wenn sie, Sie da erste mal besiegt und sie haben sie nicht gewinnen lassen, wir nur getop vom Gefühl danach wenn sie dann ausnahmsweise mal wieder gewinnen ;) Als Mutter sag ich Ihnen es ist nur anders, nicht schlechter :)

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    1. Frau Katha, ich lasse mich überraschen, was da auf mich zukommt. Ich werde es sehen. Und dagegen kann ich nichts tun. Aus der Nummer komme ich nämlich nicht mehr raus.

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  5. Herr MiM, SIE haben den Upgrade auf das Game “Life 3.1.1“ geordert.
    Version 0.1.1 war Ihnen ja zu langweilig. Jetzt ist der Kernel hochgefahren und ready to go.
    Kneifen gilt nicht.

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    1. Herr Sironie, ich werde nicht kneifen... aber... ich frage mich, wie gut werde ich den Job machen.

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  6. Herr MiM, ich weine ein wenig, ich seufze mit Ihnen, aber ich gratuliere trotzdem und höchstwahrscheinlich auch deswegen. Sie haben meinen Respekt, meine Bewunderung. Sie schaffen das, wir sind da und lesen tapfer mit. Auch wenn das keine Meisterleistung unsererseits sein wird, Ihrerseits umso mehr. Kommen sie ab und an mit einem gut gefüllten Glas Irgendetwases vorbei und schreiben Sie! Schreiben Sie!
    *händeringend ab*

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    1. Frau PSMendes, ich darf Ihnen sagen, dass ich nicht vor habe das Unterhaltungsprogram einzustellen.

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  7. Ich freue mich schon heute auf die Zeit der Pubertät ;-)
    Warum bauen Sie vorsorglich eigentlich den ungenutzten Teil des Hauses zum schalldichten Sicherheitsbereich, äh ich meine zu einem ruhigen Rückzugsort nur für Sie allein aus?
    Wie gesagt 3 Mädchen -> Pubertät
    Naja, noch ist etwas Zeit.

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  8. Her MiM, ich gratuliere!
    Soso, dann wird also bald ein kleiner Mensch mit Ihren Genen die Welt unsicher (und hoffentlich besser) machen. Endlich mal ein "Projekt", dass zu ca. 50% in Ihren Händen und Ihrer Verantwortung liegt. Ich bin gespannt. Und: Sie werden das großartig machen! :-)

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