Donnerstag, 22. Dezember 2016

Berlin und ein paar Gedanken drum herum II

Kaum verdaut man halbwegs die ersten Eindrücke. Muss man aufstoßen.

Der Tatverdächtige ist laut der Presse auf der Flucht. War vorher auffällig. Stand unter Beachtung. Als ein so genannter Gefährder eingestuft. Man hatte nichts in der Hand. Konnte ihn nicht festsetzen. Dann verlor man seine Spur. Jetzt das.

Jemanden nicht vor einer Tat oder dem Versuch festnehmen zu können, ist ein Prinzip der Rechtsstaatlichkeit. Ich frage mich, ob die Toten von Berlin in der Folge ein Preis dieser Rechtsstaatlichkeit sind. Erklären Sie das den Angehörigen. Wer einen solchen Preis für höhere Werte bezahlt, ist sicher in dem Moment sehr schwer zugänglich für Argumente, das die Freiheit auch immer einen Preis hat.

Die Polemik meines Kollegen mit dem AfD Parteibuch ist gerade schwer zu ertragen. Er freut sich über das Versagen des Systems. Zeigt Schadenfreude über die Ermittlungspannen, die gerade durch den N-TV Liveticker laufen. Wenn ich ihn so höre, scheint er davon auszugehen, dass in einer AfD regierten Welt, dies alles nicht geschehen würde. Diesen Umstand bezweifele ich. Die Menschen wären noch immer die Gleichen. Die gleichen Menschen, an den gleichen Stellen, die immer wieder so handeln würden, wie sie handeln.

Fehler passieren immer wieder. Aber ist eine Konsequenz aus rechtsstaatlichem Handeln ein Fehler?

Ich denke nein. Es ist tragischer Begleitumstand. Ein sehr tragischer.

Vielleicht finden Sie den Tatverdächtigen, vielleicht auch nicht. Die Jagd ist eröffnet. Vielleicht wird er sich vorher auch erschießen. Wer weiß.

Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass man solche Anschläge zu 100 Prozent verhindern kann. Man kann das Risiko bis zu einem gewissen Grad minimieren. Aber mehr auch nicht. Und solche Risiken zu minimieren ohne die Freiheiten des Einzelnen zu beschränken ist eine Kunst. Sie gleicht einer Quadratur des Kreises.

Demnach wäre die AfD der Ausdruck der Suche nach einer Sicherheit, die es nicht gibt. Ich diskutiere auch nicht mehr mit meinem AfD Kollegen. Menschen deren Weltbildern in geschlossen Systemen ruhen, politisch und/oder religiös, kann man nicht überzeugen. Man kann ja nur dafür oder dagegen sein. Im Grunde nichts weiter als ein billiger Taschenspielertrick. Solche Aber wen man nicht überzeugen kann, dem kann man mit dummen Fragen öffentlich verbal die Hose herunter ziehen. Das geht. Das geht sogar wunderbar.

Die Politik und die staatlichen Organe haben in solchen Situationen die Möglichkeit durch Professionalität zu punkten. Damit könnte Sie am Besten gegen den Hohn von Populisten ein Zeichen setzten. Sollte mich freuen, wenn es Ihnen gelänge. Bisher sieht es danach nicht aus.

Kommentare:

  1. Ich habe keine Lust in einer "Minority Report"-Welt zu leben, die sich leider schon seit einiger Zeit, so oder ähnlich, im ua. von privaten(!) Institution, genannt Schufa, geschaffenen Universum abzeichnet...

    Das kann nur ins Auge gehen, da werden Millionen "klassifiziert", zu 99% falsch, um im Nachhinein erkennen zu müssen, dass man a) vorher nichts tun konnte, oder b) absolut auf der falschen Fährte ist...

    Man kann die Meute nicht kontrollieren und auch nicht überwachen ohne die Freiheit ALLER einzuschränken, verhindern kann man es meist auch nur wenn Amateure am Werk sind... leider.

    In Gedenken an ALLE Opfer solcher sinnlosen Aktionen

    Ein friedliches Weihnachtsfest uns Allen

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    1. Nicht wirklich, da auch nicht in Deutschland wohnhaft... aber mit solchen Sachen hat es doch alles angefangen, war ja nur ein Beispiel :)

      Frohes Fest

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  2. Der Populismus betreibt bereits Wahlkampf. Der Dosenbier trinkende Kleingeist applaudiert dazu und verbreitet begeistert Parolen. Ich höre schon Stiefel im Gleichschritt - und DAS macht mir Angst. Ratlose Grüße von Frau Noir

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    1. Ja, Frau Noir und das macht er sehr erfolgreich, weil die, die es bisher in der Hand hatten, es nicht ordentlich gemacht haben und die Leute nicht mitnahmen. Noch haben die eine Chance es besser zu machen.

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  3. Wie bereits bei Ihren ersten Gedanken zu Berlin und drum herum stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Sie finden einmal mehr die treffenden Worte, darauf stoße ich hier vom Meer aus mit Ihnen an. Ich trinke ein Astra und Sie?

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    1. Frau Landgeflüster, lassen Sie es sich gut gehen. Ich werde mit einem Horse Neck mein Glas auf Sie erheben. In diesen Zeiten brauche ich Hochprozentiges.

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  4. Das Problem das ich mit der AfD habe sind ja nicht ihre Anhänger selbst. Mit derlei Menschen konnte man noch nie reden, und sie gab es immer in unserem Land. Zuhauf. Zerstreuten sich in Christlich-konservative, Spinner, Altrechte und Protestler. Das Problem ist das Werkzeug, der Hebel, den sie nun in der Hand haben. Und sie scheuchen die anderen Parteien mit Diesem in der Hand vor sich her. Denn seitdem Allen klar geworden ist, dass diese Leute nicht mehr so einfach aus der Öffentlichkeit verschwinden, egal wie sehr man es sich auch wünscht, greift die Panik um sich. Und Panik war noch nie ein guter Ratgeber.

    Sie haben wohl Recht, wenn sie sagen der Preis für Rechtsstaatlichkeit ist hoch.
    Viel zu hoch für den Einzelnen. Viel zu hoch für Wenige. Deswegen kann er auch nur beglichen werden, wenn wir uns immer wieder als Gemeinschaft begreifen. Wir gegen den Täter. Wir gegen den Terror. Aber eben auch wir gegen jeden Anderen, der unseren Rechtsstaat angreift. Ob er nun im Fuehrerhaus eines geraubten LKW, der Geschäftsstelle der AfD oder in der Bayrischen Staatskanzlei sitzt. Wir müssen empfindlich bleiben, dürfen nicht resignieren, nicht aufgeben und uns nicht im Zynismus ergehen.
    Und glauben Sie mir - gerade Letzteres fällt mir mit den Jahren immer schwerer und schwerer.
    Nein. Nein. Noch nicht. Noch nicht.
    This is not the time to wonder, and this is not the time to cry.

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    1. Wissen Sie her, Nugger, diesen Hebel haben ihnen die Anderen aber selbst in die Hand genommen. Eine Politik, die sich zu sehr an Idealen und Interessen von Gruppen ausrichtet, anstatt an realen Gegebenheiten, wird sich immer wieder weiter von den Menschen entfernen.

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