Dienstag, 20. Dezember 2016

Berlin und ein paar Gedanken drum herum

Was soll ich sagen? Es ist schrecklich. Natürlich. Fürchterlich. Auch das. Aber ist es überraschend? Nein. Nicht wirklich. Es war für mich immer nur die Frage, wann etwas passiert, nicht ob etwas passieren würde.

Mein Kollege mit dem AfD Parteibuch sagt, es wäre alles nicht passiert, wenn man einen Zaun um Deutschland ziehen und die Grenzen schützen würde. Die Merkel ist schuld.

Ich mag seinem Argument nicht folgen. Zäune und Mauern halten die, die Anschläge verüben wollen, nicht auf. Es macht es ihnen etwas schwieriger. Aber mehr auch nicht. Selbst die nord koreanische Grenze ist durchlässig.

Wenn sich herausstellt, dass es hier um eine Person mit einem Flüchtlingsstatus handelt, wird das Wasser auf die Mühlen der Populisten sein. Ich frage mich, wie lange es dauern wird, bis irgendwann die Stimmung im Land einmal kippt? Ich meine nicht diese paar Pegida Spaziergänge und die temporären 15% Prozent AfD Wähler. Sondern ich rede von einem richtigen Kippen. Wenn der gesellschaftliche Konsens fällt Menschen in Sippenhaft zu nehmen und gewaltfrei sich damit auseinander zu setzen. Momentan sind wir von dieser Grenze noch ein Stück entfernt, aber bleibt es so?

Ich habe als Kind noch die Jagd auf die Terroristen der RAF der 2. und 3. Generation bewusst miterlebt. Ich bin aufgewachsen in einem geteilten Deutschland durch das ein Zaun und ein Todesstreifen gezogen wurde. Ich weiß um die Wirkungen aus dem NATO Doppelbeschluss. Ich erinnere mich an die Stationierung der Pershing 2 Raketen. Auch an die ersten Gipfeltreffen zwischen Ost und West auf Island. Ich habe den Fall der Mauer und die Öffnung der Deutsch - Deutschen Grenze miterlebt.

Mit einer solchen Prägung, weiß man um die Besonderheit der relativ friedlichen Zeit zwischen 1990 und 2010. Und man erkennt Geschichte, in dem Augenblick in dem sie passiert. Und vieles, was heute als selbstverständlich angesehen wird, ist nicht selbstverständlich.

Friedliche Zeiten sind eine Ausnahme. Nicht die Regel.

Aber es liegt an uns und wie wir uns einbringen werden, ob wir aus der Ausnahme eine Regel machen können.

Das aber gelingt nicht mit der moralischen Gutmenschenkeule. Auch nicht mit populistischen Geschwätz. Sondern mit einer auf Werten basierenden Realpoltik, die aus dem Machbaren das beste Ergebnis herausholt.

Kommentare:

  1. Jeder von uns jeden Tag prägt diese Gesellschaft, diese Werte und den Umgang miteinander. Zäune und Mauern haben bei Umgang mit einander bisher selten geholfen - Respekt - Werte - offene Arme können mehr für einen besseren Umgang sorgen als Angst. Sehr passende Einschätzung Herr MiM

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    1. Bei den offenen Armen, Herr Bohli, habe ich eine andere Meinung. Aber das ist okay.

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  2. Wenn die Stimmung im Land kippt, wird es, fürchte ich, kein rechter Mob sein, der die Meinungshoheit erhalten wird. Es werden die sein, die jeden Tag ein bisschen mehr Frankreich aus Deutschland machen wollen. Die, die mehr "Sicherheit" statt Freiheit fordern.

    In Frankreich ist gerade das Ermächtigungsgesetz - äh, der Ausnahmezustand - um ein weiteres halbes Jahr verlängert worden. Der Terror, wissen schon. Da werden Rechte doch gern mal außer Kraft gesetzt. Damit die Terroristen nicht gewinnen.

    Davor sollten wir Angst haben. Vor den Allmachtsfantasien durchgeknallter Minister. Nicht vor den Falschen.

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    1. Welche Allmachtsfantasien sollen das sein? Die Frage stelle ich, weil ich das so nicht empfinde. Ich sehe Tendenzen, die in die Meinungs- und Pressefreiheit hineingreifen... aber Allmachtsfanatsien kann ich nicht nachvollziehen.

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    2. Für Allmachtsfantasien braucht man nur in unser Nachbarland Polen schauen (Kaczyński / PiS-Partei).

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    3. Ach, nur Meinungs- und Pressefreiheit entfallen zum Teil, keinesfalls wird Allmacht etabliert. Puh, ich dachte schon...

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    4. Sie haben die Frage nach den Allmachtsfantasien nicht beantwortet. Klingt bei Ihnen so ein bisschen nach heißer Luft.

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    5. Das Wort mag, verzeihen Sie!, übertrieben (und damit populistisch) gewesen sein, womöglich ist meine Aussage damit ein wenig in den Hintergrund getreten. Was ich sagen wollte, ist: Frankreich erinnert mich aktuell an eine Zeit, in der hier eine geheime Staatspolizei (sei's vor oder nach 1945, spielt prinzipiell eine untergeordnete Rolle) Narrenfreiheit beim Umgang mit Einwohnern des Landes hatte, nur dass momentan keine Tötung als gültiges Mittel anerkannt wird. Das kommt einer "Allmacht" der Polizeien durchaus nahe.

      Wenn's mal bloß die Presse wäre.

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    6. Was ich für meinen Teil an der Stelle mit unterschreiben würde, ist dass die Entwicklungen und Tendenzen in eine Richtung gehen, die von meinem Verständnis einer liberalen und freiheitlichen Welt stark abweichen. Und ich empfinde es als sehr bedenklich.

      Ich denke, unsere Blickrichtung dürfte ähnlich sein, wenn die Gewichtung des aktuellen Status etwas unterschiedlich ist. Aber das finde ich gerade gut. Wäre ja schlimm, wenn wir alle gleich wären.

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    7. Herr Toschy, ja, Polen... gutes Beispiel. Gilt aber nicht für Deutschland.

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  3. "mach dir deinen feind zum freund"

    ihr pumpkin with goat cheese and potatoes sieht göttlich aus und macht appetit.

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    1. Und dabei war das eines dieser ´nur mal schnell was machen´ Gerichte, Frau Würfelzucker.

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  4. "Friedliche Zeiten sind eine Ausnahme. Nicht die Regel." - Ganz genau. War schon immer so und wird auch weiter so bleiben. Und ich stimme Ihnen auch zu, dass es nicht die Frage ist, ob etwas passiert, sondern wann. Sehe ich ganz genau so.

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    1. Gut zu wissen, dass ich nicht alleine damit bin, Frau Serendipity.

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