Freitag, 28. Oktober 2016

Einbahnstraßen-Gespräche

Wir haben drei oder vier Jahre nicht mehr miteinander gesprochen. Ich weiß es nicht genau. Ist auch unwichtig. Weil die Person nicht wichtig ist. Aber anscheinend muss meine Telefonnummer wichtig sein. Er hat sie über einen gemeinsamen Bekannten bezogen. Mein Chef, für den ich vor 20 Jahren gearbeitet habe. Wir haben noch immer Kontakt. Die beiden arbeiten noch immer im gleichen Unternehmen.

Dann kam eine SMS. Ob er einmal mit mir sprechen könnte. Wann ich Zeit hätte. Ich gab ihm einen Timeslot gestern Abend. Zwischen halb zehn und zehn. Da passte es.

Er meldete sich pünktlich. Immerhin.

Wie es mir ginge?
                                     Läuft.

Hätte gehört, ich hätte ja jetzt einen Hund.
                                    Ja. Einen kleinen Hund. Habe ich.

Derweil rätselte ich herum, was nun eigentlich der Grund seines Anrufes war.

Ihm ginge es ja super.
                                    Na wunderbar.

Und seine beiden Kinder machen wirklich Freude.
                                   Was will man mehr.

Und das Haus, was für 180.000 EUR, ein wahres Schnäppchen.
                                   Ist doch gut.

Das wäre ja jetzt das Doppelte wert. Mindestens.
                                   Wenn dem so ist… [klar… Wertsteigerungen bei 50 Jahre
                                    alten Immobilien von 100% sind absolut normal... was
                                    träumt der Nachts?]

Er müsse sich ja keine Sorgen machen, wenn das mit dem Job schief gehen würde. Da könnte man das Haus mit Gewinn verkaufen. Und apropos Job, läuft im aktuellen Unternehmen gerade nicht so gut. Aber er muss noch ein Jahr durchhalten. Da wird in diesem einen anderen Unternehmen eine Stelle frei. Die schnappe er sich dann.

                                       Ja. Großartig, wenn man so fest im Sattel sitzt. [genau genommen ist das Unternehmen wo er ist pleite… von ehemals 160 Leuten sind noch 14 da… davon haben 4 gerade die Kündigung bekommen… Abfindungen gibt es keine, mangels Masse... weiß ich, weil ich gerade erst mit meinem alten Chef gesprochen hatte… eine Woche vorher…. und der sagte, dass ihm der Arsch ziemlich auf Grundeis geht]

Dann erzählte er weiter irgendwelche Belanglosigkeiten. Ich hörte mit einem Ohr zu. Hatte nebenbei das Headset auf und machte andere wichtige Dinge. Hund streicheln. Riesenschnauzerbauch küssen. Laptop hochfahren. Evernote Posteingang sortieren.

Ja, wäre ja toll gewesen, mit mir mal wieder zu reden.
                                        Freut mich.

Wir sollten Kontakt halten. Wie wir das wohl machen sollten? Er würde vorschlagen, dass er ggf. einfach mal durchrufen würde. Oder eine Nachricht schreiben würde. Per Whatsapp.
- „Ich sage es Dir ehrlich“, holte ich aus, „Das kannst Du gerne machen. Aber erwarte nichts von mir. Ich arbeite viel. Ich habe sehr viel zu tun und keine Zeit für solche Telefonate.“
- „Nein“, sagte er, „Ist kein Problem. Ich melde mich einfach wieder.“

Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei. Ich frage mich noch immer, was er mir eigentlich mitteilen wollte oder von mir wollte?

Kommentare:

  1. Ungeschickter Versuch zu "netzwerken"?

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  2. what's the point or the porpose of this useless phone call? Waste of time...
    Time you could have spend better sitting in the basket with your big little dog...
    Frank

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    1. Ja, Frank... ich habe ein wenig gehofft, dass da vielleicht doch irgendetwas bei herum kommt.

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  3. Ich seh es wie Kira. Auf der Suche nach Jobs.
    You are more than a number in his little red book :)

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    1. Frau Annika, diesen Typen würde ich als letztes einstellen.

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  4. Sie müssen aber wirklich Zeit haben um sich zu solch einem Telefonat hinreißen zu lassen.

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    1. Ja, Herr Sironie... danke auch. Legen Sie nur den Finger in die Wunde.

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