Montag, 5. September 2016

Kommentare zur Zeitgeschichte – Mecklenburg Vorpommern - Die Schuldfrage


Die CDU hat eine richtige Klatsche bekomme und wirkte nach Verkündigung der Hochrechnung wie ein Schuljunge, den man bei groben Unfug erwischt hat und der es nicht fassen kann, dass er wirklich nun einmal für seinen Blödsinn bestraft wurde. Die SPD feierte sich als Wahlsieger. Nach Lesart der SPD ist man erfolgreich, wenn man bei steigender Wahlbeteiligung weniger Verluste an Stimmen einfährt als es die Regierungsfähigkeit verkraften würde.

Der Sieger, und das muss man einfach sagen, ist die AfD. Aus dem Stand 20,8%. Die sich zusammensetzen aus den ehemaligen Nichtwählern, die man für sich gewinnen konnte und die Wanderbewegungen von den etablierten Parteien, die sich in Richtung AfD bewegt haben. Eine bunte Mischung aus ehemaligen SPD, CDU, Linke und Bündnis 90/ Die Grünen Wählern. Spaßig ist dabei, dass die AfD mehr Stimmen von ehemaligen SPD Wählern bekommen hat, als von ehemaligen NPD Wählern. Schaut man auf die Wählerwanderung zieht das Argument nicht, alle als dumme populistische rechte Gesinnungsgenossen zu verdammen.

Ich habe heute Morgen die Aussage eines Wahlinstituts gesehen, die die Wähler nach der Wahl befragt haben, wenn sie AfD denn gewählt haben, was der Beweggrund dafür gewesen sei. 67% der AfD Wähler haben die AfD nicht wegen der Problemlösungskompetenz gewählt, weil diese so grandios gute Konzepte haben oder wegen der parteipolitischen Themen, sondern einfach nur weil die Leute stinkesauer sind und damit protestiert haben.

Sauer, weil die Leute sich nicht mehr mitgenommen fühlen, weil sie Angst haben, weil sie sich vielleicht von den globalen Themen in dieser Welt einfach gnadenlos überfordert fühlen. Und dabei spielt es keine Rolle ob die Angst der Realität entspricht oder nicht. Menschen sind emotionale Wesen und nicht rational.

Einer der Vorteile der Opposition ist, und damit der AfD, dass man gegen alles sein darf, ohne die Pflicht genommen wird, die Dinge besser zu machen. Das ist der Vorteil der Parteien, die sich aus einem großen Teil aus der Gruppe der Protestwähler zusammensetzen.

So. Da stehen wir jetzt und suchen nach den Schuldigen für das erstarken einer Partei, die einem großen Teil der Menschen nicht gefällt.

Für mich stehen an der Stelle zwei große Gruppierungen fest. Auf der einen Seite alle Parteien, die in den letzten 20 Jahren an der Regierung gewesen sind. Das fängt bei Kohl mit Schwarz-Gelb an, geht über Schröder mit Rot-Grün weiter und endet in Merkels großer Schwarz-Roter Koalition. Der zweite große Gruppierung ist unsere Zivilgesellschaft. Das sind wird.

Nehmen wir die Flüchtlingskrise. Diese begann nicht erst mit dem öffnen der Grenzen und dem Satz wir schaffen das. Sondern das begann bereits mit den Verträgen in Dublin wo man die Sicherung der Außengrenzen der EU den Staaten überlassen hat, die am Wenigstens dafür geeignet sind. Nicht weil sie nicht wollten, sondern weil sie einfach mit der Aufgabe alleine überfordert waren. Was Politiker gerne übersehen, meiner Ansicht nach, dass die Realität einen beim dem Aussitzen der Probleme immer gerne einholt. Ist nie eine Frage des Ob es einen holt, sondern immer nur die Frage des Wann. Politik, die sich nicht an der Realität und der Dynamik der Veränderung orientiert, wird, das ist meine Meinung, immer scheitern.

Die zweite große verantwortliche Gruppe ist unsere Gesellschaft, die meint sich aus einer aktiven Rolle der gesellschaftlichen Beteiligung mit Abgabe einer Stimme bei der Wahl herausnehmen zu können. Die Politik ist nicht alleine dafür verantwortlich, wie eine Gesellschaft aussieht, sondern die Gesellschaft selbst. Eine Gesellschaft, die sich nicht mehr einbringt, die sich faul zurücklehnt und glaubt, andere würden dafür sorgen, dass man am Aufschwang und der Entwicklung teilnimmt und automatisch davon profitiert, überzieht sehr schnell, dass es die hungrigen und leistungsbereiten Gesellschaften sind, die erfolgreich sein werden.

Kommentare:

  1. Hallo Herr MiM, jeder kann wählen gehen jeder soll wählen jeder hat die Wahl.Jeder ist seines Glückes Schmied.Mehr fällt mir dazu nicht ein...da ich mich nicht für Politik interessiere. Eine gute Wahl für das Land..... wünscht Frau A

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    1. Ja, Frau A., letztlich wird diese Wahl tatsächliche Auswirkungen haben.

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  2. Sehr wahre Worte, wie ich finde, lieber Herr MiM.

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    1. Manchmal könnte man doch auch ein wenig auf die Wahrheit verzichten, oder, Frau Fusselhamster?

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  3. Das haben Sie treffend ausgedrückt, Herr MiM. Ich bin gerade eben nach ein paar Tagen von Usedom zurückgekehrt und habe ein wenig von der Wahl mitbekommen.
    Auf der Insel haben die etablierten Parteien eine richtige Klatsche erhalten. Gewinner war dort die AFD mit 35,3%! Nachdem ich erst dachte, ich wäre in einem braunen Nest gelandet, musste ich meine Meinung nach einigen - natürlich nicht repräsentativen - Gesprächen revidieren. Die Leute haben eigentlich nur Angst vor der Zukunft. CDU, SPD und Linke wird keine Besserung der perönlichen Lage zugetraut und Grüne sowie die FDP existieren eigentlich nicht mehr. Also wird Protest gewählt, wobei es wohl kaum jemanden interessiert hat, dass die AFD selbst auch kein ernstzunehmenes Programm besitzt.
    Der überwiegende Tenor lautete, das sich nur etwas änderen müsse. Was, wäre letztendlich egal.
    Ich habe dort eine ziemlich Hilflosigkeit festgestellt, die mich nachdenklich stimmt.
    Ansonsten kann ich Usedom nur empfehlen - insbesondere für Hundehalter!

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    1. Hilflosigkeit..., ein passender Ausdruck. Wissen Sie, Herr Borusse, wenn ich mir unsere Gesellschaft so ansehe, würde ich sagen, dass wir in der Regel verlernt haben, wie wir Dinge anpacken und dass es Energie kostet, sie zu ändern.

      Usedom... notiert.

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