Samstag, 28. Mai 2016

Diese Erlebnisse, die einen für eine Sekunde dazu bringen AfD wählen zu wollen.

Freitag. Auf dem Nachhause-Weg. Zwischendrin einmal kurz auf die Autobahn drauf und gleich 1000 m weiter wieder runter. Im Grunde keine große Sache. Ich blinke, fahre die Autobahnauffahrt auf.

Nach der ersten Kurve, man konnte es nicht vorher sehen, ein Wagen rechts auf dem Standstreifen. Die Warnblinkanlage ist angeschaltet. Ein junger Bengel kommt mir entgegen gelaufen. Knapp zwanzig. Älter nicht. Polo-Shirt mit bunten streifen, Jeans und eine Baseballkappe auf. Osteuropäisches Aussehen. Aus dem Augenwinkel erkenne ich noch ein bulgarisches Autokennzeichen. Ich blinke rechts. Halte an.

Ich bin früher als junger Kerl auch ein, zweimal liegen geblieben. Ich weiß wie scheiße das ist. Damals war ich froh, als jemand anhielt und mir Hilfe anbot. Ich denke, eine Chance etwas zurückzugeben. Schoss mir alles so durch den Kopf, als ich im Rückspiegel ihn zu meinem Wagen rennen sehe. Ich lasse das Fenster auf der Beifahrerseite herunter.

- "Mister... Mister... vielen Dank, dass sie anhalten."

Er reicht mir durch das Fenster die Hand und will sie mir schütteln.

- "Ich bin liegen geblieben. Ich habe kein Benzin mehr. Und kein Geld. Aber ich einen Kanister. An der Tankstelle, 200 m von hier, könnte ich welches holen. Sie können mein Telefon haben." Er hält mir das Telefon ins Auto.  "Geben sie mir doch etwas Geld, dann kann ich Benzin holen. Ich überweise Ihnen das später auch zurück."

Ich schaue ihn an. Seltsam überdreht. Redet sehr schnell. Menschen die in Panik oder Not sind, sind nicht so präzise.

- "Wenn Du willst, hole Deinen Kanister, ich fahre Dich zur Tankstelle, wir holen Sprit und dann bringe ich Dich hier wieder her."

- "Nein, nein, geben sie mir etwas Geld. Ich hole mir das schon selbst."

- "Ich bringe Dich zur Tanke und wieder zurück, kein Problem", sage ich.

Das geht hin und her. Er will nicht. Er mag lieber einfach nur Geld haben.

So langsam macht sich ein schlechter Eindruck breit. Jemand der sich nicht helfen lassen will, obwohl er Hilfe haben könnte. Mitten an einer Autobahnauffahrt. Eine bessere Stelle gibt es gar um Menschen in eine stressige Entscheidungssituation zu bringen. Dieses Mister... Mister scheiß wirkt aufgesetzt.

- "Pass auf", ich werde langsam sauer, "entweder Du steigst ein und wir holen Dir Benzin oder wir lassen das hier."

Meine Laune kippt. Ich merke wie ich sauer werde. Ob man das nun glaubt oder nicht, aber ich bin im Grunde ein sehr hilfsbereiter Mensch, aber wenn ich das Gefühl bekomme, dass man mich verarscht... dann knallt es.

- "Mister... Mister... geben sie mir doch einfach etwas Geld!", ruft er wieder.

Mir reicht es.

- "Tut mir leid. Dann halt nicht. Sorry."

Ich schließe das Beifahrerfenster und fahre an. Hinter mir kommt nichts, ich blinke links, fädele mich ein und fahre weiter.

Als ich zu Hause ankomme, mache ich mir echt Gedanken. Alles richtig gemacht? Alles richtig gemacht! Abzocke. Eine ganz miese und linke Nummer war das. Und im Grunde genommen sehr geschickt gemacht. Wollte der mich abziehen? Ja, der wollte mich abziehen.

Schräg... absolut schräg... immer wenn man glaubt, dass man schon alles gesehen hat.

Kommentare:

  1. Herr MiM, Sie haben in dieser Situation ALLES richtig gemacht!
    Schönes WoE, Ihr Sergej I.

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  2. Antworten
    1. Lieber einmal daneben liegen und 4 mal wenn Hilfe benötigt wird da sein, Herr Dr. Schwein.

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  3. Hallo Herr Mim, ich helfe auch gern und wollte Möbel und Sachen verschenken..mir wurde erzählt ..neue Sachen oder Geld würde mehr helfen..mir auch. Nachdenkliche Grüße von Frau A.

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    1. Mal ehrlich, Frau A, das ist doch richtig schräg.

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  4. Bei den Tank-Abzockern handelt es sich um organisierte Betrüger, die am Ende des Tages vermutlich Geld abliefern müssen. Die waren hier auch schon recht aktiv.
    Beste Grüße aus Bayern!

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    1. Frau Staudawoman, ich erlebe das jetzt zum ersten Mal.

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  5. Also, Sie haben in der Situation tatsächlich alles richtig gemacht. Und das Ganze hatte auch ein gewisses Gefahrenpotenzial.

    Aber die Überschrift gefällt mir überhaupt nicht.

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    1. Herr Blogspargel, tut mir leid, wenn Ihnen die Überschrift nicht gefällt. Aber was meinen Sie, wie viele dann nach einem solchen Erlebnis wirklich AfD wählen?

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  6. :D in der gleichen Situation war ich letztes Jahr. Der Typ hat mir statt eines Handys seinen Goldring angeboten. Ich hab angeboten den ADAC zu rufen - das wollte er nicht, also bin ich weg :D

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    1. Gut,Frau Jezabelbotanica, und ich dachte, diese Masche ist ganz neu. Aber anscheinend ist sie das wohl nicht.

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  7. Ich helfe auch. Sei es beim anschieben oder sonst was.
    Fast alles richtig gemacht. AfD hilft hier leider auch nicht. Bei Abziehverdacht hilft bei mir mittlerweile ein 30cm langes 1zoll PE Rohr. Alternativ eine dreizellge Maglight. Und eine kürzere Toleranz Grenze.

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    1. Ja, Herr Sironie, ich sagte ja auch, es war nur für eine Sekunde der Fall.

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