Montag, 9. Mai 2016

Der Schnudel der Herzen

- "Nein, das kann kein Riesenschnauzer sein", sagte die Frau, die nach der Rasse des kleinen großen Fräuleins fragte. "Ich habe Angst vor Riesenschnauzern. Und hier habe ich keine Angst."

Welch grandiose Art und Weise der Rassenbestimmung.

Eine andere Person fragte ernsthaft, ob da in dem Hund ein ein Pudel mit drin stecken würde, mit dem Hinweis auf dieses besonders lockige Fell. Im ersten Moment bäumt sich dann alles in einem auf, weil man ja den Stammbaum kennt und der ist unzweifelhaft frei von einem Pudel. Aber dennoch, man schaut dann doch noch einmal etwas genauer und argwöhnischer hin.

Nun.. das lockige Fell hat sie von ihrer Mama, sagte die Züchterin. Ich dachte, es wäre von ihrem Papa. Einem lettischen Riesenschnauzer, der für die Rasse ein wirklich großer und imposanter Stellvertreter ist. Der Herr Papa ist ausgebildeter Schutzhund und hat für sein Auftreten, Aussehen und Charakter mehrere Preise eingestrichen. Auch die Frau Mutter. Tadelloser Stammbaum und ebenfalls preisgekrönt.

Und mit den Geschwistern geht es weiter. Das eine Brüderchen hat bereits einen Preis bekommen. Ebenso zwei von den Schwestern. Und das Drama war groß als diese vor kurzem nur den zweiten Platz belegte, nach dem sie auf der vorangegangenen Veranstaltung den ersten Platz gewonnen hatte. Allesamt hübsche Tiere. Schönes Fell. Großartige Statur.

Nun ja, abgesehen davon, dass ich kaum Zeit hätte, auf eine solche Hundeshow zu gehen, denke ich auch nicht, dass das kleine große Fräulein Anwärterin auf einen Preis wäre.

Die Schnauze minimal zu kurz. Das Heck wackelt beim Laufen hin und her. Sie müssten das mal sehen, wenn ich am Abend nach Hause komme und begrüßt werde. Da wackelt nicht nur der Schwanz hin und her, da wackelt der ganze Hund von rechts nach links und wieder zurück. Das Fell nicht glatt, sondern aufgepoppt, wie eine frisch gevögelter rothaariger Lockenkopf am Morgen.

Ein gesunder Appetit und die großartige Fähigkeit, das Futter wie ein Staubsauger in sich aufzunehmen. Im Grunde bräuchte man den Napf nicht mehr reinigen, so sauber ist der geleckt.

Sie macht einfach viel Freude.

Ein freundlicher und liebenswerter Charakter, der sie bei wirklich vielen unglaublich gut angekommen lässt.

Kein Kläffer, der Radau macht, wenn er auf eine andere Hunde trifft. Sie hört wirklich gut auf ihren Namen und die wichtigsten Kommandos.

Sie war sehr schnell stubenrein und im Gegensatz zu ihrem Schwesterchen schläft sie auch nicht mehr in der Box. Und während das Schwesterchen nach dem Aufwachen nach mindest einer Minute draußen sein muss, weil sie sonst in die Bude piselt, brauch das kleine große Fräulein alleine fast eine viertel Stunde am Morgen, bis sie sich bequemt aufzustehen. Warum aufstehen, wenn man über den Fußboden robben kann?

Sie hat schon einen Freund in der Welpenschule. Einen jungen Bordercollie, mit dem sie immer herum tobt. Sie kann alleine zu Hause bleiben, ohne das Wohnzimmer umzudekorieren.

Das kleine große Fräulein 12 Minuten nach dem Aufstehen. Geballte Motivation und Energie.

Sie hat auch eine Vorliebe für böse Jungs. Am Wochenende hat sie mit einem Bullterrier gespielt, der den Weg daher kam. 

Hinter den Garten habe ich bereits einen Haken gemacht. Das kleine große Fräulein und ihre Schwester haben nicht viel davon übrig gelassen. Den Kräutergarten habe ich mittlerweile schon wieder hergerichtet und mit einem Zaun versehen. Zumindest ist so der Kräuterbedarf der Küche nun gedeckt.

Nun, nach knapp 7 Monaten kommt auch die Schleppleine zum Einsatz, weil das kleine große Fräulein, auch wenn es auf dem Bild nicht so aussieht, einen leichten Jagdtrieb entwickelt.

Ansonsten rutschen wir gerade gepflegt in die Pubertät. Das Gehirn feiert Kirmes.

Sie wird sicher nie einen Preis gewinnen. Dafür ist sie der Schnudel der Herzen. Leckerli Millionärin. Meisterin im vorwurfsvollen Gucken. Heimliche Herrscherin über das Sofa. Diplomierte Ohrenschleckerin von Herrchens Lauschlappen und Marathonkuschlerin.

Jeder bekommt den Hund, den er braucht. Ich habe einen, der mich um die Pfote wickelt.

Kommentare:

  1. Herr MiM, Ihre neue Chefin gefällt mir ausnehmend gut, eine echte Sahneschnitte! Es wundert mich nicht, dass sie Sie um die Pfote wickelt. So muss es sein!
    Aber, was soll ich sagen, seit gut 14 Tagen bin auch ich endlich Sklave und Futtergeber einer wunderschönen, äußerst lieben Mischlingsdame - ein Labrador und ein Pointer haben sich gepaart. Ok, vielleicht waren auch noch andere Stecher in der Nacht dabei, wer weiß das schon... :-) Egal, die Kleine hat das Sagen und Herrchen macht, und er macht es sehr gerne. Die Dankbarkeit eines Hundes ist unübertroffen.
    Zudem sorgt sie dafür, dass ich nach schwerer Krankheit wieder auf die Beine komme. Wenn man dem Sensenmann in die Augen gesehen hat, verschieben sich doch die Prioritäten. Asien, Kanaren, Mallorca und Co. braucht man nicht mehr, nur noch die wichtigen Dinge des Lebens. Und so haben die Borussin und ich beschlossen, einen Hund zu adoptieren, was wir beide seit vielen Jahren schon wollten. Nur passte es durch unsere Jobs zeitlich nicht. Aber dank überaus flexibler Telearbeit sind wir nun dazu in der Lage. Ich habe noch nie so viel frische Luft genossen wie jetzt! Und selten so viel Zuneigung bekommen, aber das kennen Sie ja.
    Ein wirkliches Geschenk.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Zuerst, Herr Borusse, von meiner Seite aus, Ihnen alles Gute und natürlich eine ordentliche Portion Gesundheit.

      Freut mich, dass Sie den Schritt zum Hund gewagt haben. Ich selbst war sehr skeptisch, bekomme aber alle Mühe und jeden Aufwand von dem kleinen großen Fräulein vergolten.

      Ja, ich weiß was Sie meinen. So oft ist man vorher nie an die frische Luft gekommen.

      Bleiben Sie mir erhalten und viel Erfolg bei der Erziehung Ihrer Dame.

      Löschen
    2. Danke, danke, es wird schon. Wie heißt es doch so schön - Unkraut vergeht nicht.

      Die Erziehung meiner Dame gestaltet sich jedoch gelegentlich schwieriger als die Erhaltung meiner Gesundheit... Aber auch dort machen wir Fortschritte.

      Löschen
    3. Ja, Herr Borusse... Hundeerziehung ist eine echte Herausforderung. Das lerne ich auch. Zwei Schritte vorwärts. Einen Zurück.

      Löschen
  2. Wer braucht schon Menschen, wenn er einen Hund hat? Denke ich mir stets beim Hardcorekuscheln mit meinen beiden Jungs. Ach, im Grunde reicht es schon, wenn ich die zwei schwarzen Nasen nur sehe. Vermutlich, Herr MiM, geht es Ihnen mit ihrem Fräulein ähnlich. Macht jedenfalls ganz so den Eindruck ;)

    Herzlichst, Frau Krümelmonster

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, Frau Krümelmonster. Was einem der Hund gibt, das kann einem kein Mensch geben. Unmöglich. So viel habe ich schon gelernt.

      Löschen
    2. Wie sagte schon Dr. Sigbert Latzel: Je besser ich die Menschen kenne, um so mehr liebe ich meinen Hund.

      Freut mich, dass es auch mal einen Punkt gibt, in dem wir übereinstimmen, Herr MiM.

      Löschen
    3. Ja, Frau Krümelmonster. An dieser Stelle kommen wir einmal übereinander.

      Löschen
  3. Schön zu sehen, das zumindest ein weibliches Wesen Sie glücklich macht.. ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, das ist wirklich ein schönes Gefühl.

      Löschen
  4. Eine wundervolle Liebeserklärung an die nicht mehr ganz so Kleine mit schwarzen Locken. Wenn Sie sich doch nur ein wenig so der menschlichen Damenwelt öffnen würden...nein, okay...Themawechsel. *grins* Das mit der "es wackelt der ganze Hund"-Begrüßung kenne ich. Niemand freut sich so sehr mich zu sehen, wie meine Hundedame. :-) Die Pubertät haben wir ja ausgelassen, weil die Dame erst mit 1 1/2 Jahren zu uns kam. Dafür pubst das Töchterchen für alle mit! Auch schön, sag ich Ihnen, nur das dauert dann leider etwas länger als beim Hundetier. Ich wünsche Ihnen weiterhin so viel Freude mit dem Mädchen!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, für einen Mann ist die Liebeserklärung recht gut gelungen :-)

      Und nein, soweit muss ich mich dann der menschlichen Damenwelt nicht öffnen. Das ist nicht gut und auch nicht zweckdienlich.

      Ja, ich bin mal gespannt wie lange ich den Spaß an der Pubertät mit der Kleinen haben werde. Nach der Literatur zu gehen, brauchen Riesenschnauzer so 2 1/2 Jahre bis sie erwachsen sind. Also vom Kopf her.

      Löschen
  5. A l l e r l i e b s t, Ihre Liebeserklärung an die Kleine. Hat mich echt gerührt und ich kann das so nachvollziehen. Und ich finde, es gibt keinen besseren Satz als den von Herrn Heinz Rühmann:„Natürlich kann man ohne Hund leben, es lohnt sich nur nicht.“

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es ist auf jeden Fall ein sehr erfüllteres Leben mit Hund, Frau Serendipity.

      Löschen

KOMMENTAR-ABGABE-GEBRAUCHSANWEISUNG DIE VORHER ZU LESEN IST

Verehrter Leser, verehrte Leserin,

plumpes Duzen ist in diesem Blog verpönt. Duzen dürfen Sie mich, wenn Sie mit mir bereits einmal betrunken die Kellertreppe herunter gefallen sind. Wenn Sie mich nicht Siezen wollen, dürfen Sie mich auch mit "Eure Großartigkeit" und/oder "Oh Unglaublicher" ansprechen.

Ihre Kommentare müssen NICHT meine Meinung widerspiegeln und dürfen auch gerne kritisch sein... an der Sache, an meiner Person.

Habe ich das gesagt? Vergessen Sie es. Ich will schöne Kommentare. Sagen Sie mir wie toll ich bin, feiern Sie mich und schmieren Sie mir Honig ums Maul.

Jegliche Kommentare die mir nicht gefallen oder mich nicht als grandiose und tolle Person darstehen lassen, lösche ich sofort.

Für die restlichen Kommentare gibt es keine genauen Regeln. Ich bin da sehr willkürlich und die Veröffentlichung kann stark von meiner persönlichen Tageslaune abhängen. Und die ist meistens ziemlich mies.

Anonyme Kommentare, außer der mir bekannten üblichen Verdächtigen werden nicht veröffentlicht.

Und wenn Sie mir etwas mitteilen wollen, dann schreiben Sie mir eine Email. Die Kommentarfunktion dient nicht als Kanal für konspirative Mitteilungen.

Ach, Sie finden hier keine Email? Das könnte dann daran liegen, dass ich an einem Kontakt mit Ihnen kein Interesse habe.

Auch ist die Kommentarfunktion auch nicht dazu gedacht einer Ihrer wirren Ideen und/ oder Meinungen eine Plattform zu bieten. Dafür empfehle ich das Schreiben eines eigenen Blogs und diesen in einen Webkatalog für Verschwörungstheorien einzutragen.

Weiterhin dient dieser Blog nicht dazu um persönliche Kontakte zu generieren, Freundschaften zu schließen oder Bekanntschatften mit Frauen aufzubauen. Ich mag andere Menschen nicht sonderlich und ich habe keine Zeit und Lust auf zeit- sowie energieraubende Balzrituale. Dieser Blog dient ausschließlich mir selbst zu zeigen, wie toll ich bin und Sie sowie den Rest der Menschheit als unwürdig dastehen zu lassen.

Ich versuche hier keinen Beliebtheitswettbewerb zu gewinnen.

Gleichzeitig stimmen Sie mit der Abgabe Ihres Kommentars, im Fall meiner Übernahme der Weltherrschaft, der Abschaffung des Frauenwahlrechts, der Einführung eines 24 stündigen frei zugänglichen Amateurpornokanals, der öffentlichen Auspeitschung von Mit-150km-auf-der-linken-Spur-Fahrer und der Einführung des Freitags als offiziellen Cuba Libre Tags zu.