Montag, 7. März 2016

Kommentar zur Zeitgeschichte - Die AfD & die Kommunalwahl in Hessen

Man kann von der Wahl in Hessen bzgl. dem AfD Erfolg halten was man will.

Auch wenn dem großen Teil der politisch interessierten Menschen die politische Richtung der AfD nicht gefällt, gehört die Partei zum politischen Spektrum.

Sie mag ja rechts-konservativ neben der CSU/CDU angesiedelt sein. Aber sie wird nicht vom Verfassungsschutz beobachtet. Das Ziel ist nicht die Beseitigung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Vielleicht auch mögen einigen die Thesen oder die Ansichten vorkommen, als kämen sie direkt von einem kleinbürgerlichen Stammtisch.

Aber, wenn der mündige Wähler sich entscheidet, seine Stimme einem rechts-konservativen Stammtisch zu geben, dann ist das in einer Demokratie sein gutes Recht. Denn in dieser Demokratie darf jeder seine Stimme dem geben, dem er sie geben möchte.

Demokratie ist ein Wettbewerb der Ideen zur Gestaltung der Gesellschaft.

Denn diese Herausforderung mit der AfD und ihren 10 bis 13 Prozent der Stimmen gäbe es nicht, wenn es den etablierten Parteien gelungen wäre, den 52 Prozent der Menschen die nicht zur Wahl gegangen sind, erklären zu können, warum sie zur Wahl hätten gehen sollen.

Mir persönlich machen 10 Prozent Stammtisch weniger Angst, als 52 Prozent, das ist mehr als die Hälfte, die einfach keine Lust, kein Interesse haben oder keinen Sinn darin sehen, ihr demokratisches Grundrecht auszuüben.

Anstatt 10 Prozent zu Überzeugen, dass sie auf dem falschen Weg sind, sollte man die 52 Prozent Nichtwähler einfach wieder zurück holen. Dann geht auch Anteil solcher Parteien zurück, weil die Summe der Gesamtwähler steigt. 

Aber es ist natürlich schwieriger 52 Prozent der abgekoppelten Zivilgesellschaft wieder einzufangen, als einfach nur über 10 Prozent verirrter Schafe zu schimpfen. 

Da müsste man ja arbeiten, überzeugen und Politik betreiben, die den normalen Bürger wieder anspricht. Und vielleicht interessanter sein, als das Sonntagsnachmittags-Fernsehprogramm.

Kommentare:

  1. Tolle Reflektion Ihrerseits.

    Politik die den normalen Bürger wieder anspricht.

    Warst du Arbeiterkind wähltest du die SPD. Warst du Unternehmer oder hattest du was zu vererben, ging das Kreuz an die CDU/CSU.
    Klar, die Parteien hatten einmal deutlich mehr Profilschärfe. Aber Parteien sind doch immer nur ein Spiegelbild der Gesellschaft. Als die Diese begann, Ökologie so wichtig zu nehmen wie Oekonomie, kamen die Gruenen. Mit Wende sahen sich die ehemaligen Profiteure der DDR nicht vertreten, und trat die PDS hervor. Die Hartzler bildeten den Grund für die Linke. Jene, die Digital Natives genannt wurden, hofften sich von einer Piratenpartei vertreten zu lassen.

    Das Sinken der Wahlbeteiligung allerdings ist ein konstanter Prozess, der sich interessanter Weise selbst dann deutlich abzeichnet, wenn die politische Brisanz gross ist und die gesellschaftliche Debatte Emotional geführt wird. Finanz- und Flüchtlingskrisen sollten doch eigentlich Motivator genug sein. Ich denke nicht, dass die herrschende Politische Klasse alleinige Verantwortung hierfür trägt.

    Mir scheint, als würde es es Selbstdefinition der Menschen immer unwichtiger, wo sie sich politisch einnordnen. Andere Dinge werden hier immer wichtiger. Politik - nein, noch viel granularer - Wählen ist Wille zur Gestaltung. Doch was man konsumiert ist wichtiger geworden als das was man gestaltet. Es wird nicht damit geprahlt was man geschaffen hat, sondern damit was man besitzt. Wer man ist, statt was man kann.
    Die Frage wie unsere Gesellschaft aussehen sollte, wurde abgelöst von Fitnessstudio-Selfies, die sich mit der Frage beschäftigen wie man selbst aussieht. Workout ist hier wichtiger als wählen.
    Und eigentlich sollte das nicht wundern. Wenn wir schon unseren Kindern ständig Individualität ins Ohr schreien, dann können sie den Ruf nach gesellschaftlicher Teilhabe nicht vernehmen. Es ist hier essenziell Wählen gehen wieder zu dem Bedeutungsschwangeren Akt zu machen, der es zu Ihrer und Meiner Kindheit einmal gewesen ist.
    Nun, genug in Rage geschrieben. Danke aber für den Impuls! :)

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    1. Warum sollte sich denn auch jemand politisch einordnen wollen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das beziehen eines Standpunktes sehr unangenehm sein kann.

      Es ist einfacher Kritik zu üben oder sich ganz abzuwenden.

      Nur ist es mit dem Üben von Kritik nicht getan.

      Freut mich, wenn ich einen Impuls gegeben habe.

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  2. Ein großer Applaus aus Hessen für diesen Beitrag.

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  3. Vielleicht wird nach diesem Ergebnis endlich wieder richtig Politik betrieben anstatt sich auf das Machterhaltungssystem der Vergangenheit zu konzentrieren. Wenn man in die Kreise, Kommunen und Städte schaut findet man auch vermehrt "Freie Wähler" u.a. Die Kümmerer der Regionen. In meiner Gemeinde z.B haben diese über 15% von den etablierten Parteien dazu gewonnen und kommen nun auf >25%. Somit sind die Volkspartei nun neben der eigentlichen Arbeit auch gefordert Politik zu betreiben oder das Schicksal der Bedeutungslosigkeit zu erlangen.

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    1. Auffallend ist, dass die etablierten ja mehr zum Jammern neigen, als dass sie etwas ändern oder wirklich einmal Stellung beziehen, Herr Sironie.

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