Dienstag, 1. September 2015

Zu Hause

Immer wenn ich in zurück in die Stadt komme, in der ich gebohren wurde, weiß ich nach 5 Minuten wieder, warum ich alles eines Tages alles zurück gelassen habe und gegangen bin.

Ich habe es damals, auch nicht später, nicht als meine Heimat annehmen können. Zu Hause habe ich mich dort nie gefühlt. Dies Gefühl hatte ich nur einmal. An einem anderen Ort. In einer anderen Stadt.

Meine Geburtsstadt stirbt.

Eigentlich eine hübsche Stadt. Klein. Beschaulich. Hat kaum etwas abbekommen im Krieg. Die alten Häuser sind erhalten geblieben. Es gibt keine Bausünden, wie man sie in anderen Städten sieht.

Als ich in der Stadt stand, fiel mir auf, dass die Bevölkerung, die Menschen die man in der Stadt sah, alt waren. Ich sah kaum junge Leute. Nur sehr weniger Familien. Nur viele ältere Leute. Die Rentner. Klischee hoch drei. Bunte Socken, Jeans-Shorts, viel zu bunte Socken und Polo Shorts.

Die Stadt bot schon damals nichts. Oder besser gesagt, zu wenig für jüngere Menschen. Die Gastronomie ist in den letzten 25 Jahren noch schlechter geworden. Und auch die gut besuchten Kneipen von damals sind nur noch ein Schatten ihrer selbst.

Keine Stadt, die ich aus eigener Motivation heraus aufsuchen würde. Wenn meine Eltern nicht mehr sein werden, gibt es keinen Grund dieses Ort noch einmal aufzusuchen.

Kommentare:

  1. Hallo Herr MiM, so dachte ich von... unserem Dorf vor einigen Jahren auch... und wollte unbedingt weg ans Meer oder sowas um.. zu leben. Jetzt kichert es nur so von Babys und jungen Leuten und es werden immer mehr...und ich will evtl. auch wieder weg weil mir das zu ... jung ist. Aber... ich bleibe weil es passt und weil es miteinander leben bedeutet.Inzwischen freue ich mich ..hiergeblieben zu sein. Nachdenkliche Grüße von Frau A.

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    1. Ja, Frau A., das klingt sehr gut. Ich stelle nur für mich fest, dass das was ich unter Leben verstehe, sich nicht sonderlich mit dem deckt, was andere darunter verstehen.

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  2. Sie mögen das, Herr MiM, womöglich als Phrase abtun - aber zu Hause ist dort, wo das Herz ist, wo die Seele breit wird vor Zuneigung.
    Und da ist es gleich, ob die Häuser schön oder hässlich sind, die Rentneroutfits Augenmigräne verursachen oder zum Schmunzeln einladen.
    Irgendwie heimatlose Grüße schickt Ihnen Frau Krümelmonster

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    1. Ja, ich gebe Ihnen recht, Frau Krümelmonster. Die Schönheit ist nicht ausschlaggebend. Wobei ich sehr stark unter zu Hause und Heimat unterscheide. Zu Hause bin ich gerade hier. Wo ich gerade verweile. Meine Heimat ist an einem ganz anderen Ort.

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    2. Verzeihen Sie, Herr MiM. Da habe ich mich in der Tat (und zu meinem Entsetzen) falsch ausgedrückt, da ich schließlich selbst "zu Hause" und "Heimat" strikt unterscheide. Danke an dieser Stelle noch mal für den Hinweis ;)

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  3. Ich habe mich nach diesem Post gefragt, welcher der Orte, wo ich schon gelebt habe, wohl meine Heimat ist. Und habe irgendwie keinen Ort gefunden, wo ich bisher so wirklich Heimatgefühle hatte. Vielleicht am ehesten noch auf dem Hof meiner Pflegefamilie aber auch nicht ganz überzeugt. Ich glaube meine Heimat muss ich nach Menschen, die mir wichtig sind definieren und nicht nach Orten.

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    1. Frau Serendipity, ich muss zugeben, dass mich der Ansatz Heimat nach Menschen auszusuchen finde ich sehr interessant. Das bringt mich ein wenig zum Nachdenken.

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  4. Komisch, bei mir ist es genau umgekehrt.
    Nach Abitur hatte ich nur noch den Drang: Weg hier. Es war ein Dorf. Allerdings eingebettet in zwei Großstädte. Es lag eher an der Situation.
    Heute besteht meine Intention darin, in mein Elternhaus zurück. Nur ich. Alleine.
    Und genau das ist nicht so einfach. Aber ich arbeite daran. Wieder liegt es an der Situation.

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    1. Dieses Gefühl vom Wunsch des Zurückkommens, bei mir an meinen Geburtsort, das habe ich nie gehabt. Nie....

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  5. Ich liebe meine Heimatstadt! Ich würde sie -bisher- nie für immer verlassen. Ich liebe es, von weiten Reisen zurück zu kehren, die Dieselmotoren der Rheinschiffe zu hören und ein Alt zu trinken. Als ich aus CCS zurück kam, mit dem Zug aus FRA, stand meine Mutter in der Hbf-Kneipe mit 2 frisch gezapften Alt.
    Zweite Heimat ist außerdem München. Dorthin zu kommen, weckt tiefe heimatliche Gefühle. Von Kindesbeinen an jede Ferien bei Oma und Opa verbracht. Später mit den eigenen Kindern hingefahren. Der Blick aus dem Fenster meiner Großeltern, von dem man die Alpen sehen konnte. Aus der Sbahn am Marienplatz hochkommen.
    Und dennoch : ich kenne kein Heimweh.
    Heimat ist da, wo ich bin. Und du kannst überall leben. So ist es auch mit den Kindern. Sie sind da zu Hause, wo ich bin. Alles andere ist egal. Ob wir auf Sardinien oder Thailand oder sonstwo sind!
    Ein Geschenk der Trennung. ...dass es wichtig ist, wer einem das Gefühl von "zu Hause "gibt, und nicht was.
    Cheers, heute ohne mich da Frühdienst.
    LG Fr Eva

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    1. Frau Eva, ja, kann ich alles verstehen. Aber die Frage ´wer´ mir das Gefühl zu Hause gibt, die habe ich mir noch nie gestellt. Auf diese Frage, wäre in meinem Leben wohl auch falsch gestellt. Die Frage nach dem Wer stellt sich nicht.

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  6. Askitis, Herr Mim! Nicht immer nur die fetten Haxen essen ;)
    Achja, und sie standen vor meinem Geburtshaus, der Flurklinik.
    Sind jetzt chicke EGW drin, die Küchen jeweils in der "Rundecke" vorne.
    Flingern....Unterbilk....Hafen...früher alles teilweise schmuddelige Ecken, wo NIEMAND wohnen wollte. Und heute? - ich lach mich drüber kaputt, wie hip diese Viertel nun sind.
    Hoffe, es hat Ihnen bei uns gefallen!
    LG Fr Eva

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    1. Ja, Frau Eva... ja, natürlich hat mir gefallen. War wirklich schön. Einige neues Erkenntnisse gewonnen und bestehendes Wissen ausgebaut :-)

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