Donnerstag, 11. Juni 2015

Das große Vergessen

Die Entwicklung ist erschütternd. Das sich etwas verändert haben würde, war mir klar. Dass die Veränderung durch die Demenz so massiv und so schnell gehen würde, überrascht mich dann doch.

Ja, sie weiß noch wer ich bin. Sie erkennt mich noch. Sie lächelt mich an wenn ich mit ihr rede. Aber ein wirkliches Gespräch, ein Austausch über irgendetwas, ist nicht mehr möglich. Sie sitzt da und beginnt zu erzählen. Reiht vier bis fünf Worte aneinander. Dann verlaufen sich die Sätze im Nirgendwo. Sie ergeben keinen Sinn mehr. Sie hat vergessen, was sie eigentlich sagen wollte. Sie seufzt. Worüber? Ich weiß es nicht. Die Information kommt nicht mehr bei mir an. Aber es muss sie bewegt haben.

Die Pizza wird serviert. Die sei aber groß, bemerkt sie. Sie schaut auf Messer und Gabel. Dann auf den Teller auf dem die Pizza liegt. Ich schaue ihr zu. Man sieht ihr an, wie sie angestrengt nachdenkt. Sie weiß, dass sie etwas mit der Gabel und dem Messer machen müsste. Aber was? Sie kommt nicht drauf. Mein Vater sagt es ihr. Meine Mutter ist überfordert. Er nimmt ihren Teller und schneidet ein Stück Pizza ab. Mundgerecht. Sie nimmt die Gabel. In groben Zügen scheint sie sich zu erinnern, was man damit zu tun hat. Anstatt das kleine Stück versucht sie die ganze verbleibende Pizza auf einmal mit der Gabel aufzunehmen. Das wirkt im ersten Moment zum Schreien komisch. Wie ein schlechter Witz in einer Comedy-Show im Fernsehen.Das Gefühl weicht innerhalb von Sekunden tiefer Betroffenheit. Es ist bittere Realität. Mein Vater ist angespannt. Er sitzt neben ihr. Erklärt mit einer Engelsgeduld welches Stück Pizza sie aufnehmen muss. Am nächsten Tag, bei gemeinsamen Frühstück, wusste sie nicht einmal mehr, dass die Scheibe Aufschnitt auf das Brötchen gehörte.

Mein Vater kümmert sich rührend. Er liebt sie und muss nun zusehen, wie die Frau, mit der er all die Jahre verbracht hat, vor seinen Augen verfällt. Wie alles, ihr Leben, er selbst zu einem Schatten wird.

 - „Ich weiß nicht, wie lange ich es noch schaffe“, sagt er zu mir und ich sehe, wie sich seine Augen mit Tränen füllen. Es ist ihm peinlich. Er will nicht vor seinem Sohn weinen. Er schluckt den großen Kloß herunter. Ich klopfe ihm auf die Schulter. Sage ihm, dass er nicht allein ist. Ich werde die Probleme nicht lösen können, werde ihn aber unterstützen. Er wird Entscheidungen treffen müssen. Das weiß ich heute schon. Entscheidungen die nicht angenehm, aber notwendig sein werden. Ich bin mir nicht sicher, ob diesen Gedanken schon zu Ende gedacht hat.

Er wäscht sie mittlerweile. Zieht sie morgens an und Abends wieder aus. Die Demenz wird auch zu seinem Gefängnis. Der Handlungsspielraum wird immer kleiner. Er versucht so viel mit ihr zu unternehmen, wie es nur geht. Er fährt am Wochenende mit ihr weg. Unternehmungen. Besucht mit ihr Orte, die ihr immer gut gefallen haben. Die sie gerne hatte. Er hat eine Ahnung von dem was in der Zukunft noch auf ihn zukommen wird und das macht ihm Angst.

 In zwei Monaten will er mich mit ihr besuchen kommen. Es könnte immer das letzte Mal sein, betont er immer wieder.

Ich selbst stehe daneben und schaue nur. Demenz verurteilt das Umfeld zum Zuschauer. Man kann es nicht verhindern. Man kann nichts tun. Es ist ein bisschen so, als würde man zusehen wie die Flamme einer Kerze immer kleiner wird.

Dieses kurze Flackern vor dem Schluss macht mir ein bisschen Angst.

Kommentare:

  1. Hallo Herr MiM, keiner weiß wie die Menschen selbst empfinden, weil sie es nicht mehr mitteilen können. Nur da sein ist sehr viel, glaube ich. Viel Kraft für die Familie wünscht Frau A.

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    1. Danke Frau A. Ja, das ist das Schlimme. Die Information, die nicht mehr nach außen dringt. Fürchterlich.

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  2. I was touched to read that mate....I went through this with my grandmother in Lux in the 80's...respect for your Dad for what he is doing for your Mum...in the end, all you can do is be there to help wherever you can until the time when the little flame on the candle finally goes out....and all that is left is a wisp of smoke....
    Frank
    Frank

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    1. Das Schlimmste, Frank, ist diese elende Hilflosigkeit. In der Regel möchte man etwas tun, von dem man annimmt, dass es die Dinge besser macht. Aber hier kann man nichts machen. Nur danebenstehen. Zusehen. Da sein.

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    2. Exactly........
      Frank

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  3. ...! Muss ich nichts dazu sagen, selbst mitgemacht. Meine Erfahrung: möglichst spät mit möglichst wenig Tabletten beginnen. Und nie mehr im Leben werde ich zustimmen, dass ein Mensch mittels Psychopharmaka zugunsten eines leichteren Arbeitens des Personales bekommt. Der "natürliche" Dämmerschlaf kommt früh genug.

    Herr MiM, ich wünsche Ihnen und Ihrem Vater viel Kraft und Durchhaltevermögen.

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    1. Danke, Herr Silberlöffel. Und ich bin dankbar, auf Ihren Hinweis, den Menschen auf die Finger zu sehen. Ich muss gestehen, dass ich diese Perspektive bei der Medikamentation gar nicht bedacht habe. Vielen Dank.

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  4. Herr MiM, Ihre Gefühle kann ich sehr gut nachvollziehen. Als meine Mutter vor 5 Jahren vom Krebs zerfressen zu Grunde ging, ging es mir ähnlich.
    Bis kurz vor ihrem Tod pflegte mein Vater sie aufopferungsvoll zu Hause. Irgendwann ist jedoch die Zeit gekommen, in der es für einen Laien nicht mehr machbar ist. Der Zurückbleibende geht dabei über kurz oder lang ebenfalls vor die Hunde. Spätestens dann muss eine Entscheidung zum Wohle aller getroffen werden.
    Wir Kinder wissen zwar, dass unsere Eltern im Regelfall vor uns gehen, aber wenn die "Schlussphase" vor der Tür steht, ist es dennoch kaum begreifbar. Besonders schwer zu ertragen finde ich es, den körperlichen Verfall eines nahestehenden Verwandten hautnah zu erleben und das damit verbundene Problem, seine Wünsche und Sorgen zu artikulieren. Das ist brutal und seitdem habe ich eine eindeutige Meinung zur Sterbehilfe.
    Ihnen und Ihrer Familie steht noch eine harte Zeit bevor, die sicherlich nicht gut ausgehen wird. Aber seien Sie versichert, irgendwann geht es wieder aufwärts.
    In diesem Sinne - Kopf hoch!
    PS: Zum Glück wissen wir nicht, wie wir selber eines Tages enden werden....

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    1. Herr Borusse, es ist schräg, wirklich schräg. Und ganz ehrlich, ich habe für mich noch keine konkrete Lösung gefunden, wie ich damit umgehen soll.

      Und natürlich haben Sie recht. Als Laie kommt man da sehr schnell an die Grenzen. Bzgl. meines Vaters muss ich sagen, dass es für ihn eine große Herausforderung sein wird, zu erkennen, wo seine Grenze liegt. Ich glaube aber, er nähert sich dieser. Langsam. Unaufhaltlich.

      Ja, das Üble ist, man weiß wie es endet. Die Frage ist, wie lange.

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    2. Es ist auch, denke ich zumindest, nicht möglich, eine vernünftige Lösung zu finden, wie man damit umgehen soll. Nicht nur, dass jedes Schicksal für sich ein eigenes ist, auch die Betroffenen reagieren je nach ihrem persönlichen Empfinden. Einer kann die Situation relativ gut akzeptieren, ein anderer hat emotional erheblich zu kämpfen.

      Sicherlich wird auch Ihr Vater an seine Grenzen kommen. Aber glauben Sie mir, die Alten sind nach den vielen Ehejahren verdammt zäh! Auch, wenn der eine über den anderen vielleicht mal schimpft - wenn es jedoch ankommt, sind sie füreinander da! Das dürfte in sehr vielen Ehen heutzutage nicht mehr der Fall sein. Diesbezüglich ziehe ich mehr denn je den Hut vor meinem Vater.

      Das Problem ist eigentlich gar nicht mal so sehr der Tod, dem müssen wir alle mal ins Auge sehen. Das Problem ist dabei unsere Hilflosigkeit und relative Unerfahrenheit in dieser "Sache" bei Menschen, die wir lieben. Man möchte etwas tun, weiß aber nicht was. Und das ist ein verdammt beschissenes Gefühl.

      Was ich Ihnen empfehlen möchte: Vergessen Sie alles, was jemals an Meinungsverschiedenheiten in Ihrer Familie vorgefallen ist. Der ganze Ärger zählt nicht mehr. Freuen Sie sich, wenn Ihre Eltern Sie besuchen kommen und verwöhnen Sie sie nach Strich und Faden. Es mag mir zwar an medizinischen Kenntnissen mangeln, aber ich habe es erlebt, dass Demenzkranke selbst im fortgeschrittenen Stadium positive Dinge auch positiv aufnehmen. Jedenfalls habe ich es so aufgefasst.

      Früher haben unsere Eltern auf uns aufgepasst, heute sind wir dran.

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    3. Sie sprechen etwas an, was mir auch aufgefallen ist. Wenn man der betreffenden Person Sicherheit gibt, ist sie wirklich entspannt und beruhigt.

      Meine Mutter kannte das Restaurant nicht und ich ehrlich gesagt auch nicht. Sie sagte immer wieder, dass sie es nicht kennen würde. Fragte mich, ob ich schon einmal hier gewesen wäre. Sie sagte dann immer, das ich das wohl gewesen wäre. Damit war für sie alles in Ordnund und sie war entspannt.

      Mein Vater unterstellte mir, dass ich flunkern würde. Ja, dachte ich mir. Du hast recht. Ist nicht okay. Aber ich muss die Entscheidung treffen, in welchen Zustand ich die Person mit gegenüber haben will. Und so lange meine Mutter das Gefühl von Sicherheit hat, ist alles in Ordnung.

      Das mit dem Kümmern ist auf eine sehr weite Entfernung sehr schwer. Und zäh... nun ja, das ist mein Vater nur bedingt. Meine Mutter war eher die treibende Kraft. Und das ist, was mir ein bisschen Sorge bereitet. Aber da muss er durch. Er hat keine andere Wahl.

      Ja, Sie haben recht. Mit meinem Ärger habe ich meinen Frieden gemacht. Das habe ich für mich abgehakt. Ich genieße die wenigen Mal, wo ich sie noch sehen kann.

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    4. Ihre letzten Sätze gefallen mir, und Ihren Eltern sicherlich auch. Irgendwann muss mit dem Familienstress auch mal Schluss sein. Genießen Sie die Zeit, die Sie noch haben. Da ist auch die eine oder andere kleine Flunkerei erlaubt... :-)

      Auch ich wohne etwas weiter weg von meinem Vater, aber Telefonate und hin und wieder ein Besuch bewirken doch einiges. Er merkt, dass er nicht alleine ist und das gibt ihm viel.

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    5. Das mit dem Telefonieren habe ich noch nicht so drauf, Herr Borusse. Da habe ich noch Entwicklungspotential.

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  5. Vielleicht ist die Idee doof - aber wenn sie das mit dem Telefonieren, nicht so drauf haben - wie wäre es mit altmodischen Briefen?

    Handgeschrieben - einfach ein bisschen aus dem Leben erzählen darin?

    Diese Briefe kann der Herr Papa der Frau Mama vorlesen - beide merken, dass sie da sind - es ist etwas Greifbares im wahrsten Sinne des Wortes.

    Ich wünsche Kraft - auch die Kraft, sich auf die Gedankenwelt ihrer Mutter einzulassen, wenn alles in Ihnen, den Widersinn erkennt.

    LG
    Mechthilda

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    1. Ja, ich gebe zu, Frau Mechthilda, ist sicherlich eine Option, aber das Herausforderung liegt weniger in der Wahl der Mediums, sondern viel mehr darin, dass ich nicht so recht weiß, was ich mitteilen möchte.

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    2. Briefeschreiben hat den Vorteil, dass Pausen nicht zu peinlichen Gesprächspausen werden können.

      Ein Brief liegt - bis man die Feder wieder in die Hand nimmt.
      Und Inhalt? Alltägliches - ich bin sicher, ihre Eltern haben genauso Freude wie wir Blogleser, kleine Einblicke in ihr Leben zu erhalten.

      LG
      Mechthilda

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    3. Ich persönlich empfinde Pausen nicht sonderlich als peinlich.

      Auch habe ich nicht Bedürfnis etwas mitzuteilen. Ich denke mal, dass das ist einer der Knackpunkte, Fraz Mechthilda.

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  6. Bisher habe ich keinerlei vergleichbare eigene Erfahrung machen muessen. Von daher sehe ich von Ratschlaegen ab.

    Aber eine Frage haette ich;
    "Dieses kurze Flackern vor dem Schluss macht mir ein bisschen Angst."

    Von welcher Angst sprechen sie? Eine um ihre Eltern oder eine vor den Umstaenden ihres eigenen Endes? Beides erscheint mir naheliegend.

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    1. Herr Nugger, ich glaube nicht , dass ich Ihre Frage zufriedenstellend, selbst für mich, beantworten kann.

      Um mein eigenes Ende mache ich mir wenig Sorgen. Ich habe kurz darüber nachgedacht, aber nein, davor habe ich zum aktuellen Zeitpunkt keine Angst.

      Worum ich mich Sorge ist, dass ich nicht genau weiß, was in diesem Moment auf mich zukommen wird, weil ich so etwas zum ersten Mal erlebe. Und ich weiß, dass ich daran wachsen werde. Und in der Regel sind es immer die schwierigen Dinge, an denen man wächst.

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  7. Also, ich bin diesen Weg gerade mit meinem Vater zu Ende gegangen und ich kann dem bisher geschriebenen nur voll zustimmen.

    Es gibt die emotionale Ebene, auf der man für sich einen Weg finden muss, die Krankheit einzuordnen und einen Weg, mit dem Demenzkranken umzugehen. Die grundlegenden Wohlgefühle, wie Geborgenheit, Berührung und Zustimmung nimmt der Demenzkranke bis zum Ende wahr. Wenn Sie zustimmen, dass Sie das Restaurant bereits kennen, um so die Situation zu moderieren, ist in diesem Moment Flunkern das Mittel zum Zweck, damit sich alle wohlfühlen und ist allemal erlaubt. Diese Moderation, also das moderat machen, ist ein Lernprozess für die Beteiligten.

    Und auf der rationalen Ebene müssen die Entscheidungen getroffen werden. Erlauben Sie mir aus meiner persönlichen Erfahrung die Anmerkung, dass es wichtig ist, diese Entscheidungen rechtzeitig zu treffen. Wichtig war für mich, unsere Grenzen zu erkennen, wann es Hilfe von außen bedurfte, damit es für alle Beteiligten sinnvoll weitergeht. Wichtig ist, sich die Kräfte einzuteilen, weil man bis zum Schluss den Willen des Demenzkranken artikulieren und für ihn mitentscheiden muss.

    Das Neue, Unbekannte kann Angst machen. Mir hat geholfen, neben der Zuschauerrolle an den Entwicklungs- und Pflegeschritten, wenn auch passiv, teilzunehmen, um so zu wissen, wie es momentan steht und den Weg Schritt für Schritt zu begleiten.

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    1. Herr Blogspargel, ich bin froh, dass Sie mir zustimmen, dass dieses Flunkern in einem kontrollierten und dosierten Maße okay ist. Ich hatte anfangs diesbezüglich meine Zweifel.

      Rechtzeitigkeit... das sprechen Sie etwas an. Ich mache mir meine Gedanken, dass mein Vater nicht in der Lage sein wird, diese Entscheidungen zu treffen.

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  8. Ich bin ja der Meinung, dass Demenz eine der grausamsten Krankheiten überhaupt ist...für den Betroffenen und auch für das Umfeld. Bei Ihrem Artikel hatte ich Gänsehaut, weil er gleichzeitig nüchtern, real und doch voller Gefühle ist.

    Für Ihren Vater habe ich großes Mitgefühl, denn den Menschen zerfallen zu sehen, mit dem man soviele Jahre geliebt und gelebt hat und zwar helfen aber nicht heilen zu können - das muss furchtbar grausam sein. Dieses schrittweise verschwinden von Tag zu Tag...ich wüsste nicht, wie ich nur ansatzweise damit umgehen sollte.

    Ich wünsche Ihnen und Ihrem Vater viel Kraft und vielleicht auch die Möglichkeit sich gegenseitig zu stützen - das wünsche ich Ihnen beiden wirklich von ganzem Herzen!

    Alles Liebe
    Frau nima

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    1. Danke Frau Nima, ich muss es zugeben, es berührt auch. Auch wenn ich es wirklich ungern zugeben möchte.

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  9. Bewegend. Furchtbar. Hilflos. Traurig. Herzberührend. - Viel Kraft für die kommende Zeit und auch wenn der Satz nun unangebracht scheint: Ich finde es schön, trotz der schlimmen Situation, dass Sie irgendwie einen Weg gefunden haben.

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    1. Ja, Frau Serendipity, im Wege finden bin ich gut. Irgendwas muss ich ja auch können. Das wird noch eine lange und beschwerliche Reise werden.

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  10. Mit der Medikation - da kann ich nur zustimmen. Man sollte da wirklich drauf achten, vielfach dient es wirklich nur dem einfacheren Arbeiten. Demenz ist aufwändig - sowohl Zeit als auch Kraft werden gebraucht.

    Ihr Vater wird unweigerlich an seine Grenzen kommen. Wichtig ist, dass er das weiß und akzeptiert. Und dass er sich - wie auch immer - zwischendrin Ruhepausen gönnt. Sonst ist er ihr keine Hilfe mehr.

    Und wie immer wirkt Ruhe und Sicherheit natürlich auch auf andere. Bei Dementen muß man quasi zwischen den Zeilen lesen bzw. hören, denn sie können sich nicht mehr so artikulieren wie sie es gern würden. Da braucht es enormes Fingerspitzengefühl, um am Ende noch die Wünsche oder Probleme zu erahnen.

    Ich wünsche Ihnen und ihrem Vater die notwendige Kraft.

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    1. Das wer seine Grenze erkennt und akzeptiert, daran habe ich ich noch so ein wenig meine Zweifel, Herr Ednong. Das ist nicht gerade eine seiner Stärken.

      Danke für Ihre Wünsche, Herr Ednong. Ich werde brauchen. Das Schlimmste kommt erst noch.

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  11. Ich möchte weder in Ihrer und noch weniger in der Haut Ihres Vaters stecken.
    Um Ihrem Vater die kommende Zeit zu erleichtern werden Sie Entscheidungen treffen müssen und auch bestimmt auch Hilfe annehmen (müssen). Es ist nicht leicht sich einzugestehen das man es alleine nicht schafft. der nächste aber notwendige Schritt ist bedeutend schwerer, aber je früher man sich damit auseinander setzt desto früher sparen Sie und Ihr Vater die Kraft die Sie Beide am unweigerlichen Ende dieses Lebensabschnittes noch benötigen werden.
    Wünsche gehen an dieser Stelle nicht, denn das was ist und noch kommt wünsche ich niemandem.




    --- Persönliche Anmerkung, gerne auch cut off für den Blog, ---
    Je nach Wohnsituation Ihrer Eltern ist vielleicht die 24h häusliche Pflege Ihrer Mutter zur Unterstützung Ihres Vaters eine Variante. Permanente Unterstützung, trotzdem wohnen in gewohnter Umgebung. Thema Geborgenheit und Selbstsicherheit. Ich persönlich habe nur indirekte Erfahrung hiermit, jedoch schon mehrfach diese Art der Pflege in meinem Umfeld kennen gelernt. Für mich wäre dies die bevorzugte Variante. Es wird eine Vertrauensbasis zur Pflegekraft aufgebaut, bis auf wenige Wochen im Jahr eigentlich keine Wechsel. Sie bzw. ihr Vater hat im Focus wie gepflegt wird. Leider muss man dies in der heutigen Zeit.

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    1. Herr Sironie, ja, ich habe auch schon die Karte mit der Pflegestufe gezogen. Das Problem ist, den Herrn Senior dahin zu bekommen, dass er das unvermeidliche akzeptiert und sich dem stellt. Auch wenn es nicht schön ist. Momentan fährt der alte Herr ein wenig die Vogelstrauss-Variante und versucht den Kopf in den Sand zu stecken.

      Da ich aufgrund der Entfernung sehr stark im Handeln eingeschränkt bin, versuche ich von der Ferne korrigierend einzugreifen und umzulenken.

      Er wird Hilfe brauchen. Und das wird er annehmen müssen. Da sehe ich momentan die größte Herausforderung.

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  12. Gehen Sie auf ihre Mutter ein, geben Sie Ihr das Gefühl da zu sein.
    Ebenso ihrem Vater...
    Was auf sie zukommen wird, erlebe ich seit knapp 23 Jahren tgl und es wird hart für alle Beteiligten.
    Ich wünsche ihnen von Herzen sehr viel Kraft, Stärke, Durchhaltevermögen und Ruhe.


    LG MrsKratzbürste

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    1. Beides, Frau Kratzbürste, ist aufgrund der Entfernungen kaum machbar bzw. nur in einem stark eingeschränktem Rahmen möglich.

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Weiterhin dient dieser Blog nicht dazu um persönliche Kontakte zu generieren, Freundschaften zu schließen oder Bekanntschatften mit Frauen aufzubauen. Ich mag andere Menschen nicht sonderlich und ich habe keine Zeit und Lust auf zeit- sowie energieraubende Balzrituale. Dieser Blog dient ausschließlich mir selbst zu zeigen, wie toll ich bin und Sie sowie den Rest der Menschheit als unwürdig dastehen zu lassen.

Ich versuche hier keinen Beliebtheitswettbewerb zu gewinnen.

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