Sonntag, 17. Mai 2015

Gault & Millau, die 15 Punkte und von der Kunst Burger zu braten

Vergangenen Freitagabend. Irgendwann gegen halb sieben das Büro fluchtartig verlassen. Warum? Weil ich zum Essen verabredet war. Burger. Im Grunde genommen eine sehr gute Art sich auf das Wochenende einzustimmen. Bier und Burger. Ehrlich, können Sie sich etwas besseres vorstellen?

Ein Laden von dem ich gehört hatte und den ich schon immer einmal ausprobieren wollte, schickte sich an, seinem Publikum Burger anzubieten. Was im Grunde genommen, eigentlich keine große Sache wäre, wenn dieser Laden nicht damit werben würde, dass er bei Gault & Millau 15 von 20 Punkten bekommen hätte. Was für ein Restaurant schon mal nicht nicht schlecht ist.

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Also nichts wie hin. Rein in den Laden, sich an einem Tisch breit machen, das Angebot ablehnend, ob man das Dinner mit einem Champagner als Aperitif, die Dame pries zwei verschiedene Sorten an, beginnen möchte. Ich machte eindringlich darauf aufmerksam, dass das einzige Getränk für diesen Moment ein Alt-Bier mit einem Bügelverschluss sein kann.

Nun gut, ich weiß nicht was ich erwartet hatte, aber irgendwie deckte sich meine Erwartungshaltung nicht ganz mit dem, was ich serviert bekam. Das US Prime Beef war wirklich großartig. Das Burger Bun war wirklich phantastisch. Die Käsecreme als Unterbau für das Fleisch war sehr gut und auch das Tomaten-Chutney als Topping… sehr sehr gut. Der Bacon auf dem Burger war eine Meisterleistung filigraner Speckbratkunst.

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Die hausgemachten Fries waren wirklich ein Traum und die Dips dazu waren auch gut. Aber irgendwie hatte mein Kopf, nach einer Woche UK, einem Höllentag im Büro, jeder Menge Stress und einem Gefühl im Magen, das ein Neandertaler nach 4 Wochen ohne Mammut-Steak gehabt haben muss, ein anderes Bild vor Augen. Und ja, dafür kann der Koch auch nichts.

Als die Rechnung für die Burger und Getränke kam, und ich sage ihnen, eine Gault & Millau Burgerbraterei nimmt ordentliche Preise für Frikadellen-Semmelchen, stellte die Dame die übliche Frage, ob denn alles recht gewesen wäre?

- “Nun”, sagte ich, “soweit, so gut. Ich persönlich, wenn ich mir etwas wünschen darf, würde es gut finden, wenn ich für meinen Burger die Garstufe wählen könnte.”

Die Dame schaute mich an, als hätte ich ihr vor die Füße gespuckt.

- “Das ist sehr schwer…”, sagte sie und irgendwie hatte ich den Eindruck, als würd dieser Satz unvollendet in die Geschichte eingehen.

In meinem Gedanken formte sich eine verbale Keule. ´Verdammte Scheiße, Mädchen, dass das nicht leicht ist, weiß ich selbst, aber dafür bezahle ich Dich und den Koch auch, und in der Preisklasse erwarte ich, dass Du und der Koch das Problem löst. Das ist Euer verfickter Job!!´. Leider kam ich nicht mehr dazu, den verbalen Schlag auszuteilen.

- “Außerdem”, wurde ich belehrt, “isst man Burger durchgebraten. Das Hack muss durch sein.”

Ich schnappte nach Luft, meine Augen fingen an zu rollen und irgendwie schien man mir das auch anzusehen.

- “Muss?” Die Antwortfrage stellte ich in einem sehr scharfen und spitzen Ton, an dem man erkennen konnte, dass meine freundliche und ansonsten zugängige feinfühlige Art zu kippen begann.

- “Zumindest wollen das die meistens so”, ergänzte die Dame.

Da mir bewusst war, dass die Fortführung dieses Gespräch für mich erheblichen strafrechtlichen Konsequenzen verbunden sein könnte, endete das Gespräch an dieser Stelle. Die Rechnung wurde bezahlt und ich hatte irgendwie den Eindruck, dass die Dame sehr froh war, sehr schnell von meinem Tisch gehen zu können.

Persönliches Memo an mich: Burger wieder selber machen oder in die USA fliegen.

Kommentare:

  1. Tja, werter Herr MiM, das gleiche Schicksal hier bei mir. Hat sich doch dieser Depp von Lieblingsburgerbrater mit Dope erwischen lassen. Nun gibts eben für mindestens drei Jahre nur noch selbstgemachte. Medium.

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    1. Na klasse, unter solchen Umständen ist es kein Wunder, dass die grandiose Kulter des Burgerbratens länger braucht, bis sie sich verbreitet.

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  2. Oder den Burger - für weniger Geld - im Irish Pub am St. Johanner Markt genießen ;-)

    Von dem Laden hat zwar der Gault Miliau noch nie gehört - aber das macht ja wohl auch nix.

    LG
    Mechthilda

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    1. So lange der Laden gute Burger macht, ist mir alles recht, Frau Mechthilda.

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