Mittwoch, 22. April 2015

Dieses Drecks-Ausländer-Gesocks

Wenn man aufsteht, vor die Tür geht und sich auf einmal in einem Job wiederfindet, bei dem man auf einmal das Land verlassen muss, und wenn es auch nur ein kleines Land innerhalb von Europa ist, wird man feststellen, dass einige Dinge mit einem passieren. Das geschieht ungewollt. Ganz nebenbei. Einfach so. Ohne dass man es will oder dass man es verhindern könnte. Erst schleichend, dann in einer spürbaren Geschwindigkeit.

Die Dinge, die Ansichten verändern sich. Der Blick wird ein ganz anderer. Die Wahrnehmung geht in die Breite.

Ich habe mich früher oft dabei erwischt, als ich noch in der großen Stadt wohnte, wie ich mich oftmals über englischsprachige Touristen, eigentlich ohne besonderen Grund, aufgeregt habe. Ich sagte mir "Mensch, Du bist in Deutschland... sprich Deutsch". Aus irgendeinem Grund, warum auch immer, vertrat ich die Meinung, dass man die Sprache des Gastlandes zu sprechen hätte. Zumindest, dass man sich bemühen sollte. Gut, das ist jetzt auch schon ein Jahrzehnt her und ich war ja froh, wenn ich damals halbswegs gerade aus laufen konnte.

Wenn Sie mich heute fragen, würde ich sagen, verteufelt, scheiß darauf ob jemand deutsch sprechen kann oder nicht. Ich kann mich in Englisch verständlich machen. So zwar so, dass ich am Abend etwas zu essen, dass ich genau das gewünschte Bier am Tresen bekomme, wie ich es geordert habe. Die Kenntnisse reichen aus um meinen Job hier zu machen, das Fernsehprogramm zu verfolgen, einkaufen zu gehen und die kleine Schwarzhaarige zu fragen, ob ich diese Chips probieren kann, von denen sie behauptet, sie wären so fürchterlich scharf.

Und bei allen Dingen die darüber hinaus gehen, bin ich auf den Good Will der Leute hier vor Ort angwiesen. Es ist nämlich ziemlich egal wieviel Geld sie verdienen und glauben welchen Stand zu haben, wenn Sie sich nicht richtig verständlich machen können und sie einfach darauf vertrauen müssen, dass der Andere sich ein wenig Mühe gibt, Sie zu verstehen und Ihnen unter die Arme greifft. Sie können meinen, noch so gut Englisch zu sprechen. Wenn sie einem waschechten Schotten begegnen, wird Ihnen das nicht helfen.

Und selbst wenn Sie wie ich, die Sprache auf einem halbwegs normalen Niveau sprechen, das Wort beherrschen, werde ich nach meinen Erfahrungen nie wieder in den Mund nehmen, dann heisst das nicht, dass Sie die ungeschriebenen Gesetze, die Spielregeln des Alltags, die Does and Don´t  kennen.

Sie sind den anderen Menschen dermaßen ausgeliefert, dass manchmal sich ein echt beschissenes Gefühl breit machen kann.

Denn... hier bin ich der Ausländer. Hier bin ich der Deutsche, einer von diesen Typen, die aus Deutschland kommen, die Nation, die in diesen Zeiten Europa ihren Stempel aufdrückt und teilweise, vielleicht etwas arrogant, auf andere wirkt.

Und wissen Sie was... ich habe in der ganzen Zeit in der ich hier bin, nicht eine einzige Person erlebt, die mich unfreundlich oder gar schlecht behandelt hätte. Nie einen einzigen. Kein unfreundliches Wort.

Und das, obwohl die Britin hier mit diesem Scheiß-Ausländer zusammenarbeiten müssen, der seine Nase überall hineinsteckt.

Kommentare:

  1. Also, da haben Sie sowas von Recht, besser kann man es nicht ausdrücken.

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    1. Danke, Herr Blogspargel. Ich lerne gerade Demut. Und das tut mir eigentlich mal recht gut.

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  2. Das stimme ich Ihnen zu. Allerdings habe ich bei den Schotten die Erfahrung gemacht, dass sie Sie links liegen lassen, wenn Sie versuchen, englisch zu reden. Versuchen Sie es in deutsch - sie werden erstaunt sein, die mögen uns irgendwie.

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    1. Etwas ähnliches habe ich in Irland erlebt, Herr Silberlöffel. Man mochte uns Deutsche wirklich sehr. Man erklärte mir das durch den Umstand, dass wir einmal London bombadiert hätten.

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    2. Tja, die gleiche Begründung bei mir. Fand ich damals erst verstörend.

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    3. Ja, es wirkt ein wenig bizarr, Herr Silberlöffel.

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  3. Spot on mate...I worked in many overseas countries and I have never had a problem. In my eyes, it it respect towards the country that you are in,,,after all you are a guest there. If someone does not like their way of life/culture, then don't go there. End of....For example...when I speak English in France, I get a little bit of a could shoulder...I speak French but I just do it to annoy them. But as soon as I tell them I am from Australia, they love it,,,hehe....even in the UK
    Cheers,
    Frank

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    1. "respect towards the country that you are in,,,after all you are a guest there. If someone does not like their way of life/culture, then don't go there"

      Und genau das... genau das, vergessen so viele, Frank.

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  4. Bei der Überschrift blieb mir kurz das Herz stehen.

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    1. Ich dachte Sie starten eine Hasstirade auf Ausländer. Eine Mischung zwischen Schock und Verwirrtheit.

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    2. Ja, aber in dem Bezugssystem bin ich ja der Ausländer, Frau G.

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    3. Den Bezug auf Sie selbst, konnte ich leider aus der Überschrift noch nicht entnehmen.

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    4. Ich darf Ihnen versichern, dass mir Nationalitäten, Rassen, Hautfarben ziemlich egal sind. Ich behandele jeden Menschen gleich schlecht.

      Was ich nicht ausstehen kann, ist Dummheit, Stammtisch-Allüren und vorsätzliche Korrekturen an dem Tatsächlichen aus böswilligem Antrieb.

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  5. Umsichtiger, respektvoller Umgang mit den Menschen im Gastland gepaart mit strategischem Einsatz der eigenen Sprachkenntnisse sind Erfolgsfaktoren zum Überleben im Ausland.
    Ich finde es ein Stück weit respektlos, im Ausland zu leben und nicht die dortige Sprache lernen und nutzen zu wollen. Allerdings erwarte ich auch, insbesondere in größeren Städten, dass die jungen Leute ein Minimum an Englisch verstehen und sprechen.

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    1. Ja, Frau Limit, ich verstehe Sie. Bzgl. der Erwartungshaltung habe ich gelernt, dass man ohne diese besser fährt.

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