Donnerstag, 30. April 2015

Die Geschichte vom Anfang des Endes (8)

Mitte Februar 2000

Ich saß den Abend in meinem Zimmer und langweilte mich. Nebenbei lief der kleine Fernseher. Trotz einer kleinen externen Antenne, die ich gekauft hatte, war das Bild einfach nur krisselig. Der Empfang in diesem Zimmer war einfach unter alles Sau. Egal wie ich auch an der Antenne drehte oder wo ich sie hinstellte.

Ich saß an dem Tisch, der mitten im Zimmer stand. Darauf lag eine karrierte altbackende Tischdecke. Auf ihr stand der Monitor meines Rechners. Vor mir lag die Tastatur, rechts daneben die Maus und noch ein kleines Stück weiter rechts, stand eine Flasche bayrisches Bier. Ich hatte sie kurz vor Ladenschluss an der Ecke gekauft. In dem Laden, der direkt an der UBahn Station lag. Ich war unmotiviert und der Whopper von Burger King, der als Abendessen herhalten musste, lag mir schwer im Magen. Es war viel zu warm in dem Zimmer. Die Heizung war alt und das Thermosthat ließ nur die Varianten kalt und bollernde Hitze zu. Dazu machte die Heizung gluckernde Geräusche. Unmotiviert surfte ich durch das Internet. Es war der erste Abend in der großen Stadt, ich saß gelangweilt vor dem Rechner, es war kurz vor 8 Uhr und ich hatte bereits meine Lieblingspornoseiten durchgeforstet. Die Aussichten waren rosig. Ich sah mich vor meinem geistigen Auge monatelang abends vor dem Rechner sitzen, mit einer Sehnenscheidentzündung in der rechten Hand und wartend, dass die Tage vorbei gehen würden. Nein, das könnte es nicht sein, sagte ich zu mir. Und mir kam der Gedanke, dass ich vielleicht etwas tun sollte, was mich ablenkt und was ich nebenher gerne machen würde. Ich brauchte nur 5 Minuten.

Ich überlegte 5 Minuten auf dem Bett liegend und an die Decke starrend. Ich fand es wäre eine gute Idee, am nächsten Tag ins Zentrum zu fahren und in einer Buchhandlung Bücher und Zeitschriften zu kaufen, die einem Tipps für das Nachtleben und sonstige Unternehmungen geben würden. Das würde mir gefallen. Dann würde ich gleich am kommenden Wochenende einmal etwas um die Häuser ziehen.

Die zweite Idee war im Grunde absolut ohne einen Hintergedanken. Auch wenn es sich nicht so anhört. Ich hatte langeweile. Ich gab ein paar Suchbegriffe in die Suchmaschine Lycos ein, die damals ganz groß in diesem neuen Internet Ding unterwegs war, und wartete. Lycsos spuckte eine Liste von Websites aus, die die Möglickeit boten, im Internet Kontaktanzeigen aufzugeben. Rückblickend waren die Möglichkeiten mit denen von heute gar nicht zu vergleichen. Alles war rudimentärer und die Boards waren frei zugänglich. Man musste kein Geld zahlen. Auf einer Website, ich nahm die, die mir am übersichtlichsten erschien, hinterließ ich eine Nachricht. Eine kurze Umschreibung meiner Person und die Ansage, dass ich eigentlich nur jemanden zum Schreiben suchen würde, um mir die Langeweile zu vertreiben. Und so unglaubwürdig sich die Aussage heute auch anhören mag, so war es. Alles was ich wollte, war schreiben. Mit irgendjemanden. Über irgendetwas. Aus reiner Langeweile. Ich wollte mich austauschen.

Das war alles.

Alles? Es gibt eine Kombination in meinem Leben, die mit einer hundertprozentigen Wahrscheinlichkeit Probleme nach sich zieht. Ich mit meinen Gedanken alleine... gepaart mit Langeweile.

Kommentare:

  1. Das Kuriose, sehr geehrter Herr MiM, ist: Es gibt keine Zufälle im Leben. Egal, was man tut, alles hat seinen Sinn. Manchmal erkennt man diesen sofort, manchmal erst später und manchmal überhaupt nicht, ganz egel, was man tut. Oder auch nicht tut.

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    1. Ich gebe Ihnen recht. Es gibt keine Zufälle. Aber es gibt keinen Sinn dahinter, den geben Sie immer erst im Nachhinein dazu. Aber es gibt Wahrscheinlichkeiten, die eintreten, Frau Holle.

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