Freitag, 27. März 2015

Herr MiM bei den Briten (3)

Am Abend vorher packte ich meine Sachen. Ich schaute dreimal nach ob die Unterhosen reichen würden und alle verschiedenen Ladekabel im Koffer lagen. Eigentlich braucht man einen komplett eigenen Koffer alleine für die Stromkabel, für die elektronischen Geräte, die man im Gepäck mitschleppt. Zumindest schaffte ich es früh ins Bett und schlief auch schnell ein. Den Wecker hatte ich auf 4:30 Uhr gestellt.

Es kam, wie es kommen musste. Ich war dermaßen aufgeregt, dass ich um vier Uhr wach im Bett lag und an die Decke schaute. Ich konnte nicht mehr schlafen. Raus aus dem Bett, unter die Dusche und rein in den Anzug. Noch einen Imbiss, einen kleinen Kaffee und auf zum Flughafen. Es ging alles schneller als gedacht. Vom Betreten des Flughafens, über die Aufgabe des Koffers, Personenkontrolle, bis zum Gate dauerte es keine 15 Minuten. Gut, kurz nach fünf Uhr läuft einem ,außer einem zu früh aufgestanden Businesskasper, auch niemand am Flughaben über den Weg. Ich beschloß die Spesenabrechnung etwas in die Höhe zu treiben und besorgte mir ein kleines zweites Frühstück.

Als das Boarding eingeleitet wurde, war meine Welt noch in Ordnung. Das änderte sich schlagartig, als man die Horde Geschäftsreisender mit einem kleinen Bus zum Flugzeug auf das Flugfeld brachte. Am Flieger angekommen, ließ man uns warten. 5 Minuten. 10 Minuten. 15 Minuten. Vom Kapitän und einer Crew keine Spur. Der Fahrer stieg aus und diskutierte mit einem wichtig aussehenden Typen, der eine Checkliste in der Hand hielt. Beide kamen zurück zum Bus und der wichtig aussehende Typ machte eine Ansage. Aufgrund technischer Probleme brächte man uns zurück zum Terminal. Der Abflug würde sich wohl um ca. 2 bis 3 Stunden verschieben. Wenn man um 4 Uhr morgens aufgestanden ist, findet man das nicht witzig. Im Terminal angekommen, buchte um, wer umbuchen konnte und eine größere Traube von Anzugträgern löste sich auf und verteilte sich auf die umliegenden Cafés.

Ich informierte meinen britischen Kollegen und teilte ihm mit, dass es Probleme gäbe und er gar nicht erst zum Flaghafen fahren müsste um mich einzusammeln. Ich würde irgendwann später kommen. Er teilte mir mit, ich sollte mir keine Gedanken machen und entspannt bleiben. Die Briten sind ja immer sehr entspannt.

Während ich am Gate saß und den Akku an meinem Mobilphone leer spielte, wurde das Gate langsam von einer wachsenden Ansammlung von älteren Senior-Pauschaltouristen übernommen, die auf dem Weg nach Antalya waren und einen dieser Super-Günstig-Billigurlaube mitzunehmen, mit denen man sich als Rentner die Zeit tot schlägt. Hilde, in ihrer Viscose Bluse mit einem wirklich fiesen floralen Muster stimmte eine Diskussion über die Pauschalurlaubsorte dieser Welt ein. Dabei fuchtelte sie mit ihren goldberingten Händen wild gestukulierend in der Luft.

Dann kam die Nachricht, die niemand hören wollte. Der Flieger, der am Morgen nach Great Britain abfliegen sollte, war gecancelt worden. Einen Raunen ging durch die Menge. Aber man hatte eine Lösung parat. Man wurde alle Passagiere von Düsseldorf nach Köln bringen. Dort ginge in in 2 Stunden eine Maschine in Richtung UK.

Es folgte eine Fußmarsch und eine halbe Odyssee durch das Terminal, weil die Verbliebenden nun wieder ihr Gepäck einsammeln mussten. Nach einer halben Stunde hatten wir dann auch unsere Koffer. Noch 100 Minuten und niemand saß bisher in einem Auto auf dem Weg nach Köln.

Wir erreichten den Flughafen in Köln 10 Minuten bevor das Boarding beginnen sollte, wo allerdings niemand uns einchecken konnte, weil die Bestästigungsliste des Düsseldorfers Flughafens über die umgebuchten Personen, sich in den Händen irgendeines Taxifahres befand, der sich nicht so genau sicher war, wo er die im Flughafen abzugeben hatte.

Als das Boarding begann, bekamen wir auch endlich unsere Boardingcards. Irgendwie löste sich das Puzzle auf. Raus auf das Flugfeld und rein in den Flieger. Der erste Teil der Reise war geschafft, wenn auch wenig holperig.

Kommentare:

  1. Normalerweise würde ich jetzt amüsiert den Kopf wiegen und vor mich hin murmeln, was doch so alles passieren kann. Oder wie war das, wer eine Reise tut, der hat was zu erzählen oder so ähnlich.
    Aber so richtig Lust dazu habe ich im Moment nicht. Komisch, oder?
    Aber trotzdem, diese Schilderung ist eine Steilvorlage für jeden guten Comedian.
    Ich wünsche Ihnen bei jeder Landung ein Luftpolster von mindestens 10cm !

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    1. Danke Frau Holle, ja, es hat irgendwie schon verdammt schräg angefangen.

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  2. Von DERlei 'gute Kom(m*)oedie' kann ich Ihnen by the bucket load erzaehlen ^^!
    Staehlen Sie sich vorsichtshalber mit eisern(st)en Nerven, wenn Sie jetzt wohl oefter ueber das 'Tuempelchen' pendeln, Herr MiM!
    Ehrlich gesagt, Sie taten mir DESwegen schon zu tiiiefst im Herzen leid**, als Sie von dieser Ihrer neuen Aufgabe erstmals geschrieben haben: DERlei leider haeufigste Geschehnisse (und darob wissend) erschienen mir - milde gesagt - etwas arg 'inkompatibel' mit manchen Ihrer eigenen Zuverlaessigkeits-Facetten !

    Nachdem Hubby als polizeilich gecheckter privater 'Mittel-Stands-Pilot' auch Zugangskarte f. groessere Flughaefen hatte, brauchen Sie nicht glauben, dass da auch nur iiiirgendeine Besserung waere, ob auf der Kunden- oder Piloten-Seite ^^!
    "Flughafen" heisst fuer mich: da geht d. Luci(fer) ab ^^; ueberall und jederzeit und die Fluggeraete erscheinen einem dagegen direkt langsam und langweilig ^^!

    Kopf hoch, Herr MiM und vorsichtshalber DESwegen ein paar mehr Ersatzunterhosen einpacken ;-) :-D ! Iiijaa: 'Adilette' ? Gut!


    LG, Gerlinde

    * weil einfach zuuuu haeufig 'vorkoMMt' ;-)

    ** andere Wertung als bei Ihnen ;-)

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    1. Frau Gerlinde, ich darf Ihnen versichern, dass ich meinen letzten Erlebnissen im arabsichen Raum mehr als relaxed bin, was kleinere Schwierigkeiten angeht.

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  3. PS: Sie haben sich hoffentlich als 'Frequent Flyer' in ein Programm eingeschrieben?
    DAmit bekaemen Sie wenigsten an anderen Ecken evtl. ein paar Annehmlichkeiten; inkl., dass 'Kleinvieh' auch Mist macht = sich evtl. trotzdem lohnt obwohl evtl. als nichtlohnend be-/gerechnet.

    LG, Gerlinde

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  4. Business as usual hat Sie da leider erwischt. Hatte gestern die Morgen-BHX ;)
    Halten Sie durch, kommt öfter vor!
    Besser nicht mit defekten Fluggeräten abheben.
    Lg Fr. Ground

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    1. Ja, mit kaputten Geräten abheben, ist einfach eine Scheiß-Idee, Frau Eva.

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