Montag, 16. Februar 2015

Die Geschichte vom Anfang des Endes (4)

Die Kündigung und die liebe Familie – Jan-Feb 2000

Ich hatte einen unterschriebenen Arbeitsvertrag in der Hand und hatte den Mietvertrag für ein Zimmer unterschrieben. Von da an ging alles sehr schnell. Ich schrieb meine Kündigung und reichte diese persönlich, einen Tag vor Ende des Januars, bei meinem Chef ein. Ihm fiel alles aus dem Gesicht. Es sah mich fassungslos an.

- “Das können Sie nicht machen!” Er machte eine Pause. “Warum tun Sie das?”

- “Sie haben mich gezwungen einen Vertrag zu unterschreiben, den ich nicht haben wollte”, sagte ich. Natürlich war das nicht der einzige Grund, aber es war der, der gerade in diesem Moment am Besten passte.

Er schaute auf die Kündigung.

- “Wie lange sind sie noch da?”

Ich überlegte kurz und rechnete im Kopf zusammen.

- “Zählt man Resturlaub und Überstunden zusammen, wäre ich noch bis zum Ende der ersten Woche im Februar da”, sagte ich sachlich. Es war Freitag und das Ende der ersten Februarwoche war, welch Überraschung, nächsten Freitag.

Seine Kinnlade klappte nach unten.

- “Ich mache Ihnen ein Angebot. Ich werde die nächste und übernächste Woche noch hier arbeiten. Dann aber werde ich meine freie Zeit brauchen, da ich einen kleineren Umzug organisieren muss.”

Es war alles gesagt, was es zu sagen gab. Die Kündigung war ausgesprochen. Ich blieb noch 2 Wochen und bereitete alles vor. Gegen die Zahlung eines großzügigen Bonus sicherte ich noch einige Wochen über den Ablauf meines Arbeitsvertrags telefonische Unterstützung für das System zu. Von da an war ich ein Geist. Ich war zwar noch anwesend, aber niemand sprach mehr groß mit mir.

Ich bin nie ein großartiger Familienmensch gewesen. Und meine Familie, in der ich aufwuchs, machte es einem auch nicht sonderlich leicht, eine Vorliebe für familiäres Miteinander zu entwickeln. Ein patriarchalisches Gebilde, in dem man recht bekam, weil man alt war oder eine gewisse Stelle einnahm und nicht weil man Recht hatte und es vielleicht besser wusste. So hatte man seinen zugewiesenen Platz im Rahmen dieses Mosaiks einzunehmen. Die Aufgabe des Einzelnen bestand darin, einen Platz in einem Konstrukt einzunehmen, das ein glückliches und harmonisches Bild nach außen vermitteln sollte. Eine Gruppe von Personen, zerfressen von Neid und Missgunst. Selbst untereinander. Eine Bande von Lügnern. Menschen die jedem gegenüber die Messlatte von Moral und Anstand anlegten, aber jeden einzelnen Fehler oder dunklen Fleck unter den Tisch kehren. Sie suhlten sich in dem Gefühl wichtig zu sein, weil sie selbst in angesehen Berufen und Ämtern arbeiteten und gut verdrahtet mit der Prominenz und den lokalen Größen verbandelt waren.

Aber am meisten widerte mich das Verdrängen von Problemen an. Und davon gab es eine ganze Menge.

Kommentare:

  1. Oh Unglaublicher, :-)

    ich lese Ihr Blog nun schon einige Zeit und finde es sehr interessant. Bin auf das Ende der Geschichte gespannt.

    Viele Grüße aus dem Süden

    Kiki

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    1. Frau Kiki, bis zum Ende der Geschichte, wird noch einiges an Zeit vergehen. Aber das hier ist alles nur noch das Vorgeplänkel.

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  2. Durch die Uni und meinen neuen Job bei dem Apfel-Inhaber komme ich kaum zum Lesen von Blogs, doch Ihren habe ich so sehr vermisst. Die Geschichte läuft sehr gut voran. Liebe Grüße aus Mainz.

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    1. Frau Ahu Kader, dann will ich hoffen, dass ich Sie ausreichend bei Laune halten kann, hier wieder öfters vorbei zu schauen.

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