Donnerstag, 11. Dezember 2014

Weichei möchte mit Dir auf Facebook befreundet sein

Wir kennen uns seit unserer Jugend. Wir waren mal richtig gute Freunde. Die Freundschaft bekam eine leichte Schlagseite als ich ihm die kleine Braunhaarige, die bei ihm mit im Haus, eine Etage unter ihm, links, wohnte, vor der Nase wegschnappte. Ich war damals einen Monat zurvor 15 Jahre alt geworden. Sie war 13 oder 14. Ich weiß es nicht mehr. An was ich mich heute noch erinnere war ihre Vorliebe für flauschige Pullover und ihre kleinen festen Brüste darunter. Die ganze Geschichte hielt nicht sehr lange und hatte sich nach 5 oder 6 Monaten wieder erledigt.

Unsere Freundschaft erholte sich davon nicht. Ich lernte eine kleine Rothaarige mit dicken Möpsen kennen, die sich für einige Jahre in meinem Leben breit machte und mich sehr beschäftigte. Er hingegen gehörte zu der Sorte von Jungs, die eher die ganze Zeit vor dem Rechner saßen, Spiele spielte und erst später entdeckten, dass Mädchen einem zwar viel Nerven kosten, aber auch einzigartige Methoden besitzen, das auszugleichen.

Die Wege trennten sich. Irgendwann heiratete er. Seine Frau brachte 3 Kinder auf die Welt, die mit Sicherheit nicht auf seine Begeisterung für Kinder zurückzuführen sind. Beruflich ein ewiges hin und her. Er fing viel an und beendete sehr wenig. Und letzteres mit wenig Erfolg. Wirklich gut lief es nicht. Lag auch mit daran, dass er ein ziemlich stinkefauler Sack ist.

Sein Bruder, er ist ungefähr 5 oder 6 Jahre jünger war damals schon ein Idiot. Hat irgendwann eine Drogenkarriere hingelegt und macht heute einen auf Hatz4. Der Vater, er arbeitete irgendwo in einer Versicherung, ein kleines unbedeutendes Rad im Getriebe, neigte schon immer zu einem latenten Konsum von Alkohol. Und irgendwann fing er etwas an mit der Mutter von der kleinen Braunhaarigen mit den kleinen Brüsten, die eine Etage drunter wohnte. Diese hatte sich scheiden lassen und litt unter einer geringen Auslastung. Seine Mutter war nicht die Hellste kerze auf der Torte, wirkte in dem ganzen Zusammenspiel aber noch erstaunlich normal.

Immer wenn irgendetwas schief lief in seinem Leben, klingelte das Telefon. Er jammerte mir die Ohren voll. Wie schlecht alles wäre. Wie sehr seine Frau ihm auf die Nerven ginge. Was er nicht alles ändern wollte. Und was er nicht alles für grandiose Pläne hätte.

Wäre er eine Frau, hätte er bestimmt schon lange einen dieser weiblichen Selbstmitleids- und Versagen-ist-keine-Schande-Blogs angefangen.

Ich spielte das Spiel eine zeitlang mit, da seine Anrufe nur unregelmäßig alle ein bis zwei Jahre kamen. Aber irgendwann, als ich feststelle, dass es immer das Gleiche war, er eh nichts änderte und nur auf der Bildfläche erschien, wenn er wieder jammern wollte, entsorgte ich ihn. Ich nahm keine Anrufe mehr von ihm entgegen und setze seine Telefonnummer auf schwarze Liste meines Call Blockers.

Nun scheint er für sich Facebook entdeckt zu haben. Die Anfrage auf meinem privaten Account, das ich schon lange nicht mehr nutze, flatterte gerade rein. Und ich werde einen Teufel tun, diesen Zeitfresser wieder in mein Leben zu lassen.

Kommentare:

  1. Herr Mim, darüber schreiben Sie so viel? - schlagen Sie mir lieber vor, was ich heute kochen soll!

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    1. Ich würde spontan einen thailändische boiled egg spicy salad vorschlagen, Frau Eva.

      Und nein, ich habe das Rezept nicht zur Hand. Das liegt zu Hause.

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    2. Foto bestimmt da rechts bei dingsbums davon oder. Das reicht mir schon. Ok, kids, heute memories of Thailand.
      Dankeschön!

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    3. http://iconosquare.com/p/865295996521493747_32003788

      Schauen Sie mal hier...

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    4. Danke! Es gab keine frische rote Chili, deswegen gibt's den morgen.
      Ohne geht's ja nicht.
      Herr Mim, geben Sie auch Kochkurse? Dann buche ich einen ;)
      Es muss aber Alkohol geben!
      Lg Frau Eva

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    5. Nein, ich gebe keine Kochkurse. Ich habe es mir abgewöhnt mit oder für Frauen zu kochen. Die Kombination Herr MiM in der Küche und Alkohol endete in der Regel in der Art, dass die Dinge danach immer sehr kompliziert wurden.

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    6. Ja ich weiß, Herr Mim, ich bin ja schon gewohnt von Ihnen, dass Sie sich aus moralischen Gründen komplett zurückhalten. - heute gab es den Salat, allerdings mit perfekten Spiegeleiern und auch ohne Chili, was nichts machte (einfach frischen Pfeffer drüber). Dem Sohn musste ich die Garnelen kurz heiß anbraten.

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    7. Nein, Frau Eva, das hat nichts mit Moral zu tun. Davon habe ich kein Wort gesagt. Ihre Spezies verursacht in der Regel nur Probleme und so gut wie keinen Mehrwert.

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    8. Andersherum ist es auch nicht besser!

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    9. Sehen Sie, darum ist Trinken die bessere Methode Zeit herum zu bekommen, Frau Eva.

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  2. Facebook?
    Ich bin rückblickend ganz froh, mir selbst diese Kommunikationsverpflichtung niemals angetan zu haben. Auch wenn ich zwiscenzeitlich mit dem Gedanken gespielt hatte, es als Werkzeug zur Freundschaftspflege einzusetzen. Hierin bin ich nämlich so mies, dass es dringend einer irgendeiner technisch-organisatorischen Kompensation benötigt.

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    1. Im Grunde ist Facebook eine gar nicht mal so schlechte Angelegenheit, wenn man sie sinnvoll nutzt. Aber wenn man sich das ansieht, was daraus geworden ist und in welche Richtung das geht, dann kann man dahinter einen großen Haken machen.

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  3. "Wäre er eine Frau, hätte er bestimmt schon lange einen dieser weiblichen Selbstmitleids- und Versagen-ist-keine-Schande-Blogs angefangen."

    ROFLMAO,... von denen kenne ich ein paar,... von den Blogs!

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    1. Mir hängen diese Blogs zum Hals raus, Herr MiH. Ich habe auf solche Scheiße keinen Bock mehr. Echt nicht.

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  4. Herr Mim, es gibt genug Männer, die auf jämmerliche , ja fast schon ekelhafte Art und Weise ihren Blog mit einer Inbrunst beackern, das einem Angst und Bang wird. Ich geb zu, ich lese mit, nicht alle, Gott bewahre , aber teilweise mit angehaltenem Atem und offenen Mund. Es ist nicht zu glauben, was dort steht.....und ich kann diese Menschen nicht zuordnen. Ich weiß nicht, ist das echt, hat jemand so viel Zeit, um so eine Scheixxe zu schreiben, oder was soll das?
    Bei ihnen bin ich mir manchmal auch nicht so sicher, aber ich hab hier schon so das ein oder andere Rezept abgegriffen, schöne Bilder gesehen und geschmunzelt. (ich mag ihren Humor) Kurzum, dieser Blog macht meinen Alltag etwas schöner und heller. An dieser Stelle mal ein Danke, lieber Herr Mim......
    Und heute wieder was dazu gelernt..Zeitfresser, diesen Ausdruck hab ich gesucht. So was hatte ich auch in meinem eh schon streng aussortierten Freundeskreis. Rumgejammer, resistent gegen gute Ratschläge, versoffen und wie ein Aasgeier sich auf fremdes Leid gestürzt, um es breit zu treten und in die Welt zu posaunen. Weg damit in die Ecke, wo der Pfeffer wächst oder sonst wohin.....lg von frau S aus M

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    1. Da gebe ich Ihnen recht. Ich würde das auch nicht alles glauben, was hier lese. Früher so ein Halodri und heute alles so ruhig... aber das ist eine andere Geschichte... irgendwo anders.

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