Montag, 27. Oktober 2014

Linksverkehr

Nach der Landung und der Gepäckausgabe, die unglaublich schnell vor sich ging, verließ ich den Flughafen in Richtung der Schalter für die Mietwagen. Ich hatte einen kleinen Wagen über das ADAC Portal bei Avis gebucht.

Sollten Sie jemals in ein Land reisen und sie sind gezwungen sich auf den Linksverkehr einzulassen, mein Rat, buchen sie eine Rund-um-Sorglos-Versicherung dazu. Glauben Sie mir, es lohnt sich. Ich für meinen Teil war heilfroh eine Vollkasko-Versicherung ohne Selbstbeteiligung gehabt zu haben.

Das erste Etappenziel auf der Reise sollte Clonmacnoise sein und später am Abend die Stadt, die auf der Westseite der Insel liegt, Galway.

Ich nahm den Wagen in Empfang, installierte das mitgebrachte Navi von zu Hause inklusive der irischen Straßenkarten und los ging es.

Ich durfte feststellen, dass es mehr als schwierig ist, den Kopf auf den Linksverkehr einzustellen. Abgesehen davon, dass man sich permanent bewusst machen muss, dass man sich Links hält, dennoch ´rechts hat Vorfahrt´, gilt, hatte ich die größten Probleme mit der Steuerung des Wagens.

Warum?

In Deutschland bediene ich die Schaltung mit der rechten Hand. Mit der linken Hand bediene ich den Blinker, während ich zugleich mit Links ebenfalls das Lenkrad drehe. Die rechte Hand dient bei mir ausnahmslos nur zum Schalten.

Als ich mich nun auf der rechten Seite des Wagens wiederfand, war ich gezwungen, mit der linken Hand zu schalten UND gleichzeitig den Blinker zu bedienen, aber mit der rechten Hand das Lenkrad zu drehen.

Das mit Links-Schalten und das Blinker-Betätigen, brach mir anfangs mit der Koordination das Genick. Es war für mich die Hölle. Permanent verschaltete ich mich, landete statt dem dritten Gang im 1., was mit einem lauten Aufheulen des Motors quittiert wurde.

Nach einer knappen Stunde, ich hatte die gerade die Autobahn wieder verlassen und bewegte mich auf der Landstraße fort, setze ich beinahe den Wagen frontal auf einen Jeep der mir entgegen kam und wich in den Graben aus. Ich war rechts abgebogen, wähle aber nicht die linke Seite der Landstraße um meine Fahr vorzusetzen, sondern steuerte den Wagen, wie von zu Hause gewohnt, auf der rechten Straßenseite weiter. Gerade noch rechtzeitig konnte ich dem von vorne kommenden Jeep ausweichen. Zwei Stunden in Irland und schon im Graben gelandet.

Zwanzig Minuten später fand ich mich noch einmal im Graben wieder, allerdings diesmal auf der linken Seite, weil hätte ich nicht rechtzeitig nach links gezogen, hätte ein LKW, der mit einer nicht unbeträchtlichen Geschwindigkeit auf einer verdammt engen Fahrbahn mit entgegen kam, die rechte Seite am Wagen abrasiert.

Nach den Erlebnissen war meine Laune auf einem echten Tiefpunkt und ich wäre am Liebsten nicht mehr weitergefahren. Aber der gesamte Urlaub lag noch vor einem und letztlich muss man sich ja irgendwie weiter durch das Land fortbewegen.

Also die Arschbacken zusammen gekniffen und weiter… erstes Ziel: Clonmacnoise.

Kommentare:

  1. Herrlich, gerne hätte ich zu diesem Beitrag aussagekräftige Bilder gesehen (hier oder auf Instagram)! Da geht einem schon die Pumpe, oder?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ehrlich? Ich habe ja viel Blödsinn im Kopf, aber da habe ich nicht mehr mehr im Ansatz daran gedacht, die ganze Angelegenheit photografisch festzuhalten.

      Mein lieber Mann, mir ist mein Arsch aber sowas von auf Grundeis gegangen..., Herr MiH.

      Löschen
    2. Pfft,... Sie,... SIE sind doch abgebrüht! ;-)

      Löschen
  2. Blinken -Schalten. Das geht mir nach 11! Jahren noch so. Kommt allerdings auf den Wagen an. Die Linksumstellung fand ich persoenlich nicht so schwierig, aber diese Landstrassen, die eigentlich eher fuer eineAutobreite ausgelegt sind, auf denen einem dann ein Jeep entgegenkommt und man aufgrund Iin Hecken eingebetteter Mauern links und rechts nicht ausweichenkann, das sorgte fuer Schweissausbrueche. Ich hoffe Sie haben auch in den Kreisverkehr reingeblinkt, sonst kann das bei Zweispurigen zu Verwirrungen fuehren.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Frau Anna, ich muss zugeben, dass ich das mit der linken Seite nach 3 Tagen halbwegs im Griff hatte, aber das Schalten. Wirklich die Hölle. Aber wie Sie es beschreiben, genau so war es nicht.

      Und danke, den Tipp mit dem Einblinken in den Kreisverkehr hätte ich vorher wissen müssen. Jetzt weiß ich, was ich beim nächsten Mal machen werde.

      Löschen
  3. Linksverkehr gehört verboten! Ich habe ihn in Thailand erlebt und weiß bis heute nicht, wie ich dort lebend rausgekommen bin. Erschwerend kommt hinzu, dass der thailändischer Autofahrer die - äh - etwas riskantere Fahrweise favorisiert. Dagegen fahren sogar die Türken in ihrer Heimat zurückhaltend...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Herr Borusse, ich würde ja vieles tun, aber ich ehrlich, mich in Thailand hinter das Steuer setzen und vielleicht sogar noch in Bangkok Autofahren, nein, das wäre doch zuviel des Guten.

      Löschen
    2. Sie sagen es, Herr MiM, nach Bangkok habe ich mich auch nicht mit dem Auto getraut... Man soll sein Leben nicht übermäßig strapazieren.

      Löschen
  4. Hehe,
    da hab ich dann ja mal richtig gelegen mit meiner Vermutung. Ja, der Linksverkehr ist schon eine Sache für sich.
    Immerhin haben es die Schweden geschafft, dass innerhalb eines Tages umzustellen - von links auf rechts. Schade, dass sich da das Commonwealth und einige weitere Länder nicht dran beteiligt haben.
    Aber das ist wie mit den Maßeinheiten - auch da gibt es ja noch Unzen und Meilen ...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Meines ist es defintiv nicht, Herr Ednong und ich bin auch ehrlich froh, dass ich es hinter mir habe.

      Löschen
    2. Kann ich nachvollziehen. Ich kenne einige im Freundeskreis, die auch jedesmal froh waren, wenn sie wieder rechts fahren durften ...

      Löschen
  5. Falls Sie irgendwann eine richtige Herausforderung suchen, sollten Sie das eigene Auto mitnehmen. Die Highlands sind ja auch eine Reise wert.
    Wobei man dann nicht die Whiskyroute nehmen sollte. Aber auch da gibt es ja noch die eine oder andere Distille auf den Hybriden...
    Martina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Schottland steht auch noch auf dem Programm und wird in diesem Leben auch noch angesteuert.

      Löschen
  6. Merke: Bei drohendem Linksverkehr immer einen Automatikwagen buchen. Erleichtert das Ganze ziemlich.
    Oder man hat einen fähigen Beifahrer, der einem quasi das Denken abnimmt.
    LG Frau Eva

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Frau Eva, ich hatte ein Navigationsgerät dabei... besser geht es nicht. Und... (!!!) das hat einen Knopf, den man ausschalten kann :-)

      Löschen
    2. In Bezug auf: "nein, Du musst DA lang" etc.
      Oder: "Halt, Achtung, da NICHT einbiegen! !!!"

      Löschen
    3. Ja, Frau Eva, aber wahrscheinlich verstehe ich Sie nur falsch. Wozu brauche ich jemanden der mir etwas sagt, wenn es bereits das Navi tut?

      Löschen
    4. Klassischer Fall von Kommunikation zwischen Mann und Frau, ich lach mich schlapp!
      Trotz Navi hatten Sie Schwierigkeiten, hab ich doch richtig verstanden, oder. In Südafrika war es oftmals sehr hilfreich, wenn einfach die Beifahrerin die Fahrerin sanft auf die richtige Spur stupste. Ja, jetzt kommt bestimmt: Frauen am Steuer etc pp. Aber: machen Sie uns das mal nach: 9 Std von der indischen Ozeanküste nach Johannesburg zurück ohne Navi, nur mit rudimentär gezeichneter Karte im Lonely Planet, Schildern und Leute fragen im Linksverkehr zurück gefahren, und als Krönung im Dunkeln! durch die Millionenmetropole zur Unterkunft, bekannt von der Ankunft, über 6-8 spurige Autobahnen gefahren, und jetzt kommt's: ohne uns ein einziges Mal zu VERfahren. Aber Sie können sich vorstellen, wie stark ich mich als Lotse konzentrieren musste. Eine sehr krasse Erfahrung, die ich aber nicht missen möchte.

      Löschen
    5. Ja, aber die Schwierigkeiten haben ja nichts mit der Orientierung zu tun, sondern sind prozesstechnischer Art.

      Aber ich stimme Ihnen zu, es bringt schon etwas, wenn jemand einen noch einmal darin erinnert, auf welcher Seite man zu fahren hat und man ein zweites Paar Augen neben sich hat, die noch einen Blick auf den Verkehr werfen.

      Sie haben schon recht. Dagegen kann ich nichts sagen.

      Löschen

KOMMENTAR-ABGABE-GEBRAUCHSANWEISUNG DIE VORHER ZU LESEN IST

Verehrter Leser, verehrte Leserin,

plumpes Duzen ist in diesem Blog verpönt. Duzen dürfen Sie mich, wenn Sie mit mir bereits einmal betrunken die Kellertreppe herunter gefallen sind. Wenn Sie mich nicht Siezen wollen, dürfen Sie mich auch mit "Eure Großartigkeit" und/oder "Oh Unglaublicher" ansprechen.

Ihre Kommentare müssen NICHT meine Meinung widerspiegeln und dürfen auch gerne kritisch sein... an der Sache, an meiner Person.

Habe ich das gesagt? Vergessen Sie es. Ich will schöne Kommentare. Sagen Sie mir wie toll ich bin, feiern Sie mich und schmieren Sie mir Honig ums Maul.

Jegliche Kommentare die mir nicht gefallen oder mich nicht als grandiose und tolle Person darstehen lassen, lösche ich sofort.

Für die restlichen Kommentare gibt es keine genauen Regeln. Ich bin da sehr willkürlich und die Veröffentlichung kann stark von meiner persönlichen Tageslaune abhängen. Und die ist meistens ziemlich mies.

Anonyme Kommentare, außer der mir bekannten üblichen Verdächtigen werden nicht veröffentlicht.

Und wenn Sie mir etwas mitteilen wollen, dann schreiben Sie mir eine Email. Die Kommentarfunktion dient nicht als Kanal für konspirative Mitteilungen.

Ach, Sie finden hier keine Email? Das könnte dann daran liegen, dass ich an einem Kontakt mit Ihnen kein Interesse habe.

Auch ist die Kommentarfunktion auch nicht dazu gedacht einer Ihrer wirren Ideen und/ oder Meinungen eine Plattform zu bieten. Dafür empfehle ich das Schreiben eines eigenen Blogs und diesen in einen Webkatalog für Verschwörungstheorien einzutragen.

Weiterhin dient dieser Blog nicht dazu um persönliche Kontakte zu generieren, Freundschaften zu schließen oder Bekanntschatften mit Frauen aufzubauen. Ich mag andere Menschen nicht sonderlich und ich habe keine Zeit und Lust auf zeit- sowie energieraubende Balzrituale. Dieser Blog dient ausschließlich mir selbst zu zeigen, wie toll ich bin und Sie sowie den Rest der Menschheit als unwürdig dastehen zu lassen.

Ich versuche hier keinen Beliebtheitswettbewerb zu gewinnen.

Gleichzeitig stimmen Sie mit der Abgabe Ihres Kommentars, im Fall meiner Übernahme der Weltherrschaft, der Abschaffung des Frauenwahlrechts, der Einführung eines 24 stündigen frei zugänglichen Amateurpornokanals, der öffentlichen Auspeitschung von Mit-150km-auf-der-linken-Spur-Fahrer und der Einführung des Freitags als offiziellen Cuba Libre Tags zu.