Dienstag, 18. Februar 2014

Selbstbezichtigung

Ich erinnere mich nicht mehr gut daran. Auch die Umstände des Wortwechsels habe ich schon vergessen. Ich weiß nicht mehr worum es ging oder was genau der Auslöser gewesen war. Aber was ich weiß ist, dass es irgendwann im Jahr 2005 gewesen sein muss. Noch vor dem Sommer und noch vor diesem einem letzten gemeinsamen Urlaub.

Wir saßen nebeneinander und ich meine, ich bin mir nicht mehr sicher, aber ich denke, dass das Gespräch sich darum drehte, dass ich etwas sagte, wie locker, liberal, aufgeschlossen ich doch wäre.

Sie antwortete mir, ohne dabei von ihrer Lektüre aufzusehen.

- “Du? Du bist spießig. Und Du bist konservativ.” Sie machte eine kleine Pause. “Du und ich sind so was von spießig und konservativ, dass wir die Prototypen und Schablonen für andere Spießbürger sein könnten. Es ist für Dich bereits eine Revolution, wenn die Zeitung nicht mehr in der richtigen Reihenfolge ist, hat sie ein anderer vor Dir gelesen. ”

Die Frau in dem grauen Hosenanzug und den kurzen blonden Haaren würdigte mich keines Blickes und blätterte nebenher in einem großen freundlich aussehenden roten Ordner einer losen Blattsammlung, ohne dabei eine Miene zu verziehen.

- “Du und ich. Wir beide sind Spießer”, fuhr sie fort. “Finde Dich damit ab.”

Ich meine mich erinnern zu können, dass ich einen fünfminütigen Vortrag hielt, in dem ich versuchte ihre Aussage zu widerlegen.

Rückblickend auf die Geschehnisse der letzten 9 Jahre, muss ich zugeben, dass sie recht gehabt hat.

Kommentare:

  1. Sie Spiesser,... Sie! Aber immerhin mit Cuba Libre. Also freitags...!

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    1. Nennen wir es den Alibi-Cuba-Libre, Herr MiH.

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    1. Danke, Herr Blogspargel, sehr freundlich. Und dennoch, wenn ich zurückblicke und einige Gegebenheiten genauer betrachte, würde ich sagen, die Dame hat recht.

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  3. Hallo Herr MiM, irgendwo drinnen ist jeder ein Spießer, der Eine bei der und der Andere bei der anderen Sache. Willkommen im Club. Eine schöne Woche wünscht Frau A.

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    1. Frau A, wahrscheinlich ist das die beste Antwort, die man hier geben kann.

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    1. Wissen Sie, Herr Luzifer, mich stört es... irgendwie ist es mir nicht egal.

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  5. Zumindest sind sie in der Lage zu reflektieren. Auch wenn nun schon Zeit ins Land gegangen ist... Einige sind dazu nicht in der Lage.

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    1. Frau Melanie, wenn ich es ändern könnte, dann wäre es noch besser.

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  6. Werter Herr MiM, auch Spießer muss man erst einmal können. Von daher: So what!

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    1. Ach Herr Silberlöffel, ich glaube Spießer sein ist eine der einfachsten Dinge der Welt.

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  7. Herr MiM, erst, wenn Sie Kontoführungsgebühren zahlen, sind Sie ein richtiger Spießer. Vorher allenfalls ein Anwärter!

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    1. Herr Borusse, das tue ich schon seit 15 Jahren nicht mehr. Aber dennoch... ich denke schon, dass ich spießig bin.

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  8. Nur weil man routinierte Abläufe bzw. Vorgänge mag, ist man noch lange kein Spießer.

    Des weiteren empfinde ich das Wort "Spießer" nicht als etwas negatives. (Jedenfalls nicht mehr, seit ich über 30 bin.)

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    1. Frau Fabelhaft, wenn das Selbstbild an einigen Punkten mit der Handlungsweise nicht überein stimmt, gerade weil man nicht locker und entspannt genug ist, dann würde ich das schon spießig nennen.

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  9. So what !??
    JEDER Mensch hat - irgendwo - (s)eine Spiesser-Ecke eingebaut; manche eine groessere, manche eine kleinere.
    Ein nett-boshafte Spruch hierzu beschreibt das sehr treffend - mM:
    Jeder spinnt auf seine Weise - der Eine laut, der Andere leise!

    Habe Sie 'dessen' zwar schon laengst verdaechtigt, aber Sie haben sehr viele andere interessante Charakter-Facetten ZUsaetzlich, welche Sie anziehend machen. Darum wirklich: so WHAT ?!

    LG vom dann wohl Doppel-Spiesser*,
    Gerlinde


    * frage mich allerdings, warum dann das 'bisschen restliche Welt' sich immer auffuehrt wie berserk, ueber die wohl zuuu haeufigen non-konformen (= anti-spiessig ??) Aktionen meines Lebens = grmpf: man kann's niiie recht machen (also mach' ich es wenigstens mir selbst recht - basta!)


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    1. Aber, Frau Gerlinde, ich möchte keine meine Spießer-Ecke etwas tun, weil sie mir einfach im Weg ist...

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  10. Niemand ist nur Spießer oder nur Liberal/Tolerant/Ausgeflippt. Solche Facetten schlummern in allen. Von daher... Where's the problem?

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  11. Das Gefühl, spießig zu sein, lässt sich ein bisschen relativieren, wenn man sich mit den "richtigen" Menschen vergleicht, finde ich. Ich weiß ja, dass Vergleiche der erste Schritt ins Unglück sind... eigentlich. Aber manchmal, da sind sie eben doch ganz nett. ;)

    *grübel* Waren Sie während der Tage in Berlin zu lange in einem der "Hipsterviertel"? Das kann einem die Beine wegziehen. Also mir geht das so, wenn ich einen schlechten Tag habe...

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