Donnerstag, 9. Januar 2014

Fluch & Segen

Was ich an meinem Job schätze ist der Umstand, dass ich aufgrund meiner Funktion in nahezu jeden Bereich der Unternehmung einen Einblick habe.

Es ist ein Segen und ein Fluch gleichermaßen.

Die Handlungsweisen, die sich größtenteils in den Zahlen abzeichnen, machen das Warten auf das Kommunizieren der strategischen Ausrichtung überflüssig. Es ist von Vorteil, wenn man bereits vor vielen Anderen weiß welche Richtung das Schiff grob einschlagen wird.

Und während ich dann mit einem Kaffee über einen der längeren Flure schlendere, weil ich noch irgendwo etwas zu erledigen habe, sehe ich die Kollegen, wie sie von einem Meeting zum Nächsten eilen, die Marketing-Mäuse, Mitte/ Ende 20, wie sie über die Gänge laufen, dabei angestrengte und wichtige Gesichter machen, weil sie selbst noch an den Scheiß glauben, den sie da verkaufen und die Unternehmensphilosophie als ihr Lebenmaxim sehen, stelle ich mir die Frage, wie es ihre Sichtweise auf die Dinge verändern würde, wenn sie wüssten, dass in diesem Jahresabschluss eine zweistellige Millionen Rückstellung für Rorganisationsaufwendungen eingestellt wurde.

Kommentare:

  1. Tja, wahrscheinlich würden sich die Gesichtszüge parallel mit der Gehgeschwindigkeit nach unten korrigieren.

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    1. Ja, Herr Silberlöffel. Wahrscheinlich wäre genau das der Fall.

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  2. Also, die Aktien dieser AG sollte man jetzt kaufen, da steckt jetzt jede Menge "Phantasie" im Kurs. Die Phantasie, die den Verantwortlichen im Unternehmen offensichtlich fehlt, um das Übel an der Wurzel zu packen.

    Mit ebendieser Phantasie würde man auch merken, dass es wirtschaftlicher wäre, statt für allgemeine Reorganisation Rückstellungen für Abfindungen Verantwortlicher einzustellen. Vor allem mittelfristig betrachtet.

    Stattdessen werden die Zielvorgaben entsprechend angepasst, da sich auch die Unternehmensziele ändern, die mit den Rückstellungen finanziert werden. In dieser komfortablen Situation werden die Ziele nächstes Jahr natürlich leicht erreicht und die Boni werden entsprechend ausfallen - gute Bewerbungsvoraussetzungen beim nächsten Unternehmen. Nach mir die Sintflut.

    Alles schon erlebt. Mehrfach. Leider.

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    1. Nun, Herr Blogspargel, im Allgemeinen würde ich Ihren Aussagen zustimmen. Aber im Speziellen muss ich Ihnen sagen, dass Ihre Annahmen leicht daneben liegen. Es ist schon etwas komplexer.

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  3. Die Beschreibung der Marketing-Mäuse, hahahahahaaaaa! Herrlich. Genau so isses. Ich selbst bin ja endfroh, endlich eine gewisse elegante Gelassenheit inne zu haben.
    Damals, in meinem alten Leben als Digitale Filmschnitt-Tussi /Maz-Technikerin im Bereich Werbespots gab es einen sehr einschneidenden Punkt in meinem Leben.
    Es war, als eine Horde aufgebrachter, hysterisch anmutender Werbe-Profilneurotiker (alle definitiv unter 30, wenn nicht sogar unter 25) in unseren Mazraum gestürmt kam, es musste SOFORT ein Spot angeschaut werden, weil IRGENDEIN unwichtiger Punkt (nichts, was ein Laie jemals erkennen würde) falsch war und unserem Chef schon die Entschädigungszahlen vorgerechnet wurden, der zuständige Kameramann (gestandener, seit Jahren gut im Geschäft, lässiger, immer höflicher und freundlicher Mittfünfziger) ruhig und eindringlich zu allen sagte: "Wir......machen hier NUR Fernsehen. Versteht Ihr? NUR Fernsehen. Und dann noch das, was niemanden wirklich interessiert: Werbung. Es stirbt hier keiner! Und jetzt kommt mal runter, okey?"
    Schlüsselszene in meinem Leben. Danke, hab ich innerlich gesagt. Ich liebe es, hinter den Kulissen zu sein. Aber im Zentrum zu agieren. (seufz, was hat mir der Job Spaß gemacht!!)
    In diesem Sinne....schönen Abend!
    Frau Eva

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    1. @ Eva

      Kopfkratz - dann bin ich wohl einer der wenigen Menschen, welcher meist an Werbung mehr interessiert ist, als mitunter an den Filmen 'drum herum' ?!
      Gut, ich 'stutze' mir etliches schon etwas zu (= so wie im Film 'Kate and Leopold', wo er dann befand, dass - fast - alles Luege waere ;-) ), aber ich mag die Sachen meist wirklich gerne ansehen!
      Auch bei jedweder Werbung auf irgendwelchen Firmen-Autos = was man DA so alles findet (und dann noch mitunter hoechst brauchbar vor der Nase/Umgebung)
      Einst (= b.ph.m = before photofaehigem Mobile) musste ich mir doch glatt eine GANZE (teurere) Zeitschrift kaufen, weil da eine interssante Werbung drinnen war fuer etwas, was ich schon ewig gesucht hatte: eine Wurfsaege.
      Ich Doofian war auch ausgerechnet nicht mit der 'russischen Alternative zum amerikanischen weltraumtauglichen up-side-down Schreibgeraetes' ausgeruestet: Bleistift und Papier - seufz.

      Ansonsten zu Herrn MiM's eigentlichem Post:
      Well, Einer weiss's und was kann er tun? Und wiiie lange dauert es, 'viiiele Aersche' in Bewegung zu bringen fuer einen Lenkrad-Herumriss ?

      LG, Gerlinde

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    2. Ach, Frau Eva, wenn Sie wüssten, was mich diese Marketing-Mäuse schon an Nerven gekostet haben. Diese jungen Dinger, sind doch an manchen Stellen wirklich mehr als realitätsfern. Aber nun gut, das wird mit dem Alter noch kommen.

      Frau Gerlinde, das ist schon das Lenkrad herumreißen.

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  4. Rückstellung ist Minus, ja?

    Unwissenheit ist ein Segen. [Matrix]

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  5. Hallo Herr MiM dazu fällt mir ein grausamer Spruch ein...glücklich die Doofen. Ich war leider auch mal einer aber es lebt sich leichter damit. Schönes Wochenende von Frau A
    .

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    1. Ja, Frau A, diesen Spruch kenne ich und, ehrlich, es ist etwas Wahres darin.

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  6. Die Aussage:" Viel Wissen macht Kopfweh," ist uns allen hinlänglich bekannt, aber wie schon B.Franklin sagte:
    "Der Enthusiasmus ist das Kind der Unwissenheit."
    LG und schönes We.

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    1. Frau Sadie, dieses Zitat gefällt mir. Ich werde es mir bei Gelegenheit einmal ausleihen.

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  7. Solange sie bewusst Distanz zwischen ihren Kollegen und ihnen lassen laesst es sich noch ganz gut damit umgehen, denke ich.
    Wissen sie denn auch wann die Bombe platzt, oder ist ihnen wenigstens diese Ueberraschung gegoennt?

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    1. Ich habe da eine sehr große emotionale Distanz dazu. Ansonsten könnte ich den Job nicht machen.

      Ja, ich weiß wann die Bombe platz. Und alle denken noch, es wird alles gut.

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    2. Ach - gut wird es meist. Immerhin arbeiten zuweilen auch mal faehige Leute daran, dass es gut wird. Nur halt nicht fuer alle.

      Um die emptionale Distanz beneide ich sie ein wenig. Ich waere nicht gut in dem was ich tue, wenn ich Diese so wahrte wie ich gerne wollte. ;)

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