Freitag, 27. Dezember 2013

Christmas Eve - A Side

Der erste gemeinsame Heilig Abend nach 13 Jahren.

Nach 10 oder 11 Jahren, habe ich mich in den letzten 2 Jahren dann doch angenähert. Nicht vollständig, aber ein  wenig. Vor 2 Jahren erkrankte er am Krebs. Hatte Glück im Unglück. Nach einer OP und einer Chemo war dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen. Es war der Stein des Anstoßes, der alles wieder ins Rollen brachte. Die Nachricht erreichte mich im Dezember 2011 als ich gerade in Asien unterwegs war.

Die Probleme die es gab, die Differenzen die im Raum standen, sind nicht bereinigt. Sie werden es auch nie. Ohne zu vergessen, kann ich heute diese Dinge an die Seite legen und mich dem Hier und Jetzt widmen. Er leidet noch immer darunter, dass ihm 10 Jahre im Leben seines Sohnes fehlen. Und sie, sie kann sich an vieles nicht mehr erinnern. Sie ist alt geworden, gesundheitlich stark angeschlagen, baut geistig ab. Manchmal ergeben sich streckenweise helle und lichte Momente, die über mehrere Minuten andauern, um dann von einem Moment zum Anderen wieder in eine Schleife zu verfallen, in der sie ein und dieselbe Sache 5 Mal wiederholt.

Man sitzt beisammen und genießt den Abend. Isst und trinkt. Man Unterhält sich und lacht. Die Stimmung ist gelöst. Es geht locker zu. Es ist so, wie ich es immer haben wollte. Ungezwungen. Ganz anders, als all die Heilig Abende, die ich in Erinnerung habe. Beide sind, wie sie da auf den Stühlen sitzen, die verbleibende Brücke in eine längst vergangene Zeit. Die letzten Bindeglieder. Mehr Familie benötige ich nicht. Mehr will ich nicht. Mit mehr würde ich nicht klar kommen.

Ich gebe es zu. Es war ein guter Abend. Besser als ich es erwartet hätte. Kein Streit. Kein böses Wort. Keine Vorhaltungen. Ich bin zufrieden. Ja, zufrieden.

Kommentare:

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    1. Frau Serendipity, ich gebe es ungern zu, auch mich hat es berührt.

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  2. Es freut mich für sie, dass sie diesen Abend geniessen konnten...

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    1. Mich hat es sogar dahingehend überrascht, Frau Melanie.

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  3. Mehr muß vielleicht gar nicht sein. Danke für diesen Text.

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    1. Frau Friederike, da muss ich Ihnen einfach zustimmen.

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    1. Ja, für mich war es auch eine Erfahrung, Frau Juniwelt.

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  5. Genauso, wie ich es wusste, dass Sie irgendwann vernünftig werden, genauso freut es mich auch! Es gibt Dinge, die müssen einfach sein. Egal, welche Probleme bestanden oder noch bestehen, es sind nun mal die eigenen Erzeuger. Aber das Thema hatten wir ja bereits einige Male in den vergangen Jahren. Man muss halt bei den Eltern im Alter auch mal Abstriche machen. Wenn einer oder sogar beide gegangen sind, ist es zu spät.
    Herr MiM, jetzt haben wir ein Alter erreicht, in dem wir diejenigen sind, die nachsichtig sein müssen. Und mal ehrlich, es gibt auch schlimmere Dinge, oder? Oder?

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    1. Herr Borusse, ob Sie es glauben oder nicht, ich denke es war bei mir weniger die Vernunft, vielmehr das Realisieren, dass ich an einem Punkt bin, wo es weniger zu gewinnen als zu verlieren gibt. Und solche Dinge, sehe selbst ich dann ein.

      Und natürlich, Sie haben recht. Es gibt wesentlich schlimmere Dinge.

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  6. Ich kann die Dinge nicht an die Seite legen und weitermachen. Es brodelt unaufhörlich weiter und wird auch immer schön geschürt, damit die Flamme bloß nicht ausgeht. Seit Jahren keinen Kontakt, aber durch die popelige Verwandtschaft immer auf den neuesten Stand gebracht, ob ich will oder nicht. Hut ab, Herr Mim, aber Männer gehen wohl auch anders damit um.
    Gruß aus M von Frau S

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    1. Frau S, ich verstehe Sie sehr gut. Ich habe auch nicht gesagt, dass ich verzeihe oder vergesse. Ich glaube auch nicht, dass es am Geschlecht hängt, wie man damit umgeht.

      Sagen wir es mal so, wenn Sie jemanden gegenüber haben, der sich aufgrund seines Gesundheitszustands nicht mehr erinnern kann, ist der Punkt erreicht, an dem sie nichts mehr tun können.

      Es bringt nichts mehr.

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  7. Hallo Herr Mim toll gemacht mir ist es auch wieder ganz gut gelungen ich arbeite weiter daran.Ich weiß oft auch nicht wie ich auf mein Umfeld wirke. Leider interessiert es mich nicht immer.Schöne Grüße von Frau A.

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    1. Frau Fabelhaft, ich kann Sie wissen lassen, dass das eines meiner größten Siege gegen mich selbst gewesen ist.

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  9. Das freut mich und macht mich fast ein wenig traurig. (Gut, es macht mich traurig, aber das finde ich schön.)

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    1. Herr Robby, ich werde Ihnen davon noch in aller Ausführlichkeit berichten.

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  10. in meinem Fall zu spät....es gibt nicht immer ein Happy End....auch diese Seite gibt es.

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    1. Ja, Herr Dosenöffner, es gibt nicht immer ein Happy End. Aber ich will mir nicht nachsagen lassen, ich hätte nicht meinen Beitrag zu meinem eigenen Happy Ende geleistet.

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  11. Das freut mich sehr, dass der Abend ein Erfolg war, und es so gut lief :-)

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    1. Unter einem Erfolg würde ich etwas anderes verstehen, aber der Abend war gut, in Anbetracht der Vorgeschichte.

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  12. :-) - Hallelua und Amen!
    Er ist erwachsen, MiM-erwachsen(= which is good and fair enough) = sprich 'er kann mit sich selbst UND Teilen der restlichen Welt'

    Ich bete Sie an fuer diesen Post, Herr MiM !

    LG, Gerlinde

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    1. Frau Gerlinde, nein, erwachsen bin ich nicht. Ich weigere mich dagegen schon seit Jahren :-)

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  13. Eine schöne Weihnachtsgeschichte, lieber Herr MiM!

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    1. Eine Weihnachtsgeschichte, die nie hätte sein müssen.

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  14. Die Tränen stehen mir in den Augen. Zeit heilt alle Wunden heißt es, aber im Endeffekt heilt man selbst seine Wunden, wenn man es denn will. Frohes Neues

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