Sonntag, 20. Oktober 2013

Tales from Suburbia

Vormittags.

Ich schaue aus dem Arbeitszimmer, das im ersten Stock liegt. Vor dem Haus aus dem Nachbargrundstück steht ein älteres Paar. Vielleicht irgendwas um die Mitte 50. Vielleicht auch schon kurz vor 60. Wer weiß das schon. Sie blond, mit einem Block auf einem Klemmbrett im Arm, er mit dunkler Brille mit dicken Rand. Die Haare blond, etwas länger. Vielleicht eine Maklerin mit einem neuen potentiellen Mieter für das Haus, was demnächst frei werden wird? Sie klingeln am Haus nebenan, scheinbar erfolglos und stehen anschließend wieder wartend auf dem Weg herum, der an der Straße mündet.

Kurze Zeit später schaue ich wieder aus dem Fenster. Beide führen ein junges Paar, Anfang 30, durch das Haus. Erster Stock, zurück ins Erdgeschoss, eine Runde durch den Garten. Die junge Frau hat lange, braune, gelockte Haare und verzieht keine Miene. Sie wirkt gelangweilt. Wirklich hübsch ist sie nicht. Sie spazieren den Weg am Haus entlang und verschwinden durch den Seiteneingang ins Innere.

Kurz darauf, vielleicht eine viertel Stunde später klingelt es an der Tür. Das ältere Paar. Sie stellen sich vor. Die Besitzer des Nachbargrundstücks. Sie hätten am Fenster jemanden gesehen und würden gerne die Gelegenheit nutzen, sich vorzustellen. Anstandshalber. Ob man noch die Verrückte mitbekommen hätte, die nebenan gewohnt hätte. Nein? Dann müsse man das Thema ja auch gar nicht anschneiden. Es ist ihnen offensichtlich peinlich. Das Thema muss sich herumgesprochen haben. In Suburbia sieht und hört man alles. Hat ein schlechtes Licht auf sie geworfen. Wie kann man nur solche Mieter sich ins Haus holen? Sie hinterlassen eine Telefonnummer. Wenn irgendetwas wäre oder etwas komisch sein sollte, sofort anrufen.

5 Stunden später weiß ich, dass sie Heilpraktikerin ist und er seinen Dipl. Ing. gemacht hat. Ich sagte ja schon einmal, Suburbia ist klein. Verdammt klein.

Über den Tag verteilt kommen noch weitere Interessenten für das Haus. Der Höhepunkt am späten Nachmittag ist ein so ein Arschlochkind, dass sich einfach in meine Auffahrt gestellt hat und durch das große und massive hölzerne Gartentor schaut, während ich den Rasenmäher für den Garten vorbereite. Kurz darauf gesellt sich der Vater dazu. So ein Kerl mit Jeansjacke, der etwas dümmlich daher schaut. Wäre ich in den USA, irgendwo in den Südstaaten, gebe es bestimmt ein Gesetzt, das mir erlauben würde, beide sofort zu erschießen, weil sie auf meinem Grund und Boden stehen. In manchen Momenten erscheinen mit die USA dann doch nicht so schlecht, wie es einem oftmals Glauben gemacht wird.

In mir festigt sich der Entschluss, dass ich endlich einen Hund brauche. Er wird Zeit sich die britische Bulldogge zu zulegen, die ich gerne hätte. Zwar beißen diese Hunde eigentlich niemanden oder sind in sonst keiner irgendeiner Art und Weise aggressiv, aber man kann sich die Beine brechen, weil sie eigentlich nur im Weg herum liegen. Ich denke über ein Schild nach. Achtung, nicht über die Bulldogge stolpern.

Neue Nachbarn... schauen wir mal.

Kommentare:

  1. vor nicht all zu langer Zeit waren Sie der neue Nachbar.

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    1. Herr Sironie, witziger Weise habe ich mich nirgendwo vorgestellt, was ich auch nicht tun würde, sondern die Leute sind zu mir gekommen und haben sich vorgestellt. Warum auch immer.

      Und ich darf Ihnen versichern. Als Nachbarn würden Sie mich lieben, da ich nahezu unsichtbar bin. Von mir sieht und hört man nichts.

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  2. Irgendwie komme ich mir gerade vor wie bei den Desperate Housewifes. Trotzdem, es ist spannend...

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    1. Der Gedanke kam mir auch gerade. Schon ein bisschen schräg...

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    2. Herr MiM, lassen Sie uns eine Zucht von britischen Bulldoggen eröffnen! Mit dem Hund kann man sich identifizieren - er ist faul und phlegmatisch, aber wehe, er wird losgelassen....

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    3. Sehen Sie, werter Herr MiM, nicht nur mich erinnert das alles an die Wisteria Lane... Sie sind mittendrin! Mal sehn was als nächstes passiert, ob eine rothaarige Hausfrau Bree in Erscheinung tritt.... ;)

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    4. Desperate Housewifes... meine Damen, ich habe nicht die geringste Ahnung, worum es in der Sendung geht. Aber es scheint mir, dass es wahrlich wohl einige Parallelen geben muss.

      Herr Borusse, mit einer Bulddoggenzucht arbeite ich mich in der Rankordnung von Suburbia nach ganz oben vor... nach ganz oben.

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  3. Keine Sorge, Sie gewöhnen sich daran. Vor ein paar Tagen stand ich mit einem Handwerker in meinem Windfang in der geöffneten Haustür, als eine Nachbarin stehen blieb und uns anschaute. "Das ist aber nicht Ihr Ehemann?" Ich bin ja eine anständige Frau, sonst hätte ich Ihr die Antwort gegeben, die mir durch den Kopf ging. Offensichtlich hatte der Mann neben mir den gleichen Gedanken, denn wir grinsten uns verschwörerisch an. Und ich habe die Dame nicht aufgeklärt, sondern nur mit einem "Nein" geantwortet und mich dann umgedreht. Böse, böse...

    Bitte verzeihen Sie mir, werter Herr MiM, ich bin untröstlich. Aus Gründen konnte ich Ihnen nicht zum Geburtstag gratulieren, lasse nun meine guten Wünsche für Sie nachträglich da und hoffe, Sie nehmen diese jetzt noch an.

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    1. Frau Noir, ich frage mich, ob mich wirklich daran gewöhnen will? Eigentlich nicht.

      Anständigkeit... ich werde sehen was ich machen kann und in 2 Monaten werde ich das Niveau der Siedlung auf 30% des aktuellen Stands absenken. Das muss doch zu schaffen sein.

      Und vielen Dank für die nachträglichen Geburtstagswünsche.

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  4. Ganzganzganz viel Spaß mit dem Arschlochkind....sollten die Eltern die Mieter werden... by the way - Rasenmäher? Ich hoffe doch AUFSITZrasenmäher? Nichts ist geiler als mit so einem Ding zu gucken wie klein man die Kurve um den Birnenbaum bei Vollgas hinbekommt *hust*... ach ja, wenn die Dinger mal umkippen sind sie echt schwer wieder aufzustellen *pfeif*

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    1. Nein, Frau Kira, kein Aufsitzrasenmäher. Der steht noch auf der Einkaufsliste.

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  5. Das Gesetzt heisst "Stand your Ground" und würde unser Grundgesetz fantastisch verstärken.

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    1. Ich glaube, ich würde das Gesetz in Deutschland lieben.

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  6. "Wäre ich in den USA, irgendwo in den Südstaaten, gebe es bestimmt ein Gesetzt, das mir erlauben würde, beide sofort zu erschießen, weil sie auf meinem Grund und Boden stehen. In manchen Momenten erscheinen mit die USA dann doch nicht so schlecht, wie es einem oftmals Glauben gemacht wird.
    "

    --> Sie haben mich gerufen?!

    Haha, das mit der Bulldogge ist gut. Hunde wirken aber allgemein abschreckend, wen sie groß genug sind und laut genug bellen. Auch wenn sie eigentlich niemandem was tun. Wirkt immer ;-)

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    1. Frau Chiefjudy, ich buche hiermit einen Kurs "Home defence nach Südstaaten Art" Ich würde Sie bitten, mir schon einmal das Kursmaterial zur Vorbereitung zukommen zu lassen.

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    2. Würde ich ja, aber Waffen mit der Post schicken kommt nicht so gut...^^

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  7. Würde ich ja, aber Waffen mit der Post schicken kommt nicht so gut...^^

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  8. Also irgendwie kann ich mir nur schlecht vorstellen, wie Sie einen Hund ertragen, der permanent Atemnot hat und sich auch so anhört. Und Sabberfäden in Ihren Haus hinterlasst. Ich mag britische Bulldoggen ja auch und hätte gerne eine, wenn es die in gesund gäbe, da es das aber nicht gibt, nehme ich schweren Herzens davon Abstand.
    Zur Not würde ich Ihnen sonst mal die Hündin meiner Eltern vorbei schicken, die nimmt es sehr persönlich, wenn jemand in "ihrer" Einfahrt steht, ich hoffe, Sie haben einen hohen Zaun, mein Vater hat seinen mittlerweile schon das zweite Mal erhöht...

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