Donnerstag, 17. Januar 2013

Die hübschen Beine der Marina S.

Warum ich eigentlich genau hier war, konnte ich mir selbst nicht beantworten. Und ehrlich gesagt, wollte ich auch nicht darüber nachdenken. Letztlich sucht man sich im Nachhinein immer irgendwelche Argumente und Rechtfertigungen zusammen, die einem die Scheiße erklären sollen, in der man steckt. Ich war hier, weil ich hier sein wollte. Jetzt als ich hier war, wäre ich lieber irgendwo anders gewesen.

Diese Ü30 Party war einfach schlecht. Sie war so schlecht, wie eine Ü30 Party in einem Provinznest nur sein kann. Der Tennisclub hatte die Indoor-Tennisplätze zu einer Art Mehrzweckhalle umfunktioniert. Am Eingang stand ein schmieriger dicker Anatole in einem schwarzen Anzug und einem weißen Hemd. Jeder normale Mensch hätte darüber einen Mantel getragen, er nicht. Er trug eine Bomberjacke und eine große goldene Kette hing um seinen speckigen Hals, wie eine Marke die sagte "Ich bin hier der Rausschmeisser." Die Haare waren nach hinten gekämmt und glänzten fettig. Wahrscheinlich hatte er sich dafür ein ganzes Päckchen Butter hinein geschmiert. Wozu man allerdings einen Rausschmeisser braucht, bei einer Party wo man froh sein kann, wenn überhaupt jemand kam, das hatte ich allerdings nicht so verstanden.

Irgendwo am anderen Ende der Halle, hinter der Wand von Zigarettenqualm, legte der Typ am Mischpult einen Song nach dem nächsten auf. Die guten alten 80´er. Als dann Tainted Love aus dem Boxen brüllte, stampfte und wackelte  die Menge auf der Tanzfläche in bester Pop & Wave Manier hin und her. Damals war ja sowieso alles besser. Bis auf dieses Kaff, denn das war damals schon scheiße. Einer der Gründe, warum ich mich damals ganz schnell hier verabschiedet und das Weite gesucht hatte. Aber man kommt immer mal wieder zurück. Manchmal muss man zurück kommen. Man kommt, schaut sich um und weiß innerhalb von Sekunden warum man damals gegangen ist.

Ich stand am Rand und war gegen die Wand gelehnt, schwer damit beschäftigt mir den Plastikbecher anzusehen, der als Behältnis für einen schlecht gemachten Caipi her halten musste. Ich hätte beim Bier bleiben sollen.

- "Wo hast Du Deine Freundin gelassen?", fragte Clint, der mit zwei Bieren sich neben mich stellte und mir eines in die Hand drückte.

- "Sie ist nicht meine Freundin. Ich bin nur Besuch und kann bei ihr über Nacht bleiben."

Clint. Ich hatte ihn am Nachmittag durch Zufall auf einem Parkplatz vor einem EDEKA Markt getroffen und... was nicht erstaunlich war... nach 15 Jahren sofort wieder erkannt. Natürlich hieß er nicht Clint. Aber alle nannten ihn so. Er stand damals in der Schule vor einem Spiegel und machte die Ansage, er hätte verdammte Ähnlichkeiten mit Clint Eastwood. Seit dem Tag nannten ihn alle Clint. Clint hatte einen birnenförmigen Körper und war einen Kopf kleiner als ich. Seine Haare waren an den Kopf geklatscht und sahen noch genau so speckig aus wie früher. Nur die Pubertätspickel waren nicht mehr in seinem Gesicht. Und hätte mich einer gefragt, ich hätte geschworen, er würde noch immer die gleiche Nickelbrille tragen wie damals. Aber ich mochte ihn. Er war keine Schönheit, aber er war gerade aus, scherte sich einen Dreck um das was andere sagten, hatte einen gewöhnungsbedürftigen Humor, der streckenweise mehr als nur derbe war und er war unheimlich intelligent.

Ich deutete in die Masse von Menschen, wo ich meine abendliche Begleitung ausmachen konnte, wie sie sich gerade einem Kerl an den Hals schmiss. Ich musste etwas genauer hinsehen um zu erkennen, dass es nicht der Gleiche war, mit dem sie vor einer Stunde beschäftigt gewesen war. Egal.

Marina war das Paradebeispiel dafür, was passiert, wenn eine Frau in einer der ersten Beziehungen einen ziemlichen Knacks bekommt und anschließend damit beginnt, ihre Beliebtheit an der kumulierten Länge an Schwänzen abzulesen, die in ihr drin gesteckt haben. Demnach war sie wirklich mächtig beliebt. Leider nicht so beliebt, dass man sie sich als Freundin nehmen würde, was ihr des Öfteren schwer zu schaffen machte und sie dazu trieb, ihre Beliebtheit wieder aufs Neue unter Beweis zu stellen. Was sie wirklich beliebt machte war der Umstand, dass sie leicht zu haben war. Erst setzte sie sich ein bisschen in Szene, dann fing sie immer davon an zu erzählen, dass die Schuhverkäuferin bemerken  würde, was für schöne Beine sie hätte. Während dessen drehte sich dann immer ein bisschen hin und her und auf einmal... war sie dann nackt. Man brauchte sie nicht einmal auspacken. Das machte sie immer von ganz alleine. Dann legte sie ich meistens auf den Rücken und man brauchte dann nur noch einmal drüber rutschen. In Summe keine wirklich berauschende Nummer von der man dann seinen Kumpels berichten würde, aber besser als eine langweilige Nacht alleine im Hotel zu schlafen. Außerdem gab es frisch gemahlenen und gebrühten Kaffee ans Bett und das Frühstück war auch immer recht gut.

Der Abend ging zu Ende, Clint verschwand irgendwann im Gewühl und Marina tauchte auf. Wir holten unsere Jacken und gingen den Weg zu Fuß nach Hause. Einer der Vorteile von Provinznestern ist der, dass man nahezu jeden Weg zu Fuß gehen kann. Das ist aber auch der einzige Vorteil  der mir einfällt.

Während wir die Hauptstraße entlang gingen, erzählte sie in einer Tour. Vom Abend, von den Typen die alle irgendwie nicht so toll waren und von Dingen, die ich schon wieder vergessen hatte, weil es einfach zu viel und zu unwichtig war, als dass ich es mir hätte merken wollen. An dem kleinen Aufgang am Zebrastreifen bogen wir ab und kamen in die Siedlung wo sie wohnte.

Als wir an ein paar Garagen vorbei kamen, die von einigen Büschen und Sträuchern umgeben war, blieb sie stehen.

- "Ich muss mal...", sagte sie.

Ich hielt an, zuckte mit den Schultern und angelte mir eine Zigarette aus der Tasche. Sie machte ein paar Schritte zwischen zwei Sträucher, so dass ich sie noch sehen konnte. Sie drehte sich zu mir, schob ihren braunen Rock hoch, ging in die Hocke und redete unbeirrt weiter.

Ich zündete mir meine Zigarette an und schaute sie an. Sie trug nichts darunter. Da hockte sie, die Beine auseinander gedrückt. Im Schein der Laterne konnte ich ihre Pussy sehen. Sie redete immer noch. Dann fing sie an zu pissen und der Strahl schoss zwischen den beiden großen Schamlippen aus ihr heraus. Ich nahm einen kräftigen Zug, schaute zu, während sie noch immer irgendetwas vollkommen belangloses erzählte.

Ich sagte nichts. Was soll ich auch sagen. Ich hatte einmal eine erlebt, die nach dem ich sie auf dem Esstisch gevögelt hatte, anfing vom Tisch aus auf dem Boden zu urinieren. Auf mein überraschtes Gesicht bekam ich nur die Antwort, ich solle nicht so spießig sein. Von dem Moment an, gab es nur noch wenige Dinge, die mich wirklich überraschen konnten.

Irgendwann erhob sie sich wieder und richtete ihren Rock. Wir setzen den Weg fort und kamen nach vielleicht einer viertel Stunde an ihrer Wohnung an. Wir gingen hinauf in ihre Wohnung. Ich warf meine Jacke in die Ecke und nahm mir ein Bier aus dem Kühlschrank. Ein kühles Bier war das Beste, was mir jetzt passieren konnte. Ich stellte mich in den Türrahmen des Wohnzimmers, lehnte mich an und betrachtete sie, wie sie da so im Wohnzimmer stand.

- "Weißt Du was?", fragte sie mich.

- "Nö, was denn?" Ich nahm noch ein Schluck.

- "Ich finde ich habe verdammt hübsche Beine. Als ich diese Stiefel gekauft habe, sagte die Verkäuferin zu mir, ich hätte richtig tolle Beine."

Kommentare:

  1. Gleich dreht sie sich ein bisschen hin und her und schwupp... ist sie nackt.

    Ob der Protagonist wohl "drüber rutscht"? Wir wissen es nicht und werden es wohl nie erfahren.
    Aber wir können es uns zumindest denken. :)

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    1. Nun ja, Herr Paul, wissen Sie... Kaffee und Frühstück musste ich mir damals hart verdienen.

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    1. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man in den seltensten Fällen die Bilder wieder aus dem Kopf heraus bekommt.

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  3. Soso,
    das liegt aber schon länger zurück, oder? Ich mein, bei Ihnen wäre doch jetzt eher eine Ü40 oder gar Ü50-Party angesagt, oder? Ich mein mich erinnern zu können, dass da auch noch etwas mit "Frau MiM" war - oder ist das schon wieder Vergangenheit?

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    1. Herr Ednong, ich hatte im Vorfeld darauf hingewiesen, dass ich einige "Geschichten aus der Zwischenzeit" übertragen werde. Diese wurde ja bereits schon einmal veröffentlicht.

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    2. Da bin ich ja beruhigt. Sie im Hier und Jetzt auf einer Ü30-Party - ach herrje ...

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    3. Ich glaube, die Geschichte ist irgendwann in 2007 gewesen. Also schon ein bisschen her.

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  4. Darf sich der Leser eigentlich auch etwas wünschen?
    Also....ich wäre ja sehr an dieser Tisch-Fick-Nummer-ich-muss-mal-eben-Geschichte interessiert!

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    1. Sie haben mich auf eine Idee gebracht. Ich glaube, ich werde das Thema angehen und die tatsächlich einmal schriftlich ausarbeiten.

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    2. Ich habe es mir überlegt. Sie bekommen die Geschichte. Ich brauche allerdings ein bisschen Zeit dafür.

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  5. auch diese Geschichte kenne ich...und lese sie gerne wieder ;-)...hach* warum hab ich nur meinen Blog gelöscht...sentimentalmodus*

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    1. Herr Dosi, ich kann mich nur wiederholen. Schaffen Sie sich einen Blog an. Es war eh schon fies genug von Ihnen, mich allein mit den den ganzen Frauen zurückzulassen.

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  6. Auch wenn der Inhalt dieses Eintrages nicht gerade meine Interessen widerspiegelt (So sagt man das doch, oder?), trotzdem habe ich mich in Ihren Schreibstil verliebt. Ich will mehr davon.

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    1. Ich danke Ihnen. Ich habe da noch einige Geschichten, die ich aus dem alten in den neuen Blog ziehen will. Sie werden also noch etwas zu lesen bekommen.

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  7. Antworten
    1. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Sie mich immer an einen großen Teil meiner Schandtaten erinnern werden, meine Liebe ;-)

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    2. Ich werde versuchen, mich zurückzuhalten ;-)

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  8. schön, endlich wieder mal eine richtige MiM Geschichte

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