Freitag, 14. Dezember 2012

Herr MiMs stimmungsvolle und vorweihnachtliche Adventsgeschichte

Wir alle hingen bei Frank herum. Es waren noch 2 Wochen bis Weihnachten. Es war kalt. Aber nicht kalt genug. Der Schnee der über Nacht gefallen war, hatte sich in grau-weiße Matsche verwandelt.

Frank wohnte in einer kleinen 1 Zimmer-Wohnung in der Innenstadt, im 4 Stock eines Altstadthauses. Die Stufen zu seiner Wohnung führten durch ein altes verdrecktes Treppenhaus, das die besten Tage schon hinter sich gelassen hatte. Er war Koch in einem Restaurant am Stadtrand. Das Restaurant lag an einer der Zufahrtsstraßen in die Stadt. Verließ man die Stadt Richtung Westen, dann fuhr man zwangsläufig an dem Haus vorbei. Früher war es ein Bordell gewesen. Im Dunkeln hatte dort immer ein rotes Licht durch die schweren Vorhänge geschimmert, die den Blick in das Innere verwehrten. Jetzt war es ein Restaurant und ein Hotel. Ich kannte niemanden, der dort jemals eine Nacht verbracht, geschweige denn dort etwas gegessen hatte. Frank hatte schmierige Haare, die er mit irgendeiner triefend, öligen Flüssigkeit zurück gekämmt hatte. Mein Freund mutmaßte einmal, dass er dafür das alte Bratenfett aus den Pfannen der Hotelküche nehmen würde.

Wir saßen im Wohnzimmer, das zugleich Schlafzimmer und was weiß ich nicht alles war. Die Wände waren weiß und an ihnen hingen Poster von Heavy Metal Bands. Das Schlafsofa war heruntergekommen und das ganze Zimmer sah ranzig aus. Wir hatten bereits am Nachmittag mit dem Trinken angefangen. Der Aschenbecher war längst übergequollen und ein paar ausgedrückte Zigarettenstummel lagen bereits auf dem Tisch verstreut. Neben Frank, meinem Freund und mir, war Sven mit von der Party. Rufname Sven Doof. Er war nicht ganz sauber im Kopf und hatte dafür sogar eine Bescheinigung. Er hielt jedem der sich dafür interessierte immer seinen Behindertenausweis unter die Nase. Und wer es nicht wissen wollte, dem auch. Sven war einen halben Kopf größer als wir. Er hatte seinen blonden Haaren eine zu lang geratene Mecky-Frisur verpasst und das Gestell seiner silberfarbende Brille lag auch nicht wirklich im aktuellen Trend. Sein IQ war so niedrig, dass er auf dem schmalen Grad zwischen einfach nur dämlich und geistig behindert balancierte. Ein Gesichtsausdruck wie ein Bekloppter. Man konnte ihm den Schwachsinn ansehen. Und wie das so ist, selbst wenn du so dumm wie ein 5-Körner-Brötchen bist, gibt es immer noch jemanden, der noch dümmer ist als du selbst. In diesem Fall hatte Doof eine Freundin gefunden… oder wie man das auch immer nennen mochte. Wirklich toll sah sie nicht aus. Zu kurze Haare, keine Titten und mit Pickeln im Gesicht keine weiteren Probleme, weil kein Platz mehr da war.

Der Glühwein des Weihnachtsmarktes hatte schon seine Spuren hinterlassen. Wir waren schon reichlich betrunken und hatten vor, diesen Zustand noch fort zu führen. Das Zimmer war mit blauen Nebelschwanden der Zigaretten durchzogen. Auf dem Boden kullerten die braunen Bierflaschen herum und im Fernsehen lief ein Video, in dem es hauptsächlich darum ging, dass eine gewisse Madame X sich über irgendwelche Männergesichter hockte, ihnen in den aufgerissenen Mund pisste und am Ende von einem Schäferhund bestiegen wurde. Ein Meisterwerk der Amateur-Porno-Kunst. Frank hatte es bei einem russischem LKW Fahrer gegen einen Kasten Bier eingetauscht.

 - “Ich könnte noch Bier vertragen”, sagte Frank. “Hey Doof… sag´ Deiner Ische mal, sie soll Bier aus der Küche holen. “

Die kleine Braunhaarige mit der scheiße-aussehenden Kurzhaarfrisur stand auf. Doof musste nich einmal etwas sagen.

- “Ist ja gut… ich geh ja schon”, nuschelte sie und verschwand aus dem Zimmer in Richtung Küche. “Wo denn? Ich find hier nichts?”, rief sie in das Wohnzimmer.

 - “Scheiße Mann…”, Frank stand auf und setzte sich in Bewegung, “ey Doof, die ist noch bescheuerter als Du.”

Es wurde eine weitere Runde Zigaretten angezündet, Madame X leckte an einem rosa farbigen Hundeschwanz herum und wir 3 im Wohnzimmer machten uns daran das verbleibende Bier zu trinken. Nach einer viertel Stunde war der letzte Schluck getrunken.

 - “Sag mal… was machen die eigentlich so lange in der Küche”, fragte mein Freund mich. Ich zuckte mit den Schulter.

 - “Keine Ahnung? Ich denke… da sollte man mal nachsehen, oder?”

- “Jau…”

Wir standen auf und trotteten in die Küche. Als wir im Türrahmen standen bot sich ein wahrlich weihnachtlicher Anblick. Die kleine Hässliche saß auf dem kleinen Küchentisch, dessen Metallbeine bedenklich wackelten. Zwischen ihren Beinen stand Frank mit herunter gelassenen Hosen, fickte sie hektisch und bot uns einen Anblick auf seinen dicken haarigen Arsch. Nichts sieht lächerlicher aus, als ein Kerl in Turnschuhen, Tennissocken und herunter gelassener Hose.

 - “Ist ja ein Ding”, sagte mein Freund und legte ein ziemlich dreckiges Lachen auf. Dann kam Doof dazu.

- “Was macht der denn da?”

- “Der fickt Deine Alte.” Er zog an der Zigarette. “Wahnsinn… Mann… echt der Wahnsinn.” Mein Freund lachte immer noch. Doof wurde lauter.

- “Ey lass das. Hör auf damit.”

Frank hörte nicht auf. Er rammelte einfach weiter.

- “Scheiße… verpisst Euch”, schimpfte er, dabei hörte er nicht auf die kleine Hässliche zu vögeln, die auf dem Küchentisch saß und sich mit den Händen auf der Tischplatte abstützte.

Mein Freund war immer noch am Lachen, während ich das Bier nach kurzem Suchen in einem Wandschrank  fand.

- “Komm wir gehen”, sagte er und zog Doof am Ärmel aus dem Türrahmen.

- “Yepp… aber das Bier nehmen wir mit”, fügte ich hinzu, zog meine Jacke an und klemmte den Träger Bier unter den Arm.

Wir verließen zusammen die Wohnung und suchten uns eine Sitzbank in der Stadt und tranken weiter. Doof blieb still, trank noch ein Bier. Irgendwann ging er, ohne ein Wort zu sagen. Wir blieben sitzen. Es waren noch 2 oder 3 Bier da.

Mein Freund zündete eine Zigarette an und reichte Sie mir. 

- “Was machst Du dieses Weihnachten?”, fragte er. Ich überlegte kurz. Was sollte man Weihnachten schon machen?

- “Ich weiß es nicht.” Und ich überlegte einen Augenblick. “Wahrscheinlich irgendwo etwas trinken gehen.”


Kommentare:

  1. Sie haben die Geschichte etwas überarbeitet, oder? :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Minimal, in unwesentlichen Details.

      Löschen
    2. Genau genommen, habe ich 3 oder 4 Sätze hinzugefügt und einen Namen entfernt. Mehr nicht.

      Löschen
  2. Geh Pfui , des war a grausliche Gschicht mit so vielen grindigen Leuten...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das Leben schreibt aber immer noch die besten Geschichten, wie ich finde.

      Löschen
    2. Da muss ich Ihnen zustimmen. War das in 'Dreckskaff'?

      Löschen
    3. Das war in Dreckskaff. In der Tat.

      Löschen
  3. Na dann hatten die Hauptdarsteller der Weihnachtsgeschichte ja mehr Stil als ich dachte- sie passten sich mit Grindigsein ans Kaff an. Nur Sie wollten das nicht und haben es verlassen....

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ähem... ich glaube Sie haben da etwas absolut missverstanden. Diese Erlebnisse haben ich alle anderen Gegebenheiten innerhalb ´Dreckskaff´ vorgezogen. Dieses hier war nie ein Grund zu gehen, eher wäre es ein Grund gewesen zu bleiben.

      Löschen
  4. Danke fuer die Erläuterung, werter Herr MiM!

    AntwortenLöschen
  5. Jaa richtig, ich erinnere mich. Aber da war damals noch irgend ein anderer dabei, oder? Ich erinnere noch einen Namen, der da fehlt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, aber an der Geschichte habe ich nicht verändert. Ich habe nur den Namen weggelassen :-)

      Löschen
  6. Hach ja, eine gute, alte Geschichte. Ich weiß nicht, ob ich sagen soll, dass ich in meinem Leben etwas verpasst oder Glück gehabt habe :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Jeder hat andere Erlebnisse, die einem etwas bedeuten und seiner Ansicht nach, das Leben für ihn interessant machen.

      Löschen
  7. Das mit der Situation (Freund vögelt hässliche Freundin von anderem Typen ...und jeder hat's gesehen) hat sich wahrscheinlich jedem schon mal geboten...aber ganz ehrlich das sie neben bei einen Tierporno laufen hatten...verändert meine Fantasievorstellung von ihnen so sehr

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sollten Sie an dem Punkt bereits Probleme bekommen, würden Sie den Rest über meine Person gar nicht wirklich wissen wollen.

      Löschen
    2. Mit einer hohen Wahrscheinlichkeit.

      Löschen
  8. Ihre Vorliebe für Bukowski erklärt sich immer mehr.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Leider bin ich über Bukowski erst vor vor 3 Jahren gestolpert, nach dem dieses alles bereits sehr sehr lange zurück liegt.

      Löschen

KOMMENTAR-ABGABE-GEBRAUCHSANWEISUNG DIE VORHER ZU LESEN IST

Verehrter Leser, verehrte Leserin,

plumpes Duzen ist in diesem Blog verpönt. Duzen dürfen Sie mich, wenn Sie mit mir bereits einmal betrunken die Kellertreppe herunter gefallen sind. Wenn Sie mich nicht Siezen wollen, dürfen Sie mich auch mit "Eure Großartigkeit" und/oder "Oh Unglaublicher" ansprechen.

Ihre Kommentare müssen NICHT meine Meinung widerspiegeln und dürfen auch gerne kritisch sein... an der Sache, an meiner Person.

Habe ich das gesagt? Vergessen Sie es. Ich will schöne Kommentare. Sagen Sie mir wie toll ich bin, feiern Sie mich und schmieren Sie mir Honig ums Maul.

Jegliche Kommentare die mir nicht gefallen oder mich nicht als grandiose und tolle Person darstehen lassen, lösche ich sofort.

Für die restlichen Kommentare gibt es keine genauen Regeln. Ich bin da sehr willkürlich und die Veröffentlichung kann stark von meiner persönlichen Tageslaune abhängen. Und die ist meistens ziemlich mies.

Anonyme Kommentare, außer der mir bekannten üblichen Verdächtigen werden nicht veröffentlicht.

Und wenn Sie mir etwas mitteilen wollen, dann schreiben Sie mir eine Email. Die Kommentarfunktion dient nicht als Kanal für konspirative Mitteilungen.

Ach, Sie finden hier keine Email? Das könnte dann daran liegen, dass ich an einem Kontakt mit Ihnen kein Interesse habe.

Auch ist die Kommentarfunktion auch nicht dazu gedacht einer Ihrer wirren Ideen und/ oder Meinungen eine Plattform zu bieten. Dafür empfehle ich das Schreiben eines eigenen Blogs und diesen in einen Webkatalog für Verschwörungstheorien einzutragen.

Weiterhin dient dieser Blog nicht dazu um persönliche Kontakte zu generieren, Freundschaften zu schließen oder Bekanntschatften mit Frauen aufzubauen. Ich mag andere Menschen nicht sonderlich und ich habe keine Zeit und Lust auf zeit- sowie energieraubende Balzrituale. Dieser Blog dient ausschließlich mir selbst zu zeigen, wie toll ich bin und Sie sowie den Rest der Menschheit als unwürdig dastehen zu lassen.

Ich versuche hier keinen Beliebtheitswettbewerb zu gewinnen.

Gleichzeitig stimmen Sie mit der Abgabe Ihres Kommentars, im Fall meiner Übernahme der Weltherrschaft, der Abschaffung des Frauenwahlrechts, der Einführung eines 24 stündigen frei zugänglichen Amateurpornokanals, der öffentlichen Auspeitschung von Mit-150km-auf-der-linken-Spur-Fahrer und der Einführung des Freitags als offiziellen Cuba Libre Tags zu.