Freitag, 21. Dezember 2012

Ein offener Brief an die Mutter meines Patenkindes

Liebe Klaudija (* der Name wurde geändert, sie schreibt sich mit C und ohne J),                  

es freut mich, dass Du mich in Kenntnis gesetzt hast, dass die Umschläge, die für die Kinder bestimmt sind, angekommen sind. Besonders die Wertschätzung die Du mir zu Teil kommen lässt, dass Du für die Übermittlung der Information eine SMS auf das Festnetz schickst, bei der dann eine Computerstimme, die ein wenig an die guten alten C64 Zeiten erinnert, die Nachricht vorliest. Das lässt mein Herz höher schlagen.

Ich möchte mich an der Stelle auch dafür entschuldigen, dass ich Deine Erwartungen des reichen und gut verdienenden Patenonkels, der Unmengen an Bargeldbeständen in das Kind hineinpumpt, nicht entsprochen habe.

Erstens, bin ich ja schließlich auch nur der Ersatzpate. Nach dem ich bei der Geburt ablehnt hatte, der richtige Pate, die zweite Wahl, sich als Vollpfosten heraus stellte und Dein Mann, mein Freund, sich von Dir getrennt hatte, habe ich einzig und allein diesen Posten angenommen, weil ich ein Auge auf die Kinder meines Freundes haben wollte. Das weiß er auch, weil ich ihm das gesagt habe.

Zweitens, wäre ich mir auch nie sicher gewesen, ob das Geld bei dem Kind auch ankommt. Aus diesem Grund habe ich Bargeld auch immer per Einschreiben geschickt und die größeren Beträge auf ein Konto, dass noch immer auf meinen Namen läuft, eingezahlt, damit bis zum Schluss die alleinige Verfügungsgewalt durch mich gewährleistet ist und die Gelder nicht in zur Tilgung eventueller Schulden von Dir und Deines neuen Mannes herangezogen werden.

Im Gegensatz zu Dir, finde ich es keine gute Idee und würde ich mich auch nicht freuen, wenn wir uns im neuen Jahr wieder einmal sehen würden. Ich kann Dich nämlich nicht leiden. Du gehst mir ziemlich auf die Eier.

Jedes Mal wenn wir uns sehen, erzählst Du mir, was Dein Ex-Mann, mein Freund, für ein mieser Typ ist, weil er Dich und die Kinder verlassen hat. Er hätte ja schließlich alles bei Dir gehabt. In Deinen Augen trägt er für alles die Schuld.

Die Schuld trägst Du ganz alleine. Du hast ihn Dir ausgesucht. Als Ihr geheiratet habt, hast Du mich vor dem Standesamt gefragt, ob ich es nicht toll finden würde, dass Du meinen Freund jetzt heiratest. Ich erinnere mich daran, dass Du ziemlich sauer gewesen bist, weil Dir sagte, dass das eine Scheißidee wäre, weil Du keine Ahnung hättest, was und wen Du da heiraten würdest.

Du hast geglaubt, Du könntest aus ihm etwas machen, was Du gerne hättest. Wildfänge aus der freien Natur eigenen sich nicht für die Käfighaltung.

Als Deine Ehe in die Brüche ging und Du mich fragtest, was Du tun solltest, habe ich Dir gesagt, dass das von Anfang an Blödsinn war und Du Dich scheiden lassen sollst. Auch das wolltest Du nicht hören.

Ich erinnere mich noch, wie mitten in einer Besprechung damals der Anruf von ihm kam, er hätte gerade Frau und Kinder verlassen.

Kann sein, dass Du es nicht verstehst, warum ein Mann ein beständiges Leben, mit einer Frau und zwei Kindern, für ein kleines, nicht besonders helles Flittchen wegwirft. Ich kann es verstehen. Lieber nur noch ein einziges Mal das Gefühl haben am Leben zu sein, als für den Rest seines Lebens in einem Käfig zu vegetieren.

Die Aufzählungen der Verfehlungen Deines Ex-Mannes, meines Freundes, wie oft er Dich betrogen hat, die mir immer wieder erzählst, wenn wir uns sehen, sind für mich nicht relevant. Es spielt keine Rolle was dieser Mensch jemals in seinem Leben getan hat oder tun wird. Dieser Mensch hat niemals und würde niemals zögern für mich den Kopf hinzuhalten. Dieser Kerl würde sich auch dann an meine Seite stellen, wenn niemand mehr neben mir stehen wollen würde. Diese Freundschaft ist fast 30 Jahren gewachsen, hat Höhen und Tiefen, Freundinnen, Geliebte und Ehefrauen überdauert. So verschieden wir auch sind, so sehr sind wir miteinander verbunden.

Die Unerträglichkeit Deines Gemaule ist dann auch der Grund, warum ich in diesem Jahr wohl leider Deinen Geburtstag und Deinen neuen Mannes, wohl vergessen habe. Hoppala.

Ich bin nicht mehr länger gewillt, mir Deinen Scheiß anzuhören. Ich habe keine Lust mehr meine Zeit mit Dir zu verschwenden.

Du nervst.

Frohes Fest

Dein MiM

Kommentare:

  1. wenn du das weggeschickt hast so wie es hier steht ... respekt ;) Direkt ehrlich und ein bisschen zuvorkommend. Ich mag solche Menschen, leider sterben sie aus.

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    1. Ich habe das nicht weggeschickt. Ich habe Ihr knapp 90% davon digital bereits gesagt.

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  2. Sie könnten den Text in 26 SMS verpackt an ihr Festnetztelefon schicken.

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    1. ihre antwort ist die einzige, die mir gefällt.
      ich finde nämlich, herr mim hätte sich ein bißchen mehr mühe geben können.
      jedenfalls für uns. ich hätte schon gern mehr anhaltspunkte in bezug auf käfighaltung. und welche waffe hat claudia in den rücken des zukünftigen gehalten, als sie ihn zum altar abführte. hatte der, damals noch potentielle, gatte, gerade eine art starre in bewegungs- und sprechwerkzeugen?
      WESHALB HABEN SIE IHN NICHT DA WEGGEHOLT? RECHTZEITIG? schöner freund!
      M.

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    2. Oh, ich habe ihn klipp und klar gesagt, was ich von der Hochzeit halte. Ich bin immer für ihn da. Egal was er tut. Aber für sein Handeln und seine Entscheidungen ist jeder selber verantwortlich.

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  3. Hehe... und der Name der Empfängerin ist fast beliebig austauschbar.
    Ich schlage vor, das Schreiben als Formularvorlage in allen gänigen Textverarbeitungsprogrammen zu integrieren.

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    1. Ich stelle den Text gerne unentgeltlich zur Verfügung.

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  4. *gnihihihihihihi* - gut wenn Frau weiß, wem die eigene Loyalität gehört.

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  5. Ich wäre gern dabei wenn SIE es liest.

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    1. Wie ich oben bereits sagte, ich habe ihr das nahezu komplett bereits gesagt.

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    1. Ja, so bin ich. Ich und meine feinfühlige Art.

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  7. Mann oh Mann, Sie haben 'Cojones'. Ich mag es, wenn man nicht um den heissen Brei spricht und Fakten nennt! Toller Brief, armes Patenkind!

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    1. Ich sage es Ihnen, aus dem Kind hätte in dem richtigen Umfeld wirklich mal etwas werden können.

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  8. Alter Schwede, das nenne ich mal deutlich. Ich bevorzuge auch in jeder Beziehung eine klare Aussage, aber im Vergleich zu Ihnen bin ich der geborene Diplomat.... Respekt.

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    1. Eines kann ich Ihnen sagen, wenn ich richtig sauer bin, kann ich richtig ungemütlich werden.

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  9. Hoffentlich ist sie jetzt so sauer auf sie, dass sie nie wieder mit Ihnen redet. Wäre zumindest wünschenswert. Ich kenne da wen, dem kann ich sagen was ich will... Immer wenn er mich dummerweise sieht, habe ich ein Schnitzel am Bein... egal was ich sage.

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    1. Wirklich hoch stehe ich nicht in der Beliebtheitsskala. Aber mir geht es da wie Ihnen. Man wird die Leute nicht los, man kann sie noch so schlecht behandeln.

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  10. Lustig die Mutter meines allerersten Patenkindes heißt auch so und hat einen ähnlichen Charakter noch zu ergänzen wäre Niedertracht und Verlogenheit.Daher haben wir auch seit 1999 keinen Kontakt mehr. Sie versucht es aber dann und wann mal wieder.Aber wenn ich Nattern sehen will geh ich in den Zoo.

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    1. Das ist das, was ich nicht verstehe. Die wissen doch, dass sie nicht gemocht werden, lästern sich einen ab, wenn außer Reichweite ist und dennoch... die kommen immer wieder an.

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  11. und nun bin ich auf klaudijas reaktion gespannt, wenn denn überhaupt eine kommt! kann man der festnetz-computerstimme eigentlich auch einen pieps-ton zuordnen? hm.

    post scriptum: oh ja, pére lachaise ist wirklich ein paris-highlight, vorallem in allster früh, wenn einem der nebel die füße streichelt :)

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    1. Die Dame hat einen eingebauten Filter, der alles unbequeme herausfiltert und irgendetwas anderes daraus macht. Schlimm.

      Danke für die Erinnerung. Ich glaube, ich muss dringend wieder einmal nach Paris.

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  12. gucken Sie mal, sieht der Ihnen nicht ähnlich XD

    http://www.zalando.at/dfp-design-mr-p-one-man-shy-lampe-schwarz-weiss-df173a002-850.html

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    1. Ähem... nein, tut mir leid, kann ich mich nun gar nicht mit identifizieren ^^

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  13. Herr Mim, schicken Sie ihr doch einfach den Brief!
    Dann können Sie hier wieder über amüsantere Dinge schreiben, wie das Pascha.
    Schöne Weihnachten! ( trinken Sie evtl. einen für mich mit)

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    1. Ihnen auch... ein frohes Fest und natürlich trinke ich gerne etwas für Sie mit. Ich werde gleich heute damit anfangen.

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  14. Die SMS auf's Festnetz war bestimmt ein Versehen^^ Ist einer Freundin von mir letztens auch passiert, sie hat meine Festnetz- anstelle der Mobilfunknummer angetippt (nein, nicht im iPhone, wir haben ganz normale Telefonier-Handys). Wir waren beide überrascht, dass die Übermittlung funktioniert und wie komisch das dann klingt. Werden wir nun öfter machen.

    Zu C.: ich denke da ist alles gesagt.

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    1. Das ist kein versehen. Da passiert nun zum dritten Mal in Folge. So blöde kann die nun wirklich nicht sein.

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  15. Ich kenne das Gefühl, wenn sorgfältig ausgewählte Geschenke einfach so hingenommen werden. Wenn noch nicht mal eine E-Mail kommt, ob das Geschenk überhaupt angekommen ist. Man fühlt sich ausgenommen und benutzt. Vor allem, wenn nicht einmal ein "Danke" kommt. Mein jüngstes Patenkind ist Anfang Dezember 18 geworden, und ich stelle jetzt alles ein. Auch den Kontakt, denn zum 18. und als Führerscheinzuschuss gab es noch einmal 500€, nur von der gesamten Familie keine Reaktion darauf. Nein, auch ich kann keine Dukaten scheiXen. Und ein Patenkind will auch ich nicht mehr.

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