Mittwoch, 5. Dezember 2012

Am Ende war der Bubble Tea

Zuerst waren da Fachgeschäfte. Vor Jahren irgendwann einmal. Herrenausstatter, HiFi und Fernsehfachgeschäfte und was weiß ich nicht alles.

Als die gingen, kamen Mobilfunkverträge-Dealer. Eine Einkaufsstraße, alle 150 bis 200 Meter ein Laden. Ich fragte mich immer, wer eröffnet solche Läden? Junge Leute, nicht in der Lage ganze Sätze klar und deutlich zu sprechen aber in einem schwarzen Anzug, mit einer Krawatte, um sich den Anschein von Seriosität zu geben. Sie wussten immer wo man unterschreiben sollte, aber wenn man sie fragte, wo denn sich ihre eigenen Aussagen im Vertrag wiederfinden würden, kamen sie ins Stottern. Und wenn man nicht aufpasste, jubelten sie einem noch irgendeine Datenkarte unter, die kein Mensch brauchte. Und wehe es gab mal ein Problem mit dem Vertrag. “Wenden Sie sich bitte an die Telefongesellschaft. Mit denen haben Sie den Vertrag beschlossen.” Hat man früher seinen Kindern Angst gemacht und sagte ihnen, würden sie nicht fleißig lernen, würden sie als Müllmann enden, konnte man jetzt mit dem Finger an die Verkäufer bei Media Markt und Saturn zeigen, die in Mitten der ganzen Waren, Fernseher und Computerteile, an kleinen Tischen auf Stühlen sitzen und Mobilfunkverträge versuchen an den Mann zu bringen. Erinnert ein bisschen an eine Nutte, die hinter dem Fenster auf ihrem Stuhl auf Kunden wartet.

Nach dem die ersten Mobilfunkdealer wieder verschwanden kamen die Bubble Tea Läden. Quietschbunte Läden, wie ich sie zuletzt in Hongkong gesehen hatte, mit einer billigen Plastikausstattung. Alleine der Anblick hatte etwas von einem analogen LSD Trip. Dann kam Stiftung Warentest und sagte, dass das Zeug ernährungstechnisch nicht ganz so großartig sein soll, wie man vielleicht angenommen hatte. Kurz darauf hingen erschienen Plakate an den Bubble Tea Bars in denen die Betreiber betonten, dass ihre Getränke nicht gesundheitsgefährdend sein würden, jedenfalls nicht mehr schädlich, als der tägliche Konsum von 5 Litern zuckerhaltiger Coca Cola. In der einen Straße gab es drei Läden auf 400 Metern. Einer davon war in eine Boutique integriert, die von asiatischen Kindern gefertigte Ramschmode aus irgendwelchen Hinterhoffabriken an die örtlichen jugendlichen RTL2 Zuschauer verticken. Ich habe nie mehr als ein oder zwei Kunden in diesen Läden gesehen. Nie saß jemand an den Tischen. Als ich die Straße entlang ging, musste ich feststellen, dass zwei von den Bubble Tea Bars geschlossen hatten. Letzte Woche noch geöffnet, jetzt leergeräumt. Nur noch ein buntes Schild über den Eingang erinnerte noch an die Bubble Tea Ära.

Ich frage mich, was nach dem wohl Bubble Tea kommt?

Kommentare:

  1. Der Bio-Imbiss? So mit Tofu-HotDogs in Dinkelsemmeln? Bio Pommes fürn Zehner pro Portion aber ohne Gold?

    Ich hab noch nie Bubble Tea versucht. Gibt's hier auf dem Land nicht und in die Stadt trau ich mich nicht.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich muss gestehen, auch ich habe bis zum heutigen Tag noch keinen Bubble Tea probiert.Ich finde, das Zeug sieht furchtbar aus.

      Bio-Imbiss... das hätte ja noch ein bisschen was an Seriosität, wie ich finde.

      Löschen
    2. Ich habe ihn mal probiert. Er sieht nicht nur furchtbar aus, er schmeckt auch so...

      Löschen
  2. . o O (Ob es sich hierbei wohl um MiM's "Eigentlich..."-Post von heute Mittag handelt?)

    AntwortenLöschen
  3. Meine Geschäftsidee ist eine Art Dönerbude mit Spanferkel, das fröhlich seine Runden am Spieß dreht und sich von allen Seiten bräunen lässt. Ich würde fett und glücklich werden. Das wäre doch mal was, oder?

    Bubble Tea hab ich ehrlich gesagt nie probiert. Ich mache selten Trends mit. Und in einem Handyladen war ich auch noch nie. Ich bin aber gerne uncool. :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich mag diese Idee mit dem Spanferkel... ^^ Brauchen Sie einen Koch?

      Löschen
  4. Auch bei uns verschwinden die Läden kurioserweise so schnell, wie sie gekommen waren. Wie schrecklich bedauerlich. Hatte ich doch nie Gelegenheit, das Zuckergebräu mal zu testen. Wie schrecklich bedauerlich.
    Bei uns wird übrigens alles... aber wirklich alles!... was schließt, durch Dönerbuden ersetzt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Höre ich da einen klitzekleinen Funken Ironie? :-)

      Dönerbuden finde ich zumindest angenehmer als Bubble Tea Läden. Aber so viel Döner ist dann sicher auch nicht so toll.

      Löschen
  5. 10-Cent-Läden voll mit Restposten des Maya Kalenders. Sicher.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sieh an... es lebt.

      Ja, der Drops mit den Mayas dürfte nun auch gelutscht sein. Meinen Sie, die Kalender kauft jemand noch... auch wenn es nur 10 Cent sind.

      Löschen
  6. Das Bubble-Tea-Zeug ist komplett an mir vorbei gegangen. Ich vermisse aber nichts.

    Was jetzt kommt? Keine Ahnung, kommt wohl auch das Stadtviertel an ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich glaube, dass wird auf lange Sicht immer schlimmer werden. Stadtvierteil *seufz* ... Sie sagen es.

      Löschen
  7. Bubble-Tea. Das Zeug sieht so aus wie das, was ich früher im Labor im Kolben hatte. Nee, das verbietet mein alter Chemie-isst-man-nicht-Reflex das zu probieren... Zukunftsvision? - nee, keinen blassen Schimmer, bin ich zu alt für *hust*.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich glaube, nein, ich bin mir absolut sicher, dass das Zeug auch nur aus reiner Chemie besteht. Das sieht schon nicht so aus als wenn man das wirklich trinken sollte.

      Löschen
  8. An meinem auslaendischen Wohnort kam diese Welle nie an und nu ist sie auch wohl schon wieder vorbei. Aber davon abgesehen sind die Zeiten wo ich dachte: Hui cool, ist bunt, stinkt und knallt vielleicht, MUSS ich ausprobieren, schon etwas laenger vorbei :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das ist einer der unglaublichen Vorteile des Alterns. Man weiß, dass man nicht mehr jeden Blödsinn mitmachen muss.

      Löschen
  9. und nun kommt ein Internetcafe oder ein Zentrum für Muselmanische Völkerverständigung... Merke Schlimmer geht Immer.

    AntwortenLöschen
  10. Ein-Euro-Läden. T€DI und dergleichen. Bei uns ist das hier so. Toll ist was anderes.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. T€DI... oh weia... das sind solche Läden, wenn die einmal drin sind, dann gehen die nie wieder raus.

      Löschen
  11. Mein neuer Nachbar ist jetzt ein gelangweilter BubbleTea-Verkäufer, scheinbar ohne Aufgaben und Kunden. Aber er tippt den ganzen Tag in sein Smartphone, alternativ starrt er auf ein Tablet. Ich war tatsächlich, wie von Ihnen beschrieben, vor dem BubbleTea-Shop mit meinem Mobilfunkfachgeschäft dort.(Allerdings bin ich Ü40).
    Könnten die BubbleTea-Geschäfte möglicherweise eine feindliche Übernahme der Handybuden planen? Ich befürchte zudem, dass mit den BubbleTeaPerlen heimlich Trolle gefüttert werden.
    Ich bin bestürzt darüber, wie Sie meine Branche wahrnehmen. Hier ein Link zur Erheiterung und zum Einblick in meine Arbeit:
    http://mobilfunkfachverkaeuferin.blogspot.de/

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich persönliche glaube schon lange, dass es da eine Bubble Tea Verschwörung gibt.

      Die Wahrnehmung Ihrer Branche wurde maßgeblich dadurch bestimmt, wie sich die Angehörigen dieser Branche präsentiert haben. Jeder trägt dazu bei, wie man ihn selbst wahrnimmt.

      Löschen

KOMMENTAR-ABGABE-GEBRAUCHSANWEISUNG DIE VORHER ZU LESEN IST

Verehrter Leser, verehrte Leserin,

plumpes Duzen ist in diesem Blog verpönt. Duzen dürfen Sie mich, wenn Sie mit mir bereits einmal betrunken die Kellertreppe herunter gefallen sind. Wenn Sie mich nicht Siezen wollen, dürfen Sie mich auch mit "Eure Großartigkeit" und/oder "Oh Unglaublicher" ansprechen.

Ihre Kommentare müssen NICHT meine Meinung widerspiegeln und dürfen auch gerne kritisch sein... an der Sache, an meiner Person.

Habe ich das gesagt? Vergessen Sie es. Ich will schöne Kommentare. Sagen Sie mir wie toll ich bin, feiern Sie mich und schmieren Sie mir Honig ums Maul.

Jegliche Kommentare die mir nicht gefallen oder mich nicht als grandiose und tolle Person darstehen lassen, lösche ich sofort.

Für die restlichen Kommentare gibt es keine genauen Regeln. Ich bin da sehr willkürlich und die Veröffentlichung kann stark von meiner persönlichen Tageslaune abhängen. Und die ist meistens ziemlich mies.

Anonyme Kommentare, außer der mir bekannten üblichen Verdächtigen werden nicht veröffentlicht.

Und wenn Sie mir etwas mitteilen wollen, dann schreiben Sie mir eine Email. Die Kommentarfunktion dient nicht als Kanal für konspirative Mitteilungen.

Ach, Sie finden hier keine Email? Das könnte dann daran liegen, dass ich an einem Kontakt mit Ihnen kein Interesse habe.

Auch ist die Kommentarfunktion auch nicht dazu gedacht einer Ihrer wirren Ideen und/ oder Meinungen eine Plattform zu bieten. Dafür empfehle ich das Schreiben eines eigenen Blogs und diesen in einen Webkatalog für Verschwörungstheorien einzutragen.

Weiterhin dient dieser Blog nicht dazu um persönliche Kontakte zu generieren, Freundschaften zu schließen oder Bekanntschatften mit Frauen aufzubauen. Ich mag andere Menschen nicht sonderlich und ich habe keine Zeit und Lust auf zeit- sowie energieraubende Balzrituale. Dieser Blog dient ausschließlich mir selbst zu zeigen, wie toll ich bin und Sie sowie den Rest der Menschheit als unwürdig dastehen zu lassen.

Ich versuche hier keinen Beliebtheitswettbewerb zu gewinnen.

Gleichzeitig stimmen Sie mit der Abgabe Ihres Kommentars, im Fall meiner Übernahme der Weltherrschaft, der Abschaffung des Frauenwahlrechts, der Einführung eines 24 stündigen frei zugänglichen Amateurpornokanals, der öffentlichen Auspeitschung von Mit-150km-auf-der-linken-Spur-Fahrer und der Einführung des Freitags als offiziellen Cuba Libre Tags zu.