Mittwoch, 14. November 2012

Jubiläumspost - Charlie

Das... das ist Charlie. Charlie sieht niedlich und knuffig aus.

Isser aber nicht...

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Charlie ist ein Objekt, hätte man... nein... Frau ihn nicht aus einem Urlaub mit nach Deutschland geschleppt, wäre er von der Natur aussortiert worden. Was meiner Meinung nach nicht die schlechteste Alternative gewesen wäre.

Verschaffen wir uns einfach mal einen Überblick und betrachten dieses Objekt der Gattung Felis silvestris forma catus aus verschiedenen Gesichtspunkten.

Mir ist der Sinn und Zweck dieses Fellknäuels bisher absolut verschlossen.

Er liegt rum, schleicht von der Terrasse in die Küche, rennt hin und her, um dann wieder raus auf die Terrasse zu schlendern. Begibt man sich in die Küche, rennt das Vieh hinterher, steht nur im Weg und mauzt rum. Permanent muss ich aufpassen, da ich ansonsten auf das Tier drauftrete.

Seine Existenz ist ein Kuriosum. Ein Raubtier, was nicht mal in der Lage ist sich anhand von Kleintieren oder Nagern im Garten selbst zu ernähren. Also wird er gefüttert. Nicht einmal die Büchse bekommt er selber auf.

365 Tage x 0,40 EUR pro Büchse = 146 ,- EUR für Energie

Scheißen tut das Mistvieh auch nicht draußen, so das zusätzlich noch Katzenstreu gekauft werden muss.

12 Monate x 5,- EUR = 60,- EUR für Betriebsstoffe.

Da es sich nicht um ein wartungsfreies System handelt, fallen über das Jahr noch weitere Pflege und Wartungskosten an.

2 Pflege- und Wartung x 25,- EUR = 50,- EUR Systembetreuung p.a.

Kalkulatorische angesetzte unvorhersehbare Instandhaltungsmaßnahmen p.a. 100,- EUR.

Damit kommen wir bei Kosten für den laufenden Betrieb pro Jahr von 346,- EUR.

Da der Jammerlappen lediglich auf der Straße aufgesammelt wurde, fallen hier an diesem Punkt keine tatsächlichen Ist-Kosten für die Anschaffung an.

Aus kostenrechnerischer Sicht setzte ich hier für die Anschaffung eines geringwertigen Wirtschaftsgutes einmal pauschal kalkulatorische 35,- EUR an.

Dazu kommen die Kosten für die Inbetriebnahme: Da hätten wir die Kastration 90,- EUR (grauenhafte Annahme, dass dieser Flohbeutel sich vermehren würde).

Pauschaler Ansatz für weitere Impfungen 75,- EUR. Ich persönlich halte diese Impfungen für eine wahnwitzige und nahezu ökonomische unsinnige Handlung. Es wird Geld in eine Anschaffung investiert um ihre Laufzeit bzw. Lebenszeit zu erhöhen, einzig um den Zweck zusätzliche Kosten zu produzieren.

Sonstige Nebenkosten der Anschaffung die aktivierungsfähig wirken, pauschal 50,- EUR.

Macht in Summe 250,- EUR für Anschaffung und Inbetriebnahme. Abschreibung über die Laufzeit, hier Lebenszeit (konservativer Ansatz) 18 Jahre. Abschreibung für Abnutzung 13,89 EUR pro Jahr. ABER ... 250,- EUR direkte Wirkung im Cash Flow, der kurzfristig für den eigenen Konsum nicht zur Verfügung steht. Fassen bisher zusammen:

laufender Betrieb: 346,- EUR

anteilige Kosten der Anschaffung pro Jahr: 13,89 EUR

Immer wenn man die Nachbarn von Terroristen fragt, wenn sie jahrelang neben einem gewohnt haben, sagen diese immer, sie können sich das gar nicht vorstellen, weil sie wären doch immer so nett, freundlich und hilfsbereit zu sein. Genau verhält es sich mit Charlie. Der Außenstehende wird ihn für einen süßen Schmusetiger halten. Aus meiner Perspektive ist Charlie eine laufende Biologische Waffe. Träger des Feld 1 Allergens und dadurch Auslöser von allergischen Reaktionen... die... ihr könnt es schon denken... weitere Kosten verursachen.

1 Pck. Ceterizin alle 3 Monate 8,- EUR entspricht weitere 32,- EUR pro Jahr.
1 Aerosol Cromo Hexal N alle 3 Monate für 15,- EUR, zusätzlich 60,- EUR pro Jahr.

Hier spricht ökonomischer Sachverstand, wir geben Geld aus um ein Problem zu beseitigen, dass wir ohne ihn gar nicht hätten.

Damit kommen wir auf Kosten von 451,89 EUR im Jahr. In einer statischen Betrachtung kommen wir bei einer Lebenszeit von 18 Jahren damit auf Kosten von 8134,02 EUR ... das sind 15.908,76 DEUTSCHE MARK.... (Ja... lasst Euch das mal auf der Zunge zergehen... und überlegt mal was dabei rauskommt kann, wenn das Geld alternativ in Indexzertifikate oder spekulative Fonds investiert wird... )

So.. was bekomme ich den für das Geld?

Nerviges Rumgemauze, den ganzen langen Tag. Und noch lauteres Gemauze wenn ich wieder einmal zufällig auf ihn drauftrete weil er schon wieder im Weg rumgestanden hat.

Um ausschlafen zu können, muss man ihn an die frische Luft setzen, weil er sonst einen den Sonntag versaut, weil er ins Bett hüpft weil er schon wieder gefüttert bzw. weitere Kosten verursachen möchte.

Eingeschränkte Bewegungsfreiheit, da jedes mal wenn man für mehr als 1 Tag weg fährt einen Dummen finden muss, der sich um das Vieh kümmert.

Erträge bringt das Vieh auch nicht. Für das Fell bekommt man nichts. Katzenfelle für Tagesdecken werden einfach kostengünstig aus China importiert. Eine einzelne Katze verfügt auch nicht über ausreichend Knochen, dass man daraus eine anständige Seife kochen könnte. Und nach 15-18 Jahren ist die Qualität des Fleisches für ein ordentliches Thaigericht auch mehr als fraglich.

Um den Prozess abzukürzen, habe ich vorgeschlagen ihn einzuschläfern (was natürlich zusätzlich Einmalkosten verursachen würde) oder um es günstig zu gestalten, erkläre ich mich auch bereit es selbst zu machen (ich denke mal, es dürfte sich nicht sonderlich vom Kaninchenschlachten unterscheiden).

Aber wie bei allen Dingen im Leben muss man sich nur Fragen, wie man das beste aus einer Situation herausholt. Ich werde mich jetzt hinsetzen und ausfindig machen, welche börsennotierte Unternehmen Tierfutter herstellen. Da es Millionen von Menschen gibt, die diese Summen für Tiere ausgeben, dürfte dies ein recht stabiler Markt sein und langfristig sicher gute Erträge bringen.
Wenn man die Situation schon nicht ändern kann, dann versuchen wir einfach sie zu Geld zu machen.

Nachtrag:

Das letzte was mir gestern Abend jemand aus der Küche zurief war, "... mach doch mal die Terrassentür auf, vielleicht mag er raus?"

*sehr gemeines Lächeln*

Ich weiß nicht ob ER wusste, dass er raus wollte. Aber ich gab der kurzfristig erteilten Räumungsklage statt und ging zum sofortigen Vollzug über.

Schnelle Bewegungen sind gut für den Muskel- und Skelettaufbau. Und frische Luft ist ja auch soooo gesund.

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15.September.2006 / maninmetropolis.blogspot.com

Kommentare:

  1. Es ist, als hätte ich den Post gestern erst gelesen - eine Sternstunde der Blogosphäre!

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    1. Danke. Ist auch für mich heute noch eines DER Highlights aus den alten Tagen.

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  2. Mir drängt sich folgende Frage auf: Wie geht es Charlie heute?!

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    1. Gute Frage, ich kann es Ihnen nicht sagen. Nachdem ich den Urlaub damals abgebrochen haben und die Dame mit samt Koffer vor Ihrer Haustür abgesetzt habe, habe ich ´die Süße´ und Charlie nie wieder gesehen.

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  3. GROßARTIG!!!
    Ich bin begeistert...und das haben Sie geschafft, trotz meines absolutem Mist-Kack-Scheiß-Tag!

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    1. Danke. Es freut mich, wenn ich wieder einmal zur Unterhaltung beitragen konnte.

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  4. Ich musste schon beim Bild des Viehs lachen, es hat nicht zu viel versprochen. Der überwuzelte, räudige Charlie hat Sie anscheinend ein bissl dazu gebracht, die
    Contenance zu verlieren. Wäre nicht die Aufklärung über den Verbleib des Katers oben abgeführt worden hätte ich mich gefragt ob er einen natürlichen Tod hatte... Gute Nacht, Herr MiM- ich schmunzle mich jetzt durch den Schlaf.

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    1. Charlie. Irgendwie war er doof aber niedlich. Es gab eigentlich noch ein zwei andere Gründe, die wirklich ausschlaggebend waren, warum ich bei dem Kerl die Fassung verlor.

      Im Grunde war er ein niedliches Tierchen.

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  5. Dem Chef darf ich diesen Beitrag nicht zeigen. Der guckt den Kater ohnehin immer so merkwürdig an und stellte neulich fest, dass das Mistvieh ein Vermögen kostet. Nach 15 Jahren Katze kann ich Ihnem versichern, dass Ihre Rechnung nicht aufgeht. Die Zahlen sind zu klein...

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    1. Ja, ich glaube heute auch, dass die Zahlen zu klein sind. Finanziell gesehen ein schwarzes Loch.

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  6. Gnhihihi. Ich kannte Charlie noch nicht - aber klasse geschrieben! Besonders das mit Feld 1 Allergen! Sie haben echt Allergiemedis geschluckt statt dem Tier notfalls samt Frauchen die Kündigung auszusprechen? Ähhh nee... Sie waren damals aber wirklich zu flauschig. DAS wär mir nie passiert. Echt nicht. Aber ein toller Jubiläumspost, hat mir den Morgen versüßt.

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    1. Frau Kira, SIE KENNEN CHARLIE NICHT?

      Dann kennen Sie ja die ganzen Geschichten um die Süße auch nicht. Die besten Geschichten von allen !?!?

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    2. Auch nicht die Geschichte, wo die Süße den Hund geklaut hat, einen Unfall baute und dann der Polizei in die Hände fiel?

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    3. Nein - oh mein Gott, was habe ich verpasst! Das muss gewesen sein bevor ich Sie ihm Netz fand! Och so'n Ärger...

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  7. Haha, ich glaube, Charlie ist sowas wie der MiM der Katzenwelt... :-))

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  8. Für wenige Minuten saß ich jetzt hier und starrte das Post an und fragte mich, ob ich meinen Murmeltiertag habe oder ob mich Schlupflöcher in der Zeit aufgesaugt haben... bis ich erleichtert feststellen konnte, das MiM Konserven serviert. *schnauf*.
    Mich so zu erschrecken..
    LG
    Nicole

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    1. Es war ein alter Post zur Feier des 7. Blogjubiläums. Es war so angekündigt.

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    2. *lach* Blöd nur, wenn man die Ankünding erst DANACH liest. Ich habe es ja verkraftet.. gerade so ;-D
      LG
      Nicole

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  9. Irgendwie, aber auch nur gerade so erkenne ich gewisse Parallelen zwischen Ihnen und der Fellnase. Aber das ist Ihnen ja auch schon aufgefallen wie Ihr Post ein paar Zeilen weiter oben belegt.

    In Ihrer Rechnung haben Sie die Kostensteigerung über die Verweildauer strengstens vernachlässigt. Des Weiteren wäre der ROI beim verweilen des Katers bestimmt höher als wenn Sie die Investitionskosten in amerikanische Real-Estate Fonts gepackt hätten.


    PS: Katze ist vom Geschmack her nicht so dolle.

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    1. Nun, ich muss zugeben, dass ich, der Post wurde damals zwischen Tür und Angel im Büro geschrieben, keinen dynamischen Ansatz gewählt habe.

      Heute würde ich einen sauberen Business Case für das Vieh abliefern.

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  10. Katzen. Empfehlung des Hauses, scharf angebraten und süßsauer.

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    1. Ich kenne eine Rezept, es ist koreanisch, da werden die Katzen gestampft und mit Ingwer und Nüssen verfeinert.

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    2. Naja, Nüsse im Essen müssen jetzt nicht unbedingt sein.

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  11. Die guten Charlie geschichten, als ob es gestern gewesen wär :)

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