Freitag, 28. April 2017

Abwesenheitassistent

Heute ist mein letzter Arbeitstag. Casual Friday und Cuba Libre Tag. Heute Nachmittag um 15:30 Uhr fällt hier der Stift. Ich habe einen harten Anschlag, weil Folgetermin.

Auf Grund von Todesfällen, Kindern, Menschen die glauben, ihre Themen wären die einzig Wichtigen und man hätte ein Gott gegebenes Anrecht darauf meine Zeit für diese Zwecke zu verschwenden, habe ich nicht ganz ein und halbes Jahr durch gearbeitet. Dazu gesellen sich Personen, die mir permanent Dinge erzählen, die mich nicht interessieren, mich sonst auf irgendeine Weise vollquatschen oder sonst nichts weiter zu meinem Leben beitragen, als es schwerer zu machen.

Ich danke dem Staat für den ersten subventionierten Urlaubsmonat unter dem Arbeitstitel "Elternzeit". Der Zweite wird im August folgen.

Ich werde diesen zur Erholung nutzen. Denn ich habe Erholung dringend nötig. Denn nur wenn ich gut erholt und bei guter Laune bin, dreht sich das Hamsterrad weiter. Und alle wollen doch, dass sich das Hamsterrad weiter dreht, oder nicht? Abgesehen davon bin ich auch umgänglicher, wenn ich guter Dinge bin. Und wenn ich nicht bei guter Laune bin, kann ich echt pissig sein.

Persönlich würde ich sagen, dass ich mich gut gehalten habe. An der Oberfläche macht sich vielleicht nur 10 bis 15 Prozent bemerkbar, als wie es unter der Motorhaube aussieht. Und glauben Sie mir, da wollen Sie nicht drunter schauen.

Ich werde so ein paar Dinge machen die mir gut tun werden. Wieder einmal nach Hause fahren. Den Garten, oder was das kleine Fräulein davon übrig gelassen hat, etwas herrichten. Ausschlafen. Das heißt bei mir bis 7 Uhr morgens im Bett liegen bleiben. Mit Headhuntern sprechen. Mir etwas Zeit zum Kochen nehmen. Und noch ein paar andere kleinere Projekte anstoßen.

Es wird hier nicht ganz das Licht ausgeschaltet, aber es wird doch in diesem Monat etwas ruhiger werden. Anschließend geht es gewohnt weiter.

Benehmen Sie sich anständig und pöbeln nicht unnötig herum. Wenn Sie mich vermissen, schreiben Sie mir eine Email oder rufen mich an. Stimmt... das war was. Hier gibt es ja keine Emailadresse. Also rufen Sie mich an. Wenn Sie wichtig sind, dann haben Sie ja meine Nummer.

Donnerstag, 27. April 2017

Bisherige Tagesbilanz

Der Bonus ist auf dem Konto bevor ich die Abrechnung erhalten habe. I like.

Der Schwierigkeistgrad bzw. die Herausforderung für 2017 könnte man als... ´schaffe es einfach ins Büro zu kommen´ beschreiben. I like this auch unheimlich.

Headhunter Bude Zwei schlägt auf und erkundigt sich nach meinem Befinden und meiner Wechsellaune. Ich denke, Ausland für ein paar Monate wäre nochmal eine nette Sache. Ich mag den Gedankengang.

Entwickelt sich langsam alles in die richtige Richtung... langsam, aber es wird.

// Nachtrag

Man beschwert sich, dass ich Meetings für Freitags 16:30 Uhr ansetze.

Naschplatte & Chili Garnelen Pasta

Kleiner Vorspeisenteller für die Seele.

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Und ein bisschen Chili Garnelen mit Spaghetti. So verdammt lecker.

Witziger Weise, wenn ich beim Italiener bin, bestelle ich nie Pasta.

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Mittwoch, 26. April 2017

Zahlenfretten, das ++ Update 27.04.2017 ++

"Sie sind alle intelligente Menschen, so wie Sie hier sitzen. Im Grunde kann ich Ihnen nur eine Sache mit auf den Weg geben. Wenn Sie sich einen Fall oder eine Sachlage ansehen und das Bauchgefühl sagt Ihnen, da gibt es einen Haken, dann ist das in knapp 95% der Fälle auch so. Verlassen Sie sich auf Ihren gesunden Menschenverstand und Ihr Rechtsempfinden."

Das waren die Worte unseres Dozenten. Er sollte uns den juristischen Teil unseres Studiums näherbringen. Dass das auch auf Frauen anwendbar ist, das sagte er nicht.

Die Irre. Das Zahlenfrettchen. Ich verstehe es langsam. Das Problem ging nie nur allein von unserem Chef aus. Kim Jong-un ist alles andere als perfekt. Außer Frage. Je länger diese Person in diesem Büro sitzt, desto mehr verstehe ich die Schwierigkeit, die mit ihr zusammenhängen.

Emotional instabil. Heute so. Morgen so. Heute alles gut. Am nächsten Tag dreht sie fast durch. Je mehr ihre Welt ins Wanken kommt, desto schneller redet sie. Dabei dreht sie die Tonlage hoch. Sie besitzt die Wahrheit. Allein.

Ich zentriert. "Ich mache das jetzt so und so." "Ist das für dich in Ordnung." Jeder dritte Satz lautet so oder inhaltlich ähnlich. Sie sagt es immer zu ihrem neuen Chef. Alles in ihr schreit nach einem Feedback. Sie klebt an seinen Lippen. Momentan genießt er es. Als ich sagte, ob sie auch arbeiten könnte ohne jeden ihrer Arbeitsschritte zu kommentieren, ist sie beinahe explodiert. Ich würde ihr das Wort verbieten.

Aber eines ist das Beste. Das Allerbeste. Sie beginnt Tätigkeiten, die sie nicht machen will, wieder zurück zu spielen. "Kannst Du das nicht machen. Ich kann das nicht so gut." Der Ball liegt wieder beim ihm. Und dann macht er es. Weil er nett sein möchte.

Sie beginnt auch damit sich um seine Gesundheit zu sorgen. Er solle weniger fettiges Fleisch essen und vielleicht weniger Bier. Das würde ihm gut tun.

Verlasse sie sich auf ihren gesunden Menschenverstand. Das hat er gesagt.

Okay.

Die ist irre. Die krank. Die gehört auf die Couch. Gibt immer einen Grund warum man allein, ungevögelt und mit allen anderen Probleme hat. Kommt nicht von ungefähr.

Grenzt man(n) sich dagegen ab, ist man frauenfeindlich.

Sage ich ja. Die haben sie nicht mehr alle.

//Nachtrag 27.04.2017

Das wird noch spaßig werden. Sie sagt ihm jetzt sehr genau, was tut und was nicht mehr tut. Bei welchen Aufgaben sie ´raus ´. Weil manche Dinge, die sie nicht bei sich sieht, die macht sie nicht. Das sieht sie nicht ein. Das betrifft vor allem Aufgaben, die in der Vorgehensweise von ihrer Ansicht nach nicht richtig sind.

Dienstag, 25. April 2017

Schlimmer als schlimm

Das Zahlenfrettchen ist schlimm. Frauen sind im Allgemeinen schlimm. Aber die hier ist richtig schlimm.

Es gibt etwas, das ist schlimmer als Frauen. Das sind Männer die gemocht, wahrgenommen und von Frauen gehört werden wollen.

Das Erleben des männlichen Egos kann selbst an Angehöriger der eigenen Spezies unerträglich sein sein.

Alter... meine Nerven.

Hawaii Toast–Die 70´er sind am Leben

Hatte eine Baby-Ananas herumfliegen. Ich wusste nicht, was ich sonst damit anstellen sollte. Also habe ich Toast Hawaii gemacht.

Gut… fällt wirklich unter die Rubrik ´muss schnell weg, egal wie´. Aber ich sage mal… als Fastfood für zwischendurch geht´s mal.

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Montag, 24. April 2017

Professionelle Unprofessionalität

Alles begann vor einigen Monaten. Kim Jong-un hatte den Raum betreten und beschwerte sich darüber, warum auf einmal der Casual Friday auf alle Wochentage ausgedehnt wurde. Mit der Zeit hatte es sich eingeschlichen, dass das Controlling auf die Anzüge verzichtet hatte, statt einer Anzughose auf Jeans und Hemd umgeschwenkt war.


"Wir sind die Holding!", rief Kim Jong-un außer sich. "Schaut euch Big Boss an. Er kommt jeden Tag mit Hemd und Anzughose herein."
         "Er ist der Chef von Europa und Asien", merkte ich an. "Sein Salär dürfte 5 mal so hoch wie meines sein"
"Er trägt sogar Krawatten." Der Supreme Leader ruderte erregt mit den Armen.

Ich schaute irritiert zu meinen Kollegen. Er saß da, starrte auf Kim Jong-un. Er sagte kein Wort. Aber er fing an zu schnauben. Wie ein Ochse, dem man mit einem roten Handtuch vor den Augen herum wedelt und drei Backpfeifen gibt.

"Also wenn Du sagt, wir sein schlecht angezogen....", sagte ich und machte eine Pause, Ich beugte mich langsam nach vorne. So dass ich an Kim Jog-un vorbei schauen konnte. Über den Flur. In das Nachbarbüro. Ins Rechnungswesen. Dort saß Sloth. Kreditoren Sloth. An seinem Schreibtisch und erfasste Rechnungen. In aller Ruhe.

Ich hatte Sloth damals mit eingestellt. Ich hatte mit im Vorstellungsgespräch gesessen. Er war ein Schnäppchen. Anfang 50. Seine Laufbahn war ein Who is Who der Zeitarbeitsfirmen. Man hätte ihm auch den Titel Wanderhure verpassen können. Ich hatte ihm den Spitznahmen Sloth gegeben, weil er mich an Lotney „Sloth“ Fratelli erinnerte. Aus dem Film The Goonies. Diesem Typen, mit dem verformten Kopf und dem Haarbüschel auf dem Kopf. Er war dankbar, dass er nicht mehr hin und her geschoben werden würde und wir waren dankbar, wenn jemand so dumm ist, den Blödsinn hier mitzumachen.

Also er saß da an seinem Schreibtisch. Tat das was er immer tat. Den ganzen Tag lang. Erfassen von Keditorenrechnungen. Bekleidet in Jeans. Darüber ein blaues T-Shirt mit einem lustigen Spruch. Er hat eine Menge von diesen T-Shirts.

Ich verweilte mit meinem Blick kurz auf Sloth und ließ mich langsam wieder zurückfallen.

"Sag mal, Kim... gilt dieser Dresscode für alle hier?" Ich kniff ein Auge zu und mit dem anderen Starte ich den großen Führer an.
             "Du willst Dich doch nicht mit ihm auf eine Stufe stellen", dozierte Kim Jong-un. "Der ist so wie er ist. Aber wir hier... wir sind..."

Was wir genau sind, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls galt ab nun die Parole: Hemd & Anzughose. So begann es dann auch.

Meinen inneren Widerstand diskutierte ich mit einer Freundin.
    
"Was für eine Scheiße ist das??"
                "MiM, zieh Dich nicht an für den Job den Du hast. Ziehe Dich an für den Job den Du willst."

Zugegeben. Das leuchtete mir sogar ein.

Ich wechselte von Jeans auf Anzughose.

Zwei Wochen später. Komplett im Anzug. Damit war ich bereits einen Schritt weiter als der Supreme Leader.

In der dritten Woche rundete ich das Bild mit einem Einstecktuch ab.

Als ich weitere zwei Wochen später noch dazu über ging Krawatte zu tragen, sprach mit Big Boss an, ob ich wohl ein Vorstellungsgespräch hätte.

"Sag mal... was soll das denn jetzt alles. Mit der Krawatte und so", fragte mein Kollege.
          "Pass mal auf. Wenn wir schon nicht professionell sind, dann sollten wir wenigstens gut dabei aussehen", antwortete ich.

Seit 14 Tagen trägt mein Kollege ebenfalls Anzug und Krawatte.

Man beobachtet uns sehr sehr misstrauisch.

In 4 Wochen habe ich einen Termin für ein Fotoshooting bzgl. Bewerbungsfotos.