Mittwoch, 1. Oktober 2014

Das Streben nach Glück

Das Streben nach Glück ist eine Illusion. Es ist nichts anderes als ein kurzer flüchter Zustand, der nur eine Zeit lang anhält, um wieder zu vergehen.

Und während die Menschen, getrieben wie ein Junkie nach seinem Heroin, danach suchen und versuchen mit aller Gewalt diesen Zustand wieder zu erlangen, zerbrechen sie daran.

Ansonsten... 1. Oktober.... heute Morgen den ersten nebeligen und feuchten Herbsttag erlebt. Wie passend zum Rest.

Dienstag, 30. September 2014

Wiesn-Weisheiten

Ich erinnere mich an ein Gespräch, dass ich vor Jahren einmal hatte.

Eine damalige Bekannte, die ich mittlerweile bewusst aus den Augen verloren habe, erzählte mir, dass sie mit ihrem Freund auf der Wiesn gewesen war. Trotz mehrmalige, dezenter weiblicher Hinweise, die schon an den Schlag mit einem Maßkrug erinnert haben sollen, machte sie auf die allseits beliebten Herzen aufmerksam. Vergeblich.

Sie beschwerte sich eine Stunde lang darüber, dass ihr Freund ihr kein Wiesn-Herz gekauft hatte. Selbst mir als Sozial-Autist war dieser Brauch geläufig und verständlich.


Ich vermisse mein Zuhause. Den weiß-blauen Himmel. Den Blick auf die Berge. Und ob sie glauben oder nicht... die Menschen.

Montag, 29. September 2014

Persönliche Nachtrag & Gedankengang - Klapperstorch II

Interessant ist, und das hat mich heute doch recht lange beschäftigt, dass ich eine solche Information als zweiter, nach dem Samenspender und dem injektionsbeauftragten Lebensgefährten, erhalte.

Noch vor der Familie. Noch vor Eltern. Noch vor Geschwistern.

Und ich behaupte weiter, wenn der angehende Vater wüsste, dass ich es schon weiß, wäre er mit Sicherheit... sagen wir... etwas weniger gut gelaunt. Er mag mich eh schon nicht so wirklich. Was ich nicht nachvollziehen kann, da ich in jeglicher Hinsicht ein sehr umgängliches Kerlchen bin.

Im Grunde sehr undankbar, nach dem ich mich immer so gut um seine Frau gekümmert habe.

[Dialoge Eiswürfelwüfelchen] - Klapperstorch

Wieder eines der Gespräche, in denen ich einen Timeslot genannt bekommen habe, wann mein Anruf in Ordnung wäre oder, präziser ausgedrückt, ihr Kerl nicht zu Hause war.

- "Und willst Du wissen, was es hier so noch so an Neuigkeiten gibt?", fragte sie mich, während die Betonung auf dem Wort ´noch´ so hoch war, dass selbst jemand wie ich erkennen konnte, dass man gefälligst nachzufragen hat und ein Nein, eine der nicht zu akzeptierenden Antworten gewesen wäre.

- "Na dann erzähle mal. Was gibt es sonst noch zu berichten?", fragte ich höflich und etwas gekünstelt nach.

- "Bei uns hat der Klapperstorch zugeschlagen!"

Dann kamen diese 5 Sekunden der Stille, die in solchen Augenblicken immer kommen.

Ich habe keine Vorstellung darüber, was Frauen glauben, was in solchen Momenten in dem Kopf einen Mannes vorgeht, aber solche Aussagen setzen im Kopf eines Mannes, zumindest bei mir, eine wahre Kettenreaktion in Gang.

Big Bang

0,1 Sekunden - Schwanger?

0,2 Sekunden - Ich war es nicht.

0,3 Sekunden - Ich kann es nicht gewesen sein.

0,4 Sekunden - Juhuuuuuu

0,5 Sekunden - Okay... Sie wird Mutter. Alles wird sich ändern. Statt der materialistischen Karrieregeilheit wird sie sofort auf die naturgegebene Mutterolle wechseln. Sie hat das was sie wollte. Und immer wenn ich jetzt mit ihr telefoniere, kann ich mir diesen Scheiß anhören. Und darauf habe ich ehrlich gesagt überhaupt keine Lust.

0,6 Sekunden - Die interne persönliche Anlagenbuchhaltung meldet sich gedanklich zu Wort und reicht mir einen Buchungsbeleg zur Unterschrift.

Außergewöhnliche Abschreibung 100%  an  weibliches Anlagevermögen (Jura) 100%

0,7 Sekunden - Anlagevermögen bereinigt und den neuen Gegebenheiten angepasst.

0,8 Sekunden - Schade um die guten alten Zeiten. Jetzt wird sich alles ändern. Der Weg geht in eine andere Richtung. In solchen Systemen sind für Personen wie mich kein Platz. Das ist auch gut so. Ich habe in einem solchen Systemen auch nichts zu suchen.

0,9 Sekunden - Ich bin raus.

1,0 Sekunde - Was gibt es heute zum Abendessen?

1,5 Sekunden - Wird sich schon etwas finden.

2,0 Sekunden - Ich wollte noch 2 Filme aus dem Netz herunterladen für den Urlaub.

3,0 Sekunden - Ein Bier wäre jezt nicht schlecht.

4,0 Sekunden - Habe ich noch genügend franzöische Amateurpornos zum Gucken? Kann man(n) ja nie genug haben.

5,0 Sekunden - Was mache ich hier eigentlich? Ich war am Telefonieren. Stimmt, da war was.

- "Na dann mal herzlichen Glückwünsch", sagte ich.

Die nächsten 15 Minuten durfte ich mir anhören, wie sich ein Jahresurlaub verhält, wenn man kurz vorher erfahren hat, dass man schwanger ist. Wie komplex es im Kopf einer Frau zugeht und welche Gedanken sie sich macht, wie und auf welche Art sie es ihrer Familie mitteilen will. Wie sehr sie sich allgemein darüber freut.

Am einem Punkt habe ich ehrlich gesagt nicht mehr zugehört.

- "Und was sagst Du?"

- "Ich freue mich für Dich", erwiderte ich und irgendwo in mir gab es einen Teil, der sich wirklich freute.

- " Du hast mich noch immer nicht besucht. Du wolltest mich besuchen kommen", sprach Sie. "Und nun kannst Du ja kommen und Dir mich mit dicken Bauch angucken."

Bei dem letzten Satz lösten sich alle Probleme, die ich jemals im Leben gehabt habe, auf. Ich erkannte den Grund. Ich bin vollkommen normal... NUR... ich bin im falschen Universum.

Sonntag, 28. September 2014

Tex-Mex-Burger-Brot-Bausatz

Wenn man sich einmal die Grillbücher anschaut, die sich mit der Kunst des Burgerbratens beschäftigen, wird einem auffallen, dass es eine nicht unerhebliche Anzahl an Rezepten gibt, die auf das klassische Burger-Brötchen verzichten und statt dessen, sich einfach einem guten Brot bedienen.

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Aber wie auch immer, bevor das Fleisch zwischen einem Burger-Brötchen oder einigen Scheiben Brot landet, hat der Gott der Grillmeister, die Schöpfungsgeschichte des Burgers gesetzt.

Als wieder einmal bestes Rinderhack mit einigen Gewürzen vermischen und daraus ordentliche Pattys formen. Und weil diese Pattys auf ein Brot kommen, habe ich sie bewusst nicht so rund gemacht, wie es ansonsten der Fall ist.

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Statt wie sonst als Belag Gurken, Tomaten und Salatblätter zu verwenden, habe ich für dieses Experiment einen Relish aus eigenen Gartenkräutern, roten Zwiebelchen, Paprika und Tomaten angefertigt.

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Ganz nach dem Motto von Shakespeare “Bereit sein ist alles” die Arbeitsutensilien auf einem kleinen Tisch neben den Grill bereit gestellt.

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Die Pattys werden von einer Seite gegrillt, mit Jalapeños belegt und anschließend mit einer Scheibe Käse zugedeckt.

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Weil ich zu faul war, den großen Grill einzuheizen, aber ich diesmal auf den kleinen Weber-Elektrogrill zurückgegriffen.

Ich bin immer wieder erstaunt, welche Leistung das Gerät hat und welche guten Arbeitsergebnisse sich damit erzielen lassen.

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Kurz vor Schluss, die Brotscheiben mit Olivenöl eingerieben und kurz auf dem Grill angeröstet.

Den Burger auf die Brotunterlage gelegt, das Relish darauf verteilt, etwas Schmand dazu und zum Abschluss mit einer weiteren Scheibe Brot, den Deckel auflegen.

Text Mex Burger

Dazu schmecken mit Käse überbackene Nachos und selbstgemachte Guacamole.

Meine Getränkeempfehlung… 4 bis 5 Bier.

Text Mex Burger2

Wie Sie sehen, es muss nicht immer ein Burger-Brötchen sein. Brot geht auch. Und schmeckt genau so gut. Nicht gleich, nur etwas anders.

Samstag, 27. September 2014

Meine ersten Rouladen

Meine Damen und Herren, ich präsentiere voller Stolz… meine ersten Rouladen, die jemals meine Küche verlassen haben. Der deutsche Klassiker, für Sie, hier in diesem Blog.

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Wobei ich jetzt zugeben muss, dass ein wenig geschummelt wurde. Anstatt Fleisch aus der Keule vom Rind zu nehmen, das Schmoren hätte mir zu lange gedauert, handelt es sich hier um Rouladen aus Rinderfilet.

Und darf behaupten, dass das dem Geschmack auf keinen Fall schädlich war.

In das Fleisch wurde mit Dijon Senf bestrichen und darin eine Cornichon, sowie Tiroler Speck eingewickelt.

Als Beilage gab es Rosmarin-Kartoffeln aus der Pfanne und selbstgemachter Amarena-Kirsch-Rotkohl.

Und ehrlich, die ganze Geschichte ist wirklich gut geworden. Verdammt gut.

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Zu den Rouladen habe ich aus dem heimischen Vorräten einen Franzosen heraus geholt. Wirklich gut. Einer dieser Weine, für die man einen Gegenspieler braucht und die erst bei einem guten Essen ihr ganzes Potential ausspielen.

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Freitag, 26. September 2014

Meine Familie, mein Haus, mein Auto

Männer. Wir und unser Drang zum Schwanzvergleich.

Eine Nachricht. Per Whatsapp. Ein kleines Bild als Avatar, worauf ich niemanden erkennen und eine Nummer, die ich nicht zuordnen kann. Ich frage nach, wer mir da schreibt und bekomme eine Antwort. Ein alter Schuldfreund und späterer Arbeitskollege aus der Gegend, in der ich aufgewachsen bin. Streiche Schuldfreund, ersetze Freund durch..., keine Ahnung, durch irgendwas halt.

- "Wir haben seit Ewigkeiten ja nichts mehr voneinander gehört."

- "Stimmt", anworte ich.

Weil ich Deine Nummer aus meinen Telefon gelöscht habe. Weil Du Dich eh nur immer ab und an gemeldet hast. Weil mich Dein Leben ab einen gewissen Punkt einfach nicht mehr interessiert hat. Weil Du und Dein Leben nicht einmal etwas bietet, auf das man mit der Faszination eines Unfalls blicken könnte.

- "Das wir ein Haus gekauft haben weißt Du bestimmt schon?", fragt er. "Und ich bin zum zweiten Mal Vater geworden."

Ach mein Gott, wie sehr mir dieser Scheiß mit den Kindern auf die Eier geht. Wen interessiert es? Wenn Du nichts zu tun und zu viel Geld hast, mein Gott, dann schaffe Dir Kinder an.

- "Ich bin auch noch mal umgezogen", gebe ich an. "Und Haus habe ich auch gekauft."

Mir reicht es. Ich nehme das Telefon und suche ein Bild meines Hauses heraus, was ich immer dabei habe. Ich mache jezt das, was ich hasse. Dieses mein Auto, mein Haus, meine Geliebte mit den dicken Titten Spiel.

Ich tippe kurz noch einmal und schicke eine Portraitaufnahme meines Hauses an ihn.

Ruhe. Es kommt keine Antwort. Die Zeit vergeht. Es kommt keine Reaktion mehr.

1:0 im Haus-Schwanzvergleich. Ruhe im Karton.