Freitag, 4. September 2015

Twitter, Instagram & Co.

Twitter, Instagram & Co. machen uninteressante Frauen auch nicht spannender

Donnerstag, 3. September 2015

Führung

Wenn Sie sich in eine Position begeben, in der Sie führen müssen, das kann ein Projekt oder etwas anderes sein, ist es von unschätzbaren Vorteil zu wissen, warum man eigentlich führen möchte.

Wenn Sie führen möchten, weil Sie glauben dass Sie dadurch Anerkennung, Ruhm, Liebe, Aufmerksamkeit und Respekt bekommen, dann behaupte ich, dass dies der vollkommen falsche Ansatz ist.

All dieses bekommen Sie in der Regel nicht weil Sie führen. Ist zwar möglich, ist aber selten der Fall. Aus diesem Grund führen zu wollen, kann sehr schnell in Frustration enden, wenn sich das Erhoffte nicht einstellt. Zu dem legt es die Vermutung nahe, dass es nicht um die Sache geht, sondern um das eigene Ego. Und in der Regel hält die Entwicklung des Charakters nicht mit der des Egos Schritt.

Wenn Sie aber nach Führung streben, weil Sie sich sagen: "Ich will das es läuft." Sie etwas gestalten wollen. Ihre Ideen und Ihre Vision umsetzen möchten. Sie Sorge tragen, dass die Dinge laufen, weil Sie sich als Ziel gesetzt haben, dass es so läuft wie Sie es sich vorstellen, dann fahren Sie mit diesem Ansatz wesentlich besser. Dann werden Sie sich selber zufrieden machen. Dann wissen Sie auch wer verantwortlich ist, wenn es nicht klappt.

Denn nichts ist unglaubwürdiger als jemand der etwas anfängt und es dann hinschmeisst, weil er nicht das bekommt, was er sich von anderen versprochen hat.

//persönliche Notiz

Ab jetzt mit Mitarbeiterverantwortung...

Mittwoch, 2. September 2015

Das erste Mal im Bio-Puff

Die ganze Sache war von Anfang an mehr als klischeehaft.

Selbst das Publikum. Es erinnerte stark an einen Erstbesuch in einem billigen Bordell nach Laufhausart. Man bewegt sich langsam durch die Gänge. Schaut mal hier, schaut mal da. Schaut sich verstohlen umher, geht weiter, überlegt, dreht noch einmal um, betrachtet die Ware etwas genauer. Und wie das so ist, irgendwas nimmt man dann halt mit. Weil man ja gerade hier ist.

Das erste Mal in einem Bio-Supermarkt war schon ein echtes Erlebnis. Und so schlimm, wie ich mir das vorgestellt habe, war es gar nicht. Das Publikum war wirklich teilweise ein Knaller. Von der Öko-Tante im Strickpulli mit der unreinen Haut, bis zum Familienvater in den bunten Jeans mit dem 70´er Jahre Batik-TShirt. Unglaublich.

Überrascht hat mich, dass ich die Bio-Weine eines meiner Lieblingsweingüter dort nachkaufen konnte, die anderswo vergeblich gesucht hatte. Auch gab es ein wirklich gutes Indian Pale Ale für ein Schnäppchenpreis von 1,49 EUR zu kaufen. Und wenn man jemals für ein Gericht ausgefallene Hülsenfrüchte sucht, ist man in einem Bioladen wirklich genau an der richtigen Stelle. Und ich gebe es zu, die Bio-Bagels mit den Körnern drauf sind so richtig superklasse.

Wie ich sagte, ein bisschen wie im Bordell. Man fühlt sich irgendwie am falschen Ort. Und am Ende sagt man zu selbst, dass es ja so schlimm gar nicht war und man sicherlich noch mal für das Eine oder Andere wiederkommt.

Dienstag, 1. September 2015

Zu Hause

Immer wenn ich in zurück in die Stadt komme, in der ich gebohren wurde, weiß ich nach 5 Minuten wieder, warum ich alles eines Tages alles zurück gelassen habe und gegangen bin.

Ich habe es damals, auch nicht später, nicht als meine Heimat annehmen können. Zu Hause habe ich mich dort nie gefühlt. Dies Gefühl hatte ich nur einmal. An einem anderen Ort. In einer anderen Stadt.

Meine Geburtsstadt stirbt.

Eigentlich eine hübsche Stadt. Klein. Beschaulich. Hat kaum etwas abbekommen im Krieg. Die alten Häuser sind erhalten geblieben. Es gibt keine Bausünden, wie man sie in anderen Städten sieht.

Als ich in der Stadt stand, fiel mir auf, dass die Bevölkerung, die Menschen die man in der Stadt sah, alt waren. Ich sah kaum junge Leute. Nur sehr weniger Familien. Nur viele ältere Leute. Die Rentner. Klischee hoch drei. Bunte Socken, Jeans-Shorts, viel zu bunte Socken und Polo Shorts.

Die Stadt bot schon damals nichts. Oder besser gesagt, zu wenig für jüngere Menschen. Die Gastronomie ist in den letzten 25 Jahren noch schlechter geworden. Und auch die gut besuchten Kneipen von damals sind nur noch ein Schatten ihrer selbst.

Keine Stadt, die ich aus eigener Motivation heraus aufsuchen würde. Wenn meine Eltern nicht mehr sein werden, gibt es keinen Grund dieses Ort noch einmal aufzusuchen.

Montag, 31. August 2015

Das große Vergessen

Wir trafen uns in der Stadt auf dem Markt. Am Samstagmorgen. An der beliebtesten Wurstbude der Stadt. Auf dem Markt trifft man in der Regel Hinz und Kunz. Der Markt am Samstag ist das gesellschaftliche Ereignis. Man geht dort nicht nur hin ob ein wenig Obst und Gemüse zu kaufen oder eine Bratwurst zu essen, man geht dort hin um gesehen zu werden.

Mein Vater und meine Mutter waren bereits schon dort. Ich sah sie stehen. Meine Mutter sah schlecht aus. Mitgenommen. Allerdings reagierte sie, als ich sie dann ansprach, recht klar. Für die Umstände zumindest. Sie erkannte mich. Freute sich. Lächelte. Während sie bei meinen letzten Besuch ängstlich und zurückhaltend war, wirkte sie freundlich, nicht aggressiv und nicht ein bisschen ängstlich. Wie umgedreht.

Die Ärzte hatten mit der medikamentösen Einstellung ganze Arbeit geleistet. Sie wirkte wie auf Dope. Beinahe würde ich sagen, für ihre Verhältnisse aufgedreht.

Wir aßen eine Bratwurst und setzen uns anschließend noch auf einen Eisbecher in ein Café. Auch die Koordinierung Augen, Hand und Eislöffel funktionierte wieder. Nachdem sie letztes Mal nicht einmal wusste, was sie mit einer Gabel machen sollte, arbeitete sie sich mit dem Eislöffel, langsam aber beständig, durch das Eis durch, bis es dann gegessen war.

Auch, und das verwunderte mich dann doch ein wenig, war von dem Sprachverlust, von dem mein Vater erzählt hatte, nichts zu bemerken.

Wir verbrachten den Nachmittag auf der Terrasse, tranken Kaffee und ließen den Nachmittag verstreichen. Am Abend gingen wir gemeinsam in ein kleines Lokal zum Essen. Es verlief alles ohne größere Schwierigkeiten.

Als ich Sonntag zum Frühstück bei meinen Eltern vorbei fuhr, war der Zustand wieder ein Anderer. Die Klarheit des Vortags war nicht mehr da. Sie saß auf der Bank auf der Terrasse und erzählte von Dingen, die sie beschäftigten. Wirre zusammenhangslose Gedankenfetzen. Satzfragmente, willkürlich aneinander gereiht.

Ich nickte bestätigend, auch wenn ich nicht wusste worum es ging. Sie lächelte. Es tat ihr gut.

Auf der Autobahn, während der Rückfahrt, hang ich meinen Gedanken nach. Das Wochenende war weniger schlimm als erwartet. Weit besser als gehofft. Mein Vater, der verdrängt weiter. Er versucht sich an etwas festzuhalten. Dabei zerrinnt es zwischen seinen Fingern. Er verpasst dabei die Zeit in der er noch genügend Ruhe hat, etwas aktiv zu steuern. Das wird sich rächen. Nicht jetzt, später.

Und ich… keine Ahnung… stehe da und schaue zu.

Sonntag, 30. August 2015

Versackt

Üblicherweise benötigt man für den Weg von meinen Eltern die Straße hinab, den Weg an dem alten Friedhof vorbei und über die Brücke auf die andere Seite der Innenstadt zum Hotel 30 Minuten. Das Dreckskaff ist nicht sonderlich groß.

Das Ganze kann aber auch 5 Stunden dauern.

Wenn man auf der ersten Kneipe des Weges versackt. Bei Bier und Schnaps. Und wenn man sich dann zum Weitergehen aufgerafft hat, gleich im nächsten Laden wieder hängenbleibt und noch ein paar Guinness nachlegt.

Dort habe ich zwei Typen angesprochen. Portugiesen. Handwerker, die auf der Suche nach Arbeit durch Deutschland gereist sind. War ein wenig problematisch. Mein Englisch ist auch im stark angetrunkenen Zustand recht gut, was nicht hilft, wenn die Gesprächspartner nur Portugiesisch, Spanisch und Italienisch sprechen. Kurzerhand die Beiden zu einer Runde eingeladen. Die dieses nicht auf sich beruhen lassen wollten.

Irgendwann stand ich 3 Uhr morgens vollkommen betrunken vor dem Hotel und der Kerl von Rezeption musste die mir Tür öffnen, weil der Prozess für mich mittlerweile schon viel zu kompliziert war.

Was für ein gelungener Abend.

Donnerstag, 27. August 2015

Kommentare zur Zeitgeschichte - Flüchtlinge

Dieses Land hat ein Problem. Dieses Jahr werden schätzungsweise, je nach Quelle, 850.000 Menschen nach Deutschland kommen.

Kriegsflüchtlinge. Asylsuchende auf Booten. Wirtschaftsflüchtlinge aus dem Balkan. Und unzählige Einzelschicksale die sich irgendwie dazwischen bewegen.

Die Probleme?

Dieses Land ist auf diese Masse an Menschen logistisch nicht vorbereitet. Das ist ein administratives und logistisches Problem.

Wir haben ein gesellschaftliches Problem. Mir scheint es, als wäre eine vernünftige und sachliche Diskussion aktuell nicht mehr möglich. Je nach dem was Sie sagen, sind sie entweder Neo-Nazi oder Gutmensch. Dazwischen gibt es nichts mehr. Dafür oder dagegen. Schwarz oder weiß.

Ein weiteres gesellschaftliches Problem ist, dass diese Gesellschaft noch keinen Konsens hat, wie sie denn mit den Menschen umgehen möchte. Wenn es einen geben würde, müsste ich nicht in den Nachrichten hören, dass alle zwei Tage irgendwo ein angehendes Flüchtlingsheim angezündet wurde oder Demonstrationen vor einer Unterkunft stattfindet.

Das politische Problem, dass sich eine Willkommenskultur nicht per Order umsetzten lassen wird.

Ein finanzielles Problem. Denn alles was nötig ist, wird es nicht umsonst geben. Auffangen, Unterbringung und die Intergration wird Geld kosten. Dieses Geld wird von allen aufgebracht werden müssen. Unabhängig ob Schlecht-, Mittel- oder Gutverdiener.

Greift man für andere in den Geldbeutel der Bürger, ist es von Vorteil, dass es einen Konsens gibt.

Das Problem des Bestandsschutz. Eine Gesellschaft die bunter und gemischter wird, wird sich verändern. In ihrer Kultur. In ihren Werten. Eine Veränderung wird immer zur Folge haben, dass liebgewonnene Besitzstände sich verändern werden und ggf. verschwinden.

Eine Gesellschaft, die eine höheren Belastung erfährt, wird von jedem einzelnen mehr Eigenverantwortung abverlangen. Das ist den Meisten wahrscheinlich noch nicht einmal bewusst.

Die Frage wie bunt, gemischt unsere Gesellschaft sein soll, stellt sich nicht mehr. Die Frage ist, wie schafft es die Politik und Gesellschaft die gröbsten Schnitzer und Fehler zu vermeiden, um das Beste aus dem zu machen, was gerade vor sich geht. Und es wäre ein fataler Fehler die Mentalität der Menschen zu unterschätzen. In einer Situation wie heute, werden viele nicht offen sagen, was sie denken.

Und ich sage Ihnen eines, von dem Gebrauch platter Argumente und der Art wie sich die eine sowie die andere Seite aufführt, nimmt sich das alles nichts. Und damit meine ich das Vortragen von Meinungen, Ansichten und Befürchtungen, deren Sprache und Präsentation keine strafrechtliche Relevanz hat.

Denn das Erste, das auf der Strecke geblieben ist, ist die Diskussionskultur. Und genau die wird zum Lösen der Probleme sehr dringlich benötigt. Denn es wird keine einfachen Lösungen geben.